Walliser Busdrama: Neue Fakten – keine neuen Erkenntnisse

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis hat erste Untersuchungsergebnisse zum tödlichen Busunglück bei Siders vom letzten März vorgestellt. Sie bestätigen, was bisher vermutet wurde.

Zwei Hubschrauber und zwei Ambulanzen vor einem Tunneleingang. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dank den Überwachungskameras konnten die Behörden den Unfallhergang genau nachzeichnen – Neues kam dabei nicht heraus. Keystone

Der Chauffeur des tödlichen Busdramas bei Siders (VS) telefonierte in den Sekunden und Minuten vor dem Unfall nicht und verschickte auch keine SMS. Dies ergaben Untersuchungen der Walliser Staatsanwaltschaft.

Noch keine Klarheit über Ursache (Thomas Gutersohn)

1:55 min, aus SRF 4 News aktuell vom 31.01.2013

Die Ergebnisse enthüllen jedoch «keine nützlichen Elemente» hinsichtlich der Unfallursache, hiess es. Es könne ausgeschlossen werden, dass der Chauffeur in den Sekunden oder Minuten vor dem Unfall am Telefon gewesen sei oder SMS verschickt habe,so die Behörde. Die Mitteilungen erlaubten auch keinerlei Rückschlüsse auf Probleme.

 Zum Unfallablauf liegt neu eine 3D-Darstellung vor. Die Fragen zu Geschwindigkeit und Fahrtrichtung des belgischen Cars seien somit mit «an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit» beantwortet. Die Geschwindigkeit auf den letzten Metern habe rund 100 Kilometer pro Stunde betragen.

War Chauffeur gesundheitlich beeinträchtigt?

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Tödlicher Unfall im März 2012

Beim Unfall am Abend des 13. März 2012 verloren 22 Kinder und 6 Erwachsene ihr Leben. Weitere 24 Kinder wurden teils schwer verletzt. Der belgische Reisecar war im Tunnel der Autobahn A9 nahe Siders frontal in die Wand einer Nothalte-Nische geprallt.

Offen sind jetzt noch Fragen nach dem Gesundheitszustand des Car-Chaffeurs. Laut SRF-Korrespondent Thomas Gutersohn fehlen noch zwei medizinische Gutachten.

Der Befund eines Herzspezialisten soll klären, ob der Fahrer an einer koronaren Krankheit litt. Also ob er unter Umständen vor dem Unfall einen Herzinfarkt erlitt. Andererseits sei noch ein Bericht zu erwarten, der Auskunft geben soll, ob der Fahrer eventuell Medikamente eingenommen hat, die ihn beim Fahren beeinträchtigten.

Wenn diese zwei Gutachten dann vorliegen, macht die Staatsanwaltschaft ihren Abschlussbericht. Dann sind alle Fakten auf dem Tisch. Wann dies der Fall sein wird, ist noch nicht klar.