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Legende: Audio Ältere Menschen tun sich schwer mit der Wohnungssuche abspielen. Laufzeit 02:35 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 29.07.2019.
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Verloren auf dem Wohnungsmarkt Wer sucht, der findet? Im Alter ein frommer Wunsch

Über 65-Jährige haben Mühe, eine kostengünstige und altersgerechte Wohnung zu finden. Das Problem verschärft sich.

Plötzlich ist man auf einen Lift angewiesen. Oder der Vermieter will die Liegenschaft sanieren – und die Kündigung flattert ins Haus. Dann müssen ältere Personen unfreiwillig ein neues daheim suchen.

Joëlle Zimmerli ist Soziologin und Raumplanerin. Sie hat in einer neuen Studie den Wohnungsmarkt analysiert: «Die grössten Probleme entstehen dort, wo die Nachfrage nach Wohnungen am grössten ist.» Also etwa in Städten, wo auch viele Junge auf dem Wohnungsmarkt unterwegs seien.

Legende:
Median-Miete für 4.5 Zimmer-Wohnung Die Mietpreise für Wohnungen in einer familientauglichen Grösse klaffen in den zehn grössten Städten der Schweiz weit auseinander. Comparis

Und die Jungen haben die Nase vorn. Sie wissen, wie man heute eine Wohnung sucht und findet: online. Und sie entscheiden schneller als ältere Menschen. Diese haben oft vor Jahrzehnten das letzte Mal eine Wohnung gesucht. «Sie haben sehr alte Vorstellungen vom Wohnungsmarkt – auch was die Preise angeht», sagt Zimmerli.

Ältere Menschen haben oft sehr alte Vorstellungen vom Wohnungsmarkt – auch was die Preise angeht.
Autor: Joëlle ZimmerliSoziologin und Raumplanerin

Zimmerli hat aufgrund von Statistiken aus dem Kanton Zürich eine Hochrechnung gemacht: Nur 5 Prozent der über 65-Jährigen sind demnach auf einen Umzug gut vorbereitet – sie wissen, wie sie eine Wohnung finden, und was eine Wohnung heute etwa kostet.

Überfordert mit der Wohnungssuche

Ein Drittel der älteren Menschen braucht Unterstützung bei der Suche.
Und über die Hälfte gehört zu den sogenannten Unbeteiligten. Sie wollen sich mit dem Thema Wohnen im Alter nicht auseinandersetzen. «Doch auch sie müssen das tun, wenn saniert wird oder wenn ihnen etwas passiert», sagt Zimmerli. Gerade dann sind die Unbeteiligten schnell überfordert.

Einkaufswagen vor der Haustür.
Legende: Jahrzehntelang in der gleichen Wohnung und plötzlich zum Umzug gezwungen: Für viele Ältere ein Horrorszenario. Keystone

Viele Immobilieninvestoren wollen in den nächsten Jahren ihre Liegenschaften sanieren. Es werden also mehr über 65-Jährige eine neue Bleibe suchen müssen – und die neue Wohnung wird teurer sein als die alte.

Unfreiwilliger Wohnungswechsel

Bereits heute seien die Wohnkosten oft ein Thema in den Beratungen, sagt Cyrill Hofer. Er leitet die Sozialberatung der Pro Senectute in Biel. Die Wohnkosten seien ein grosser Posten im Haushaltsbudget: «Wenn jemand Ergänzungsleistungen hat und über der Mietzinslimite ist, muss die Person das aus dem Lebensbedarf bezahlen und den Gürtel sehr eng schnallen.»

Hofer empfiehlt, das Thema aktiv anzugehen. Es mache Sinn, frühzeitig eine Beratung in Anspruch zu nehmen, auch gemeinsam mit Angehörigen. Dann passiere es nicht, dass man etwa nach einem Unfall und Spitalaufenthalt vor vollendete Tatsachen gestellt werde.

Selbstständig entscheiden sei das Ziel. Denn ein unfreiwilliger Wohnungswechsel kann jederzeit anstehen.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Interessant, dass als Gründe für einen unfreiwilligen Wohnungswechsel primär besondere Ereignisse erwähnt werden. Aber ein sehr wichtiger Grund ist doch schon mal die Pensionierung als solches. Ich sehe auf jeden Fall momentan nicht, wie wir nach der Pensionierung in der Wohnung bleiben können. Vielleicht für eine Übergangszeit, um eben ohne Stress etwas zu suchen. Aber die muss natürlich günstiger sein, sonst bringt der Wechsel ja nichts. Da macht der Artikel nicht gerade Mut.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Ich kann in der Schweiz nur Leben mit der EL Dank dem ich ein halbes Jahr im Ausland verbringe. Sowiet sind wir schon und die SVP, CVP, FDP sowie GLP würden gerne diese Situation noch verschärfen, den ihre Schäffchen kriegen den Hals nicht voll! Die SP hat sich als Sozialer Anker schon lange verabschiedet. Bleiben die Grünen die al einzige die Staff bekämpft haben im Interesse der Rentner und den Zukünftigen Rentner. Die SVP Basis war noch dafür, deren Elite nur aus Berechnung!
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    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Dann mal viel Spass mit den Grünen. Deren Klimapolitik wird sie bald einiges mehr kosten. Die Ergänzungsleistungen werden wohl nicht entsprechend der zusätzlichen Kosten nach oben angepasst. Das wird für jeden teuer. Die Grünen kümmert das nicht, sie verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen und gehören zur Personengruppe, die am meisten fliegt. Die Zukunft ist nicht rosig.
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    2. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      @Röthenmund: Ihnen ist aber schon klar, dass ausgerechnet die Grünen für unbeschränkte Einwanderung waren und sind? Und damit die Wohnungsnot und die steigenden Preise verursachen.!
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    3. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Herr Bucher,, ja ich wähle Grün und ich kaufe Bio und suche mir aber auch was die Natur uns schenkt! Herr Bucher es liegt nicht an den Grünen sondern an den Bürgerlichen die zwar schon vor über 4 Jahren festgestellt haben dass das Wohngeld nicht reicht, aber jede Erhöhung im Parlament erfolgreich blockieren. Herr Brauchli, hören sie mit dem lächerlichen Argument der Ausländer auf. Wir haben über 70000 Wohnung die Leerstehen, verschweige den vielen Leeren Büro komplexen.
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    4. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Nein meine Herren Bucher und Brauchli dumm können sie andere verkaufen. Das viel EL haben ist den Bürgerlichen zu verdanken die seit 1848 diese Land regieren und ihren Verfassungsauftrag nicht erfüllen und ihn zu ihren eigenen Nutzen uminterpretieren. Es heißt das man mit der AHV seinen Lebensunterhalt bezahlen müssen können und nicht mit AHV und EL. Den mit der EL kann man die Menschen besser Kontrollieren und Bevormunden.
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    5. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      @Röthenmund: Sorry, aber wenn Sie diese Einstellung haben und Ursache und Wirkung verwechseln, dann hab ich nur beschränkt Mitleid. Die 70000 Wihnung sind im Luxus Bereich und in leerstehende Büros kann man nun mal nicht wohnen. Und es ist nun mal eine Regel, die für sämtliche Sparten des Lebens gültig ist: Angebot und Nachfrage. Auch Geld ist nicht unendlich vorhanden. Wenn Ihre EL nicht reichen, sind dafür nicht die Bürgerlichen, sondern ist der Wunsch-Katalog der Linken verantwortlich.
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  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Danke "papa"!: nach dem Beitrag im "rendezvous am mittag": Nachtrag zu meinem missverständlichen Beitrag weiter unten : Studien sagen: es ist so, wie es ist. es gibt ev. punktuelle Lösungen "auf freiwilliger Basis". Also: Frust eigentlich auf ganzer Linie. In der Studie erwähnte alte Menschen, die "sich nicht kümmern", sind sehr sehr selten. Viele sind wohl imstande, selber zu suchen, lernen aber, dass es oft besser ist, Enttäuschungen zu verschweigen, um nicht ungefragte Ratschläge einzufangen
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