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Sibel Arslan muss um ihren Sitz zittern
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Türkisch-kurdische Wurzeln Wahlkampf in der türkischen Buchhandlung

Sibel Arslan will den Nationalratssitz für das Grüne Bündnis verteidigen. Sie setzt dabei unter anderem auf ihr Netzwerk in der türkisch-kurdischen Gemeinschaft.

Samstagnachmittag in einem Innenhof beim Erasmusplatz in Kleinbasel. Rund 40 Frauen und Männer haben sich versammelt. Es sind Freunde und Bekannte von Sibel Arslan (GB) sowie Vertreter verschiedener türkischer oder kurdischer Vereine. Sibel Arslan hat sie eingeladen, um die letzte Phase ihres Wahlkampfs einzuläuten. Es wird besprochen, welche Standaktionen man durchführt. Aber auch, wie man Wählerinnen und Wähler direkt ansprechen kann - mit persönlichen Karten beispielsweise.

Türken und Kurden sind gut organisiert. Sie machen etwas Urschweizerisches: Sie treffen sich in Vereinen.
Autor: Sibel ArslanNationalrätin GB

Man spricht türkisch. Kein Wunder - der Innenhof gehört zur türkischen Buchhandlung «Özgür Kitap Evi». Sie ist ein Treffpunkt vieler Menschen mit türkischen, kurdischen oder armenischen Wurzeln. «Ein toller Ort», schwärmt Sibel Arslan. «Hier kann man Tee oder Kaffee trinken, es ist aber auch ein intellektueller Austausch möglich. Zum Beispiel finden hier Lesungen statt.»

Das Wahlkampf-Treffen in der Buchhandlung zeigt: Sibel Arslan vertraut in ihrem Wahlkampf auch auf ihr Netzwerk innerhalb der türkisch-kurdischen Gemeinschaft. «Türken und Kurden sind gut organisiert. Sie machen etwas Urschweizerisches: Sie treffen sich in Vereinen.»

Überraschende Wahl vor vier Jahren

Dass das Netzwerk funktioniert, zeigt sich in Basel-Stadt immer wieder bei Wahlen. Kandidatinnen und Kandidaten mit Wurzeln in der Türkei schneiden häufig gut ab. Derzeit sind vier Vertreter im Grossen Rat. Und vor vier Jahren wurde Sibel Arslan - damals unerwartet - in den Nationalrat gewählt.

Für den Politologen Oliver Strijbis ist dieser Erfolg kein Zufall: «Es gibt in Basel eine relativ starke Konzentration von Leuten mit türkischem oder kurdischem Migrationshintergrund. Diese Leute sind überdurchschnittlich politisiert und organisiert.»

Auf eine gute Mobilisierung ihrer Wählerinnen und Wähler ist Sibel Arslan bei den Wahlen auch angewiesen. Ihr Sitz gilt als stark gefährdet. Ihr ist es wichtig zu betonen: «Es sind nicht nur Migranten, die mich wählen, sondern auch viele andere Menschen.» Denn mit den Stimmen der Migranten alleine könnte sie ihren Sitz nicht verteidigen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Diese Spinnengrafik ist erhellend.Maximal ausgebauter Sozialstaat,
    minimal organisierte Finanzpolitik.
    Schleusen offen für alle,auch Illegale,dafür null "Law and Order."
    Schlicht verantwortungslos gegen alle aufrechten Steuerzahler.
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    1. Antwort von Adrian Flükiger  (Ädu)
      @Blättler: Ein klares Profil - kein Wischiwaschi. Da weiss Mann, was man wählt. Gilt für mich im Kanton Bern auch - wähle nur Leute mit klarem Profil und mindestens 80% Übereinstimmung. Das schafft keine einzige bürgerliche Kandidatur.
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    2. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      @ flückiger: Solche Profile führen dann aber leider zu polarisierender Politik. Denn trifft ein andersrum geartetes Prafil auf dieses, dann kracht es und es ergeben sich keine Lösungen. Es finden sich dann kaum wirkliche Schnittpunkte die ein Miteinander erlauben. Gut eidgenössisch als Kompromiss- oder Konsenspolitik bezeichnet.
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