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Schweiz Viel Geduld für einen schlechteren Job

Wer in der Schweiz ausgesteuert wird, findet zwar oft wieder eine Stelle. Wenn er nicht zu alt ist. Aber: Die Arbeitsbedingungen sind häufig schlechter als zuvor. Und die Betroffenen verdienen meist weniger.

Legende: Video Ausgesteuerte müssen oft Kompromisse eingehen abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.11.2014.

Jährlich werden in der Schweiz im Durchschnitt 30'000 Personen ausgesteuert. Das heisst, sie verlieren ihren Anspruch auf Arbeitslosentaggeld. Für die Ausgesteuerten ist diese Situation nicht nur finanziell, sondern auch psychisch belastend. Gleichzeitig wird die Arbeitslosenstatistik um ihre Zahl «geschönt». Die Zahl der Ausgesteuerten folgt in der Tendenz dem Verlauf der Arbeitslosenquote.

Risiko ungleich verteilt

Jüngere laufen gemäss einer Studie des Bundesamtes für Statistik (BfS) weniger Gefahr, ausgesteuert zu werden, als Personen über 30 Jahre. Die Studie zeigt die Situation der Ausgesteuerten mit Blick auf eine Wiederanstellung, die neuen Arbeitsbedingungen und den Lohn.

Zur Risikogruppe gehören zudem Personen mit dünnem Schulsack, Frauen, Alleinerziehende und Alleinlebende sowie ausländische Staatsangehörige. Während Ausländerinnen und Ausländer nur 26 Prozent der Erwerbstätigen ausmachen, steigt ihr Anteil unter den Ausgesteuerten rasant auf 45 Prozent an. Weniger stark übervertreten sind die Frauen (48 Prozent), die an der Erwerbsbevölkerung einen Anteil von 46 Prozent haben.

Mehrheit findet wieder Arbeit

Die Betroffenen sind auf dem Arbeitsmarkt aber nicht chancenlos, auch wenn ihnen bei Bewerbungen viele Absagen ins Haus flattern: Innerhalb von fünf Jahren haben sieben von zehn Ausgesteuerten wieder eine Arbeit, wie die Studie zeigt. Die Hälfte kann sogar bereits im ersten Jahr wieder arbeiten. Die meisten (86 Prozent) lassen sich anstellen, die Selbstständigkeit wählen wenige.

Nach fünf Jahren sucht noch einer von zehn Ausgesteuerten eine Anstellung, zwei haben sich dagegen ganz vom Arbeitsmarkt zurückgezogen – meist wohl nicht freiwillig. Und noch eins zeigt die Studie: Ausgesteuerte brauchen vor allem Geduld. Denn je weiter ihre Aussteuerung zurück liegt, umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder ins Berufsleben zurückgefunden haben (siehe Tabelle unten). Das gilt allerdings nur beschränkt für die 45- bis 64-Jährigen, die es als Ausgesteuerte auf Stellensuche erst recht schwer haben.

Arbeitsbedingungen meist schlechter

Wer aber wieder eine Arbeit gefunden hat, muss meist Abstriche bei den Arbeitsbedingungen machen. So sind viele temporär beschäftigt oder arbeiten auf Abruf. Oft sei dies allerdings ein Übergang und erster Schritt für eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt, schreibt das Bundesamt für Statistik.

Viele ehemals Ausgesteuerte arbeiten teilzeitlich und möchten ihr Pensum erhöhen. Die meisten müssen zudem Lohneinbussen hinnehmen: Ihr Brutto-Stundenlohn (Median) liegt bei 27.50 Franken, während er für andere Arbeitnehmende 36.20 Franken beträgt.

Legende:
Ausgesteuerte nach Zeit Die Ausgesteuerten nach Arbeitsmarktstatus und Zeit seit der Aussteuerung (2010 - 2013) BfS

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Den Arbeitslosen ab ca. Alter 45 blüht also der rasante soziale Abstieg. Entweder gar keine Arbeit mehr oder irgend ein mies bezahltes Aushilfsjöbli. Treffen kann es jeden. Ist das im Sinne des Erfinders? War das vor der PFZ auch der Fall? Wer immer noch der äussert schwach argumentierenden Regierung bezüglich Ecopop-Initiative hinterläuft, dem ist nicht mehr zu helfen.
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    1. Antwort von andreas furrer, prilly
      @ werner christmann: ein mieses aushilfsjöbli ist mir noch immer lieber als ein ethnokratisches regime. ecopop ist ein eugenischer irrläufer, dafür putze ich auch wcs und campiere auf dem zeltplatz.
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @W. Christmann: Obwohl für die Ecopop muss ich leider sagen, dass es dieses Problem schon VOR der PFZ gegeben hat. Und Sorry, da bin ich ganz anderer Meinung als Sie es sind. In dieser Situation einen mieser bezahlten Aushilfsjob zu haben ist besser als gar keinen zu haben. 1. Ist man dadurch wieder im Arbeitsalltag integriert & hat 2. eine zusätzliche Möglichkeit über diesen Job wieder eine Festanstellung zu finden. Denke, in dieser Situation sollte man sich für keine Arbeit zu "schön" sein.
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    3. Antwort von Werner Christmann, Stein am Rhein
      Ist das ihre Zukunftsvision, Andreas furrer?
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    4. Antwort von Werner Christmann, Stein am Rhein
      E. Waeden: Sie sind offenbar auch schon lange weg vom Arbeitsalltag, ansonsten sie nicht diese unzutreffenden Thesen verbreiten müssten.
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    5. Antwort von andreas furrer, prilly
      @ werner christmann: pas du tout, aber ich ziehe das einer geschützten werkstatt vor. biotope (welcher art auch immer) bringen nichts, flexibilität - notfalls auch nach unten - ist da weit ergiebiger. ich teile diese apokalypsenhysterie nicht, ich mag veränderung (auch wenns zwischendurch etwas rauher und frugaler wird). ansprüche sind schon ok, sie können aber auch ganz schön behindern. auch gegen sicherheit habe ich nichts, aber sie sollte nicht zur blossen angst verkommen.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    zum 2ten... kommt noch dazu, dass nach einer Annahme der Ecopop - Initiative der Arbeitsmarkt wieder offener ist fuer die Arbeitslosen.. wenn die Dumpinglohnempfaenger nicht mehr die CH ueberfluten!
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Zur Not frisst der Teufel Fliegen... ein altes Sprichwort! Nun, ist man arbeitslos muss man wohl halt die Erwartungen etwas zurueckschrauben.. speziell der Aeltere... er kostet wesentlich mehr als eine junge Kraft und das bewegt viele Arbeitgeber zu ihrer Entscheidung, einen an sich guten Angestellten zu ersetzen. Das Kostenbewusstsein ist halt sehr stark ausgepraegt! Und ist man arbeitslos dann gehe ich doch zur Not Toiletten reinigen. Falscher Stolz ist und bleibt falsch....!
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