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Ein Autolenker muss blasen.
Legende: Alkohol am Steuer wird immer seltener. Keystone
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Schweiz Weniger Alkohol – weniger Unfälle

Die Senkung der Promillegrenze von 0,8 auf 0,5 vor fast zehn Jahren wirkt sich positiv auf die Strassensicherheit aus. Die Zahl schwerer Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss ging um 20 Prozent zurück.

Vor der Verschärfung des Strassenverkehrsgesetzes 2005 ereigneten sich auf Schweizer Strassen pro Jahr rund 630 Unfälle mit Schwerverletzten, bei denen Alkohol im Spiel war. Hinzu kamen 80 Unfälle mit Toten. In den letzten Jahren hat sich die Zahl bei 500 respektive 50 Unfällen eingependelt, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) in einer Evaluation schreibt.

Audio
Tiefere Promillegrenze – weniger Unfälle
aus SRF 4 News aktuell vom 05.05.2014.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 31 Sekunden.

2005 fiel allerdings nicht nur die Promillegrenze. Das Parlament hatte auch weitere Massnahmen beschlossen, die zu systematischeren Alkoholtests führten.

Zudem schufen die Polizeikorps schon vor der Reform mehr Alkoholtestgeräte an, was ebenfalls zu mehr Tests führte. Der Rückgang der Unfälle lässt sich entsprechend nicht alleine mit der 0,5-Promillegrenze erklären.

Legende:
Strassenverkehrsunfälle insgesamt und mit Schwerverletzten mit mutmasslichem Alkoholeinfluss Bundesamt für Strassen (ASTRA)

Weniger sind angetrunken unterwegs

Aus Sicht der Statistiker gibt es aber auch weitere Anzeichen dafür, dass Alkohol am Steuer immer seltener wird. So geben in Umfragen unter anderem immer weniger Personen an, gelegentlich alkoholisiert Auto zu fahren. Bei Alkoholtests ist der Anteil positiver Resultate ebenfalls rückläufig.

Schliesslich dürfte der Rückgang bei den Unfallzahlen laut BFS auch mit der präventiven Wirkung der öffentlichen Diskussionen und Informationskampagnen zu erklären sein. Ein kausaler Zusammenhang liess sich aber nicht nachweisen.

Legende:
Strassenverkehrsunfälle mit Getöteten unter mutmasslichem Alkoholeinfluss Bundesamt für Strassen (ASTRA)

Grenze bei 0,5 Promille ist akzeptiert

Die tiefere Promillegrenze geniesst in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz, wie das BFS aufgrund von Meinungsumfragen herausfand. Befürworteten 2001 noch 65 Prozent der Fahrzeuglenker diese Grenze, stieg dieser Anteil 2012 auf schon 87 Prozent. Das heisst, neun von zehn Befragten waren dafür.

Über die umfassende Evaluation, die das BFS Ende April online stellte, berichtete die «Neue Zürcher Zeitung». Nebst Statistiken berief sich das Bundesamt auch auf Umfragen zur Strassensicherheit.

Video
Die Promille-Senkung zeigt Erfolge
Aus 10 vor 10 vom 18.08.2005.
abspielen. Laufzeit 4 Minuten 9 Sekunden.

Bei ihrer Einführung 2005 sorgte die neue Regelung noch für Kontroversen. Vor allem die Gastronomie wehrte sich dagegen mit dem Argument, die Verschärfung des Gesetzes gefährde die Existenz vieler Restaurants. Die Sendung «10vor10» berichtete damals ausführlich über die Debatte rund um die neue Promille-Grenze, welche nach ihrer Einführung bereits zu einem signifikanten Rückgang der Unfälle führte.

Weitere Massnahmen zur Strassensicherheit

Um die Unfallzahlen insgesamt zu senken, sind im Rahmen des Programms «Via Sicura» in den vergangenen Jahren nebst der Senkung der Promillegrenze weitere Massnahmen eingeführt worden oder geplant. Seit 2013 werden Raser schärfer angepackt und seit Anfang 2014 müssen Autofahrer beispielsweise auch tagsüber mit Licht fahren. Weitere Verschärfungen folgen 2015, unter anderem auch gegen Alkohol am Steuer.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Zuber , Aarau
    Ich finde diese Statistik sagt nicht viel aus, sie berücksichtigt nur die Unfälle unter Alkoholeinfluss. Interessant würde ich finden ob die schweren Unfälle generell zurückgegangen sind.
  • Kommentar von Markus Schneider , Wohlen
    Eine gute Nachricht! Hurra, weniger Tote, weniger Verletzte. Freut euch doch einfach ab der guten Nachricht :)
  • Kommentar von H. Bernoulli , Zürich
    Die SVP war gegen die Senkung der Promillegrenze! Die SVP war also für weniger Sicherheit auf den Strassen, für mehr Unfälle! SVP wirbt gerne mit dem Slogan "für mehr Sicherheit"...verlogen wie so oft.