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Schweizer Medienhäuser Vor allem Boulevard- und Gratiszeitungen büssen an Lesern ein

Legende: Audio Viele Zeitungen haben erneut Leser verloren abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
01:09 min, aus HeuteMorgen vom 11.04.2017.
  • Laut den Zahlen der AG für Werbemedienforschung ist «20 Minuten» das mit Abstand meistgelesene Medium in den drei Landesteilen Deutschschweiz, Romandie und Tessin.
  • Beim «Blick» ist die digitale Nutzung in den letzten sechs Monaten stabil geblieben, die Reichweite des Printtitels nahm weiter ab.
  • Praktisch alle Zeitungen haben im Internet zugelegt.

Viele Schweizer Zeitungen haben im vergangenen Jahr erneut Leser verloren. Besonders stark hat es die Boulevard- und Gratiszeitungen getroffen. Das zeigen die neusten Zahlen der AG für Werbemedienforschung (Wemf).

Die Leserzahl der Pendlerzeitung «20 Minuten» entwickelte sich über Jahre nur in eine Richtung: nämlich aufwärts. Doch inzwischen hat dieser Trend gekehrt. Im vergangenen Jahr verlor die gedruckte Ausgabe der Gratiszeitung in der Deutschschweiz sechs Prozent ihrer Leserinnen und Leser, in der Westschweiz sogar 15 Prozent. Aber: Mit täglich 1,36 Millionen Lesern ist «20 Minuten» immer noch mit Abstand die leserstärkste Zeitung der Schweiz. Auch in der Westschweiz ist «20 minutes» die Nummer eins.

«Neue Zürcher Zeitung» baut Leserschaft aus

Ein schwieriges Jahr erlebte die «Blick»-Gruppe: Der «Blick» büsste letztes Jahr ganze 16 Prozent seiner Leser ein. Auch der «Blick am Abend» und der «SonntagsBlick» erreichten deutlich weniger Leser.

Unterschiedlich ist die Entwicklung bei den Qualitätszeitungen: Während beispielsweise der «Tages-Anzeiger» vier Prozent seiner Leser verlor, konnte die «Neue Zürcher Zeitung» ihre Leserschaft sogar leicht ausbauen.

Und für praktisch alle Zeitungen gilt: Sie konnten im Internet zulegen und so mindestens einen Teil der Verluste kompensieren. Inzwischen liest etwa jeder dritte Zeitungsleser seine Zeitung online, wie die Wemf schreibt.

Gesamtreichweite leicht erhöht

Die Schweizer Medienhäuser haben in den letzten sechs Monaten ihre Gesamtreichweite leicht erhöht. Während die Leserschaft der gedruckten Presse insgesamt stabil blieb, erfreuen sich die digitalen Angebote der Verlage einer wachsenden Beliebtheit. Die Gesamtreichweite blieb seit letzten Herbst mit 94 (Vorperiode 95) Prozent auf hohem Niveau stabil.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Meier (Kurt3)
    Ja , Ja der Zeitgeist nagt . Meinungen statt Fakten . Manchmal habe ich den Eindruck , die digitalen Medien haben Ihr Wachstum den Kommenspalten zu verdanken .
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Dank Zwangsgebühren kann sich das SRF auch weiterhin ungeschoren auf die faule Haut legen und seinem Boulevardjournalismus föhnen ...
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Der Zeitgeist nagt weiter an der Bereitschaft, etwas mehr, intensiver und vollumfänglicher zu denken oder zu tun! Jede(r) döggelt den ganzen Tag auf seinem iPhon oder Laptop herum, liest dort bloss noch digitale Schlagzeilen, Sport und Schreckensmeldungen! All diese labilen heutigen Zeitgenossen lassen sich natürlich bestens und erfolgreich in allen Belangen manipulieren und beeinflussen! Welche Zeitungen Leser(innen) verlieren und welche sogar leicht zulegen, zeigt auch ein klares Faktum!
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    1. Antwort von Peter Isler (SchweizerQualität)
      Was Sie nicht so alles glauben... Aber ist doch super für Sie: dann können Sie weiterhin Ihre eigenen queren Ansichten auf das "nicht vollumfängliche" Denken der anderen abschieben.
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Wie interessant, fördernd und lehrreich wären doch möglichst viele klare und sachliche Meinungen zu diesem "Zeitungs-Sterben", statt nur andere Mitkommentatoren zu schulmeistern, zu belehren und zu verunglimpfen! Es gibt immer mehr Forum-Schreibtisch-Schulmeister, die nur "antworten" benützen, um andere Aeusserungen zu kritisieren, statt selber eine Meinung zu haben und diese auch mit vollem Namen zu kommunizieren! Schade, dass damit der gut gemeinte Sinn eines Forum's nicht ausgeschöpft wird!
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    3. Antwort von Nico Basler (Bebbi)
      @bolliger Irgendwie greift ihre Beitrag zu kurz. Das Nutzen von digitalen Medien hat doch nichts mit "döggeln" zu tun. Ich persönlich finde es gut, dass ich neben den etablierten Informationsmedien wie Print, Radio und TV neue Formen und Plattformen nutzen und mir eine eigene unabhängige Meinung bilden kann. Ihre unbewiesene Behauptung, die heutigen Zeitgenossen seien labil und beeinflussbar finde ich zudem einfach daneben.
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    4. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Herr Basler, auch ich benütze die digitalen Medien! Es ist halt, wie mit allem im Leben, wer es übertreibt oder nur noch das iPhon in den Händen hat, wird eben mit der Zeit nicht mehr eine Zeitung, Wochenzeitschrift oder ein Buch in aller Ruhe lesen können! Genau dies war der sinnliche Inhalt meines Kommentars von heute 08:43 h! Wer viel an Diskussionen mit Freunden, der Familie oder Nachbaren teilnimmt, kann mit Ihrem letzten Satz (Belehrung) leider gar nicht gleicher Meinung sein!
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    5. Antwort von Peter Isler (SchweizerQualität)
      Guter Herr Bolliger, Sie fordern Sachlichkeit wenn man Sie kritisiert, zeigen aber selbst nicht viel. Eine subjektive Meinung zu vertreten die auf subjektiven Erfahrungen basiert hat wenig mit sachlicher Argumentation zu tun. Ihre Meinung, dass wir heute labiler sind oder uns einfacher beeinflussen lassen kann ich nicht teilen. MMn könnte man je nach Perspektive wohl sogar behaupten, dass viele politische Schwierigkeiten heute daher rühren dass wir uns weniger beeinflussen lassen.
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