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Eitelkeiten, Führungsvakuum, Interessenkonflikte: die Baustellen der CVP Freiburg
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Nationalratswahlen Freiburg Die CVP muss ihren zweiten Sitz verteidigen

Nationalrat Dominique de Buman tritt ab – die CVP zittert deshalb um ihren zweiten Sitz. Die Ausgangslage in Freiburg.

Zurzeit sind die sieben Freiburger Sitze im Nationalrat wie folgt verteilt: CVP, SVP und SP haben je zwei Sitze, die FDP hat einen. Sechs der sieben Nationalrätinnen und Nationalräte treten wieder an. Einzig Dominique de Buman tritt zurück – und bringt seine Partei in die Bredouille.

Mit de Buman verliert die CVP ihre Wahllokomotive. Nun muss Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach die Führung im Wahlkampf übernehmen. An ihrer Seite kämpft der ehemalige Grossratspräsident Bruno Boschung – ebenfalls aus dem Sensebezirk. Das sorgte innerhalb der Partei für Unmut. Wenn die CVP ihren zweiten Sitz rettet, dann wohl nur dank einer Listenverbindung mit der GLP.

Starke SVP-Liste

Die SVP hat 2015 einen zweiten Sitz geholt und wurde wählerstärkste Partei. Doch auch sie muss zittern, zumal sie alleine in die Wahlen zieht: Der Sitz von Jean-François Rime dürfte sicher sein, derjenige von Pierre-André Page hingegen wackelt. Dieser kandidiert deshalb ebenfalls für den Ständerat, was ihm im Wahlkampf mehr Sichtbarkeit gibt.

Mit dem aktuellen Grossratspräsidenten und dem Generalsekretär der SVP Schweiz hat die SVP Freiburg zudem eine starke Liste. Allerdings ohne eine einzige Frau.

FDP stabil – Linke lauert

Die FDP hat mit Jacques Bourgeois einen Nationalratssitz. Der Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes ist innerhalb seiner Partei unbestritten. Auch wenn die Partei Wähleranteile gewinnen könnte – für einen zweiten Sitz reicht es wohl nicht.

Legende:
Kanton Freiburg - Wähleranteile Nationalrat Die Grünen traten im Kanton Freiburg 1999 nicht zu den Nationalratswahlen an, GLP und BDP erst 2011. Bundesamt für Statistik

Eine vereinte Linke (SP, Grüne, CSP) möchte hingegen von den bürgerlichen Parteien den verlorenen dritten Sitz zurückholen. Zurzeit ist die SP mit zwei Nationalrätinnen vertreten, Valérie Piller Carrard und Ursula Schneider Schüttel. Konkurrenz droht ihnen von zwei Grossräten aus den eigenen Reihen.

Wenn Links-Grün einen dritten Sitz holt, dann könnten es drei Sitze für die SP werden – Chancen hätte aber auch der Grüne Kandidat Gerhard Andrey. Er ist als Unternehmer über die eigene Parteigrenze hinaus geschätzt, im Kanton jedoch weniger bekannt, obwohl er Vizepräsident der Grünen Partei Schweiz ist. Er kandidiert ebenfalls für den Ständerat und hofft so auf mehr mediale Sichtbarkeit.

Die Bürgerlichen haben das Wählerpotential für fünf der sieben Sitze. Einmal mehr treten sie aber nicht geeint auf. So könnte der Schuss am Schluss nach hinten losgehen. Am meisten zittern muss in diesem Fall die CVP, aber auch die SVP.

Prognose: keine Sitzverschiebung

SRF-Korrespondent Patrick Mülhauser glaubt, dass die Parteien ihre bisherigen Sitze behalten können:

«Die Grüne Partei dürfte leicht an Wähleranteilen zulegen, die SP hingegen könnte verlieren oder zumindest stabil bleiben, während die Bündnispartnerin CSP wohl weitere Wähler verlieren wird. Zwei Sitze hat die Linke wohl auf sicher. Ob es für einen dritten Sitz reicht, hängt vom Wahlkampf ab und davon, wie gut die bürgerlichen Parteien abschneiden.

Die FDP wird ihren Wähleranteil und somit ihren Sitz halten. Die CVP wird mit ihrer Hauptliste wohl etwas einbüssen, aber dank ihren jungen Listen und der Listenverbindung mit der GLP den zweiten Sitz halten. Die SVP kann auf eine starke Liste zählen, die BDP spielt nur eine Nebenrolle.»

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Michael Ruefer  (Michael Ruefer)
    Ich teile die Einschätzung des Korrespondenten nicht. Die Grünen waren in Freiburg bisher verhältnismässig klein und werden wohl deutlich zulegen, von 5 auf 8 oder 9 Prozent. Die SP wird ihre Anteile halten und die CSP wird sicher auch wieder erholen. Ich schätze, dass die SVP hier tauchen wird von 25 auf 19 bis 20 Prozent und den zweiten Sitz nach vier Jahren wieder verlieren wird. Die Einschätzung des Korrespondenten trägt der politischen Grosswetterlage zu wenig Rechnung.
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