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Etwas mehr als 4700 Gesuche Weniger Asylbewerber im ersten Quartal

In den ersten drei Monaten des Jahres 2017 sind in der Schweiz 57 Prozent weniger Asylsuchende registriert worden.

Legende: Video Trügerische Entspannung im Asylbereich abspielen. Laufzeit 2:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.04.2017.
  • Etwas mehr als 4700 Asylgesuche sind in der Schweiz in den ersten drei Monaten dieses Jahres gestellt worden.
  • Das sind 57 Prozent weniger als im ersten Quartal 2016.
  • Der Bund rechnet aber mit einer deutlichen Zunahme der Gesuche, da die Lage in den Konfliktgebieten weiterhin unsicher ist.

Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist im ersten Quartal des Jahres 2017 auf 4731 Gesuche zurückgegangen. Das ist knapp ein Fünftel weniger als im vierten Quartal 2016. Dennoch bleibt die Lage angespannt.

Im Vergleich zur ausserordentlichen Migrationslage vor einem Jahr ist die Migration in Europa weitgehend wieder auf das Niveau vor 2015 zurückgegangen, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) mitteilte.

In der Schweiz ist die Zahl der Asylgesuche im ersten Quartal des laufenden Jahres deutlich gesunken – und zwar um 57 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Auch im Vergleich zum letzten Quartal 2016 waren es 1094 weniger Gesuche.

Ein Drittel weniger aus Eritrea

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den wichtigsten Herkunftsländern von Asylgesuchen. Gegenüber dem letzten Quartal 2016 nahm die Zahl der Gesuche aus Eritrea um 33 Prozent auf 939 ab. Dennoch bleibt es das wichtigste Herkunftsland.

Bei einem Drittel der Gesuche von Eritreern handelt es sich um Geburten von Kindern, deren Eltern im Asylprozess stehen. Zudem kamen im ersten Quartal 2017 mehrere Gruppen von Eritreern im Rahmen des Relocation-Programms in die Schweiz. Bei diesem Programm werden Asylsuchende, die schon in Italien oder Griechenland registriert wurden, auf andere europäische Staaten verteilt.

Legende:
Asylgesuche im ersten Quartal 2017 nach Nationen Total 4731 Gesuche SEM

Bis heute hat die Schweiz im Rahmen dieses Programms 767 Personen aufgenommen, 547 aus Italien und 220 aus Griechenland. Damit sollen diese beiden Dublin-Staaten, die an der EU-Aussengrenze mit sehr vielen Gesuchen konfrontiert sind, entlastet werden.

Eine rückläufige Entwicklung ist auch bei den Anträgen von Menschen aus Syrien zu beobachten. Bei den Syrern ging die Zahl um 15 Prozent auf 425 Gesuche zurück. An dritter Stelle folgt Guinea mit 339 Asylgesuchen, das sind 6 Prozent weniger als im letzten Quartal 2016.

Knapp 7700 Gesuche erledigt

Das SEM erledigte in den ersten drei Monaten des Jahres 7661 Asylgesuche in erster Instanz, 164 Gesuche weniger als im letzten Quartal 2016. Dabei erhielten 1715 Menschen Asyl. 2245 Personen wurden vorläufig aufgenommen. 3128 Gesuche wurden abgelehnt. Auf 1811 Gesuche wurde auf Grundlage des Dublin-Abkommens nicht eingetreten.

1917 Personen reisten in den ersten drei Monaten des Jahres aus der Schweiz aus oder wurden zurückgeführt. Im Vorquartal waren es noch 1987. 484 Personen reisten kontrolliert selbstständig aus, 791 Personen wurden in ihren Heimatstaat und 642 Personen in einen Dritt- oder Dublin-Staat zurückgeführt. Weitere 1985 Personen reisten zusätzlich unkontrolliert aus oder ihr Aufenthaltsort ist nicht bekannt.

Legende:
Asylstatistik Stand März 2017 Asylgesuche Neue Asylgesuche SEM

Mehr Asylsuchende erwartet

Im Januar und Februar 2017 seien wegen der guten Wetterbedingungen im Vergleich zum Vorjahr mehr Migranten in Süditalien angekommen, heisst es in der SEM-Mitteilung weiter. Auch in den kommenden Monaten dürfte die Zahl der Anlandungen in Italien jahreszeitlich bedingt weiter deutlich zunehmen.

Erwartungsgemäss würde deshalb auch die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz im Frühjahr steigen. Auf Monatsbasis legten die Gesuche im März denn auch wieder zu – von 1507 im Februar auf 1636.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Mit den türkischen Asylbewerbern kann etwas nicht stimmten; die NATO toleriere nur Mitglieder die sich an demokratische Werte halten. Entweder hat die NATO zweifelhafte Mitglieder oder solche Asylgesuche sind unbegründet. Es wäre eigentlich die Aufgabe unserer Medien dies kritisch zu hinterfragen.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Wenn weniger kommen, wer macht dann die schlecht bezahlte Arbeit in den Alters- und Pflegeheimen? Wer arbeitet zu Tiefstlöhnen in der Reinigung in Unternehmen, Hotels, Spitälern oder in Restaurants? Nur dank diesen Leuten, die auch Arbeit zu miesen Löhnen annehmen müssen, können wir uns so viel leisten. Diese Einsparnisse bei den Dienstleistungen sind insgesamt sicher höher als alle Kosten im Asylbereich und der Sozialhilfe danach.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Wenn ich sie richtig interpretiere, würden sie das Bleiberecht beschränken auf Leute, die selber für ihren Lebensunterhalt arbeiten??? Damit würde der Anteil von Asylbewerbern mit Bleiberecht auf 20% oder tiefer sinken.
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    2. Antwort von robert mathis (veritas)
      A.Bauert ich denke Sie verwechseln hier etwas Wesentliches,die Rede ist von den Massen Asylbewerebern die täglich neu ankommen...
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  • Kommentar von Arthur Pünter (puenti)
    Was soll mit dieser Beschwichtigung mit 57% weniger Asylsuchenden seitens des Bundes gesagt werden? Ruhe vor dem Sturm! Entscheidender ist, dass bereits wieder zu den 1715 neu anerkannten Asylsuchenden, zusätzlich 2245 Personen vorläufig defininiv aufgenommen wurden! Bilanz über die neuen Asylgesuche wird Ende 2017 gezogen.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Wieder der berühmte Beitrag, wenn es ernst wird mit der Zunahme von Migranten/ Flüchtlingen.
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