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Schweiz Vaterschaftstests im Internet boomen

Laut Schätzungen ist jedes 20. Kind ein so genanntes Kuckuckskind. Diese Kinder werden von einem vermeintlichen Vater grossgezogen. Recherchen zeigen nun, in der Schweiz werden illegale Vaterschaftstests im Ausland von misstrauischen Vätern rege in Anspruch genommen.

Immer mehr Schweizer lassen einen Vaterschaftstest im Ausland machen. Im Internet boomen entsprechende Angebote. Ein Anbieter aus Holland sagt gegenüber «10vor10»: «Wir haben aus der Schweiz 10 bis 15 Kunden pro Woche.» In 30 bis 40 Prozent der Fälle sei der Verdacht berechtigt.

Auch beim Beratungsteam des «Beobachters» sind Vaterschaftstests regelmässig ein Thema. Es gebe bis zu fünf Anfragen pro Tag, sagte Berater Walter Noser der Sendung. Von einem Test im Ausland sei jedoch abzuraten. Das sei für Schweizer illegal. «Man darf einen solchen Test nicht ohne das Einverständnis der Mutter machen.»

Vaterschaftstest gleich nach der Geburt

Um das Leid für alle Beteiligten zu lindern, schlägt Noser vor: «Ein Paar sollte gleich nach der Geburt entscheiden ob man einen Vaterschaftstest machen will. Und wenn man sich dagegen entscheidet, soll man kein Recht mehr haben, später zu klagen.»

Nicht erfreut über diesen Vorschlag sind die Frauenorganisationen. Rosmarie Zapfl von Alliance F sagt dazu: «Jede Frau würde so unter Generalverdacht stehen, dass der Partner, den sie als Vater angibt, nicht der Vater ist.»

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38 Kommentare

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  • Kommentar von MariettaNüssli, Tann
    Ist es DIE Liebe zwischen zwei Menschen, dann liebt er sie ( auch mit Kind). Sobald eine Partnerschaft zerbricht, hat Frau erneut ein Druckmittel " es ist ja gar nicht dein Kind" ! Ich bin der Meinung, dass gerade zum Wohl und für eine gute Entwicklung des Kindes, hier Klarheit und Transparenz geschaffen werden muss. Es ist unsere Aufgabe, unsere Kinder zu Ehrlichkeit und Toleranz zu erziehen, dann werden solche Diskussionen überflüssig. Die Rechtsprechung sollte fair für ALLE angepasst werden.
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  • Kommentar von Marietta Nüssli, Tann
    Ich finde es absolut richtig, dass jeder Vater unabhängig von der Einwilligung der Mutter einen Vaterschaftstest (unabhängig zu welchem Zeitpunkt) durchführen kann. Dass der "angebliche" Vater sich aus Vertrauensgründen nicht direkt nach der Geburt für einen solchen Test entscheidet, verstehe ich gut. Viele "angeblichen" Väter heiraten ihre Frauen aus Verantwortungsbewusstsein und sind bei Kukuskinder die doppelt veräppelten. Jede ehrliche Frau hat bei einem Test nichts zu befürchten.
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  • Kommentar von h. anni, zürich
    Wenn es obligatorisch würde, dass man sofort nach der Geburt einen Vaterschaftstest machen muss, dann würde keine Frau unter Generalverdacht stehen und es wäre endlich fertig lustig mit den Kuckuckskindern. Sollte man doch befürworten. Ich verstehe die Männer, dass sie nicht bezahlen wollen für ein Kind, welches beim "Fremdgehen" der Frau/Partnerin gezeugt wurde. Soll solches Verhalten etwa geschützt werden Frau Zapfl??? Das ist genau so wenig akzeptabel wie das Fremdgehen der Männer!
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