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Schweiz Wasserkraft: Gebirgskantone fordern Subventionen

Jährlich 70 Millionen möchten die Gebirgskantone für die Wasserkraft. «Viele sinnvolle Projekte können wegen des tiefen Strompreises nicht gebaut werden», sagt der Präsident der Konferenz der Gebirgskantone, Mario Cavigelli (CVP/GR), bei «10vor10». Der Bund reagiert skeptisch.

Legende: Video 70 Millionen für die Wasserkraft abspielen. Laufzeit 4:12 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.05.2013.

Die Gebirgskantone lobbyieren in Bern für Millionen-Subventionen: «Jährlich 70 Millionen Franken» möchte Mario Cavigelli aus dem Fördertopf der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) zugunsten grosser Wasserkraftwerksprojekte umlenken. Die sehr tiefen Strompreise würden Investitionen in neue Wasserkraftwerke und wichtige Ausbauten verhindern, so der Präsident der Konferenz der Gebirgskantone.

Ohne Ausbau der Wasserkraft sei der Atomausstieg aber nicht zu schaffen. Deshalb müsse der Bund jetzt neu auch den Bau grosser Wasserkraftwerksprojekte subventionieren, fordert Cavigelli. 

Das Bundesamt für Energie wehrt ab

«Das Klagen gehört in der Schweiz und in Europa zurzeit zu dieser Branche», sagt Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie zu diesen Forderungen. Die Strompreise in Europa seien gegenwärtig tatsächlich sehr tief. «Wir sehen, dass etwas getan werden muss», sagt Steinmann gegenüber «10vor10». Aber noch mehr Subventionen könnten nicht die Lösung sein, so Steinmann weiter. 

Teure und ineffiziente Förderung von Mini-Kraftwerken

Mario Cavigelli sagt, sein Konzept würde die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr kosten. Heute subventioniert der Bund nur sogenannte Kleinwasserkraftwerke. «Das ist beinahe ein Paradebeispiel, wie man die erneuerbaren Energien nicht fördern sollte», sagt Cavigelli. Die vielen Mini-Kraftwerke würden viel kosten, aber nur wenig Strom produzieren.

Er möchte die Subventionen für die Kleinwasserkraftwerke kürzen und so die grossen Projekte fördern. Der Interessenverband der Kleinwasserkraftwerk-Besitzer kündigt heftigen Widerstand gegen diese Umbau-Pläne an.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Höhener, Zürich
    Echt mühsam...Würde gerne den Studenten einen Video vom neuen SRF Portal zeigen...nichts geht! Lediglich das "Sandührli" lauft...so muss ich halt auf Deutsche Sender zugriefen, sind irgenwie einfach zuverlässiger...Schade
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  • Kommentar von Andri Florin, 8802 Kilchberg
    Zürcher Kirchgemeinden boten Patengemeinden in Graubünden früher die Hand. Weil der Strom dort oben produziert und danach erst viel weiter weg, im Kantonsgebiet von Zürich, verteuert und dort versteuert wurde - hat man sich deshalb zu so etwas verpflichtet gefühlt? Später hat man unter Verweis auf die atomare Produktionsvolumen die Wasserkraft vernachlässigt und damit das Gebirge grad nochmals benachteiligt, wo man junge Menschen holte für den wachsenden Bedarf im Unterland. Auch diese wurden ..
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    1. Antwort von Alex Kramer, ZH
      @ Florin: Bitte vergessen Sie die Wasserzinsen nicht, die man den Gemeinden bezahlt, ebenso nicht die Arbeitsplätze in den Stau- und Kraftwerken, sowie das lokale Nebengewerbe, welches auch noch profitiert. Das mit der künstlich verbilligten Atomenergie ist das Problem der Quersubventionierung innerhalb der Konzerne, wo die Kostentransparenz der KKW mit der drohenden Stillegung bewusst vermieden wird. Zahlen werden wir darum sowieso...und ein paar Wenige zocken ab.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Die einzige Lösung ist die Erfindung effizienter Batterien. Jedem Land/Haus/Block seine eigene Stromversorgung durch Solarkaft, dann können wir unsre Gewässer samt ihren Bewohnern endlich in Ruhe lassen und auch auf weitere Verschandelungen der Landschaft durch diese scheusslichen, wenig Nutzen bringenden Windräder verzichten. Es wurden seit dem 2. Weltkrieg Milliarden in die Atomforschung gepumpt, höchste Zeit, die Gelder in die Solarforschung fliessen zu lassen.
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