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Schweiz Vatikan zitiert Schweizer Bischöfe nach Rom

Hunderte Seelsorger fordern über die Pfarrei-Initiative Reformen in der katholischen Kirche. Nun müssen drei Schweizer Bischöfe in Rom Red und Antwort stehen. Im schlimmsten Fall werden sie gedrängt, kritische Seelsorger zu entlassen.

Legende: Video «Bischöfe wegen Pfarrei-Initiative in Rom» abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.07.2013.

Die sogenannte Pfarrei-Initiative hat in jüngster Vergangenheit immer wieder für Aufsehen gesorgt. Darin fordern Seelsorger Reformen in der katholischen Kirche. Die Kirchen-Oberen reagierten meist ablehnend.

Nun will die Führung der katholischen Kirche wissen, was hierzulande läuft. Und hat darum die Bischöfe von Basel, St.Gallen und Chur zitiert.

Die Pfarrei-Initiative trägt Diskussionen in die Kirche, welche in der Öffentlichkeit schon lange geführt werden. Es geht um Themen wie die Gleichberechtigung der Frau oder die Gleichstellung von Homosexuellen. Und deren Praktizierung in der Kirche.

Schon Österreicher mussten in den Vatikan

Die Diskussionen würden schon seit Jahrzehnten laufen, erklärt SRF-Religionsredaktor Hansjörg Schultze. Aber es passiert nichts. Im Falle des ökumenischen Abendmals betrieben die Seelsorger nun gezielt offenen Ungehorsam. «Das ist dem Vatikan natürlich ein gewaltiger Dorn im Auge», sagt Schultze.

Dass die Schweizer Bischöfe nach Rom zitiert wurden, ist indes nicht so ungewöhnlich. Im vergangen Jahr ereilte auch die Österreicher Bischöfe der Ruf aus dem Vatikan – aus demselben Grund.

Vorladung noch auf Geheiss Benedikts

Wie das Treffen verläuft, wird wohl kaum publik – die Mauern des Vatikans sind hoch. «Auf den Churer Bischof Huonder muss wohl kein besonderer Druck ausgeübt werden», so Schultze.

Die Bischöfe von St.Gallen und Basel dagegen gelten als liberal – auf sie könnte eine Form von Druck ausgeübt werden. Im schlimmsten Fall könnten die Bischöfe gezwungen werden, ihre ungehorsamen Seelsorger zu verdonnern, ihren kirchlichen Auftrag zurückzugeben.

Allerdings müsse man sich vor Augen halten: Die Vorladung der Schweizer Bischöfe wurde noch unter Papst Benedikt ausgesprochen. Ob Franziskus dieses Thema an die grosse Glocke hänge, sei fraglich, urteilt der Religionsexperte. Ihm seien ganz andere Themen wichtig – vor allem die Armut in seiner Heimat.

Sicher ist: Die katholische Kirche wird so oder so als Verlierer dastehen. Die Menschen an der Basis schütteln ab der realitätsfernen Diskussion jetzt schon die Köpfe – und kehren der Kirche in Scharen den Rücken.

Die Schweizer Bischöfe sind bei der Glaubenskongregation vorgeladen. Das ist jene Organisation, die früher die Inquisitionen anordnete. Zuletzt mussten dort irische Bischöfe wegen des Skandals um die Missbräuche erscheinen. Wenn lokale Bischöfe vor diese Organisation zitiert werden, ist dies bemerkenswert.

31 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Paul, St. Gallen
    Vielleicht ist an der ganzen Misere Luther Schuld, er übersetzte die Bibel auf Deutsch! Durch den aufkommenden Buchdruck konnten plötzlich fast alle Lesen, was in der Bibel steht. Das fand Rom gar nicht gut. Bildung und Wohlstand sind der grösste Feind der Religionen.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      @K.Paul/"Papst zum König:"Schau zu,dass sie arm bleiben!".König zum Papst:"Schau zu,dass sie dumm bleiben!"Und wie wir wissen,hat dies bis anhin bestens funktioniert und wird vermutlich bis auf weiteres und noch sehr lange,reibungslos funktionieren.Zu beachten ist immerhin der überaus"ertragreiche Bevölkerungszuwachs"dieses Planeten.Alles fantastisches,lebenswertes Leben,das auf das Beste versorgt ist.Die Preisfrage lautet höchstens:"Womit?"Ein wunderbar fruchtbares Biotop der"Phobienzucht".
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  • Kommentar von Hans Laban, Luzerner-Hinterland
    Wäre doch eine nette Geste von Papst Franziskus wenn es die beiden liberalen Bischöfe loben würde und den Huonder zum Teufel jagen würde.
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  • Kommentar von Marlies Artho, Schmerikon
    Betr. Religionen sind für mich alle etwas Zweifelhaft. Die einen bekunden von Nächstenliebe an die Gäubigen, die andetrn verspotten und bekämpfen andere Religionen und wer steckt dahinter Menschen, die Macht über Menschen wollen und dies glaubt man, geht am besten über die Religion. Deshalb kommt eine gewisse Angst in der ökomene auf, weil man glaubt Gläubige zu verlieren,also Macht. Dies ist ein Problem der Religion, die dann früher oder später zu Kriege führt. Fanatiker gibt es in jeder Relig
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