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Trügerischer Body-Mass-Index
Aus 10 vor 10 vom 31.01.2017.
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Trügerischer Body-Mass-Index Weniger dick als angenommen

25 Prozent der Stellungspflichtigen gelten bei der Aushebung als übergewichtig. Eine Studie des Bundesamtes für Gesundheit zeigt aber, rund die Hälfte davon ist nicht dick, sondern muskulös. Grund der Fehleinschätzung: der BMI. Jetzt setzt auch die Armee auf eine neue Messmethode.

Wie viel Körpergewicht ist noch gesund? In vielen Studien und im Alltag wird der Body-Mass-Index BMI als Mass aller Dinge genommen – obwohl unter Experten die Schwächen schon lange bekannt sind. «Der BMI ist ein einfacher Index und als Richtwert geeignet, aber vor allem bei Jungen differenziert er viel zu wenig», sagt Medizinprofessor Frank Rühli von der Universität Zürich gegenüber «10vor10». Der BMI unterscheidet nämlich nicht zwischen Muskeln und Fett. Viele Junge haben ein überdurchschnittliches Körpergewicht, aber sind dennoch fit und sportlich.

BAG-Studie: BMI und Bauchumfangmessung im Vergleich


BMI
Bauchumfangmessung
Bauchumfang/Körpergrösse
Normalgewicht
71 %
90.8 %84.6 %
Übergewicht
18.3 %
4.7 %
11.8 %
Adipös
6.7 %
4.5 %
3.6 %



Quelle: BAG

Jeder vierte Rekrut soll übergewichtig sein

Dennoch setzt die Aushebung der Stellungspflichtigen immer noch auf den BMI. Seit Jahrzehnten werden Zehntausende von jungen Erwachsenen bei der Aushebung für die Armee nach BMI-Kategorien eingeteilt. Gemäss BMI gilt jeder Vierte Stellungspflichtige als übergewichtig oder sogar fettleibig.

Dieser Wert ist viel zu hoch. Das haben die Forscher der Universität Zürich in einer Studie, die heute veröffentlicht wird, gezeigt. Der BMI misst das Verhältnis zwischen Körpergewicht und Körpergrösse. Für das Gesundheitsrisiko sind der Körperfettanteil und die Körperfettverteilung aber wichtiger. Eine einfache Methode zur Bestimmung des Fettanteils ist die Messung des Bauchumfangs.

Bauchumfang-Messung: 15 statt 25 Prozent «Übergewichtige»

Frank Rühli und seine Mitarbeiter haben letztes Jahr 1500 Stellungspflichtigen bei der Aushebung zusätzlich den Bauchumfang gemessen. Die Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit hat riesige Unterschiede an den Tag gebracht.

Gemäss BMI-Einteilung gelten 25 Prozent der jungen Schweizer als Übergewichtig oder sogar fettleibig. Mit der Bauchumfang-Methode sinkt dieser Wert auf rund 15 Prozent

Armee setzt auch künftig auf Bauchumfang-Messung

Auch dieser Wert sei nicht die letzte Wahrheit, aber die Erkenntnis sei klar: «Wichtig ist eine Kombination und das Wissen, dass wir deutlich weniger Übergewichtige im medizinischen Sinne haben», sagt Professor Frank Rühli.

Der BMI hat überhaupt nicht berücksichtigt, dass offensichtlich vor allem ein Teil der leicht «Übergewichtigen», also zwischen BMI 25 und 28, kräftig und fit sind und nicht übergewichtig in einem gesundheitsgefährdeten Sinne.

Die Armee will bei der Aushebung ab 2018 die Bauchumfangmessung standardmässig aufnehmen.

Legende:
Übergewicht bei der Aushebung Schweizer Rekruten Rekruten mit Übergewicht (25.0-29.9 kg pro m2) oder Adipositas (gleich oder mehr als 30.0 kg pro m2) in den Jahren 2004-2015. Bundesamt für Gesundheit
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3 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Ging aber lange bis man das gemerkt hat..... dass der von Rohkostknackern und Körnchenpicker, welche den Lebtaglang noch nie richtig körperlich arbeiten mussten, vom Bürotisch aus definierte BMI nichts taugt, ist seit mehr als 30 Jahren bekannt.
  • Kommentar von Joel Busch  (Joel)
    Dass der BMI nicht taugt hätte der Armee aber auch schon früher auffallen können. Gewicht durch Körpergrösse im Quadrat. So simpel wie die Formel, so grob ist auch der Index
  • Kommentar von Lucas Kunz  (L'art pour l'art)
    Wenn bei einer heutigen Armee immer noch der BMI angewandt wird ... na dann Gute-Nacht! Das dieser Index schwachsinnig ist, weiss man seit eh und je ...