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Referendum zum neuen Jagdgesetz lanciert
Aus Tagesschau vom 05.10.2019.
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Weniger Schutz für Wölfe Frei zum präventiven Abschuss

Im revidierten Jagdgesetz wurde der Schutz des Wolfes gelockert. Umweltverbänden geht dies zu weit. Pro Natura will ein Referendum lancieren.

Die Zahl der Wölfe in der Schweiz hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Wurden 2010 noch fünf Wölfe gezählt, waren es 2018 bereits mehr als 40. Von dieser Entwicklung geht eine Gefahr aus, darin ist sich eine Mehrheit im Parlament einig. Entsprechend wurde das Jagdgesetz revidiert, der Wolfs-Schutz gelockert.

Künftig soll nämlich der Abschuss von Wölfen schon möglich sein, bevor überhaupt Schaden entsteht – und dies neu auch in Wildtierschutzgebieten. Zudem sollen Kantone die Abschüsse selber regulieren können. Heute hat der Bund das letzte Wort. Dadurch könnte auch für weitere Tierarten der Schutz in Zukunft vom Bundesrat einfacher gelockert werden, etwa für den Luchs oder den Biber.

Doch das revidierte Gesetz geht Umweltverbänden wie Pro Natura zu weit. Er wird am Dienstag das Referendum lancieren.

Emotionale Debatte mit ungewissem Ausgang

In der Bergbevölkerung gebe es starke Stimmen gegen die Rückkehr des Wolfes, sagt Urs Leugger-Eggimann, Zentralsekretär Pro Natura. Er ist jedoch der Meinung, dass man es schaffen wird, eine Mehrheit davon zu überzeugen, dass die Rückkehr der Wölfe, oder auch Luchse, eine wichtige Bereicherung des Ökosystems darstellt.

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«Wir sind zuversichtlich, dass wir eine Mehrheit gegen die Gesetzesrevision gewinnen können»
Aus News-Clip vom 05.10.2019.
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Der Wolf breite sich zwar momentan aus, gleichzeitig befinde er sich jedoch in einer sensiblen Phase, erklärt Leugger-Eggimann weiter. «Es ist wichtig, dass diese geschützte Tierart in ihrer Ausbreitung gefördert wird, und nicht bereits jetzt dezimierend eingegriffen wird.»

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«Es ist wichtig, dass der Wolf in seiner Ausbreitung gefördert wird»
Aus News-Clip vom 05.10.2019.
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Politikwissenschafter Lukas Golder geht davon aus, dass das Referendum zustande kommt. Die Abstimmung dürfte aus seiner Sicht hochemotional werden. Denn ein deutlicher Graben zwischen in Bergregionen wohnhaften Personen und Städtern kann erwartet werden.

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Politikwissenschaftler Lukas Golder: «Es könnte sich ein deutlicher Graben auftun»
Aus News-Clip vom 05.10.2019.
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So würden wohl die in Bergregionen lebenden Personen eher die Gefahren kennen, wobei Städterinnen und Städter die Berge eher als ein Erholungs- und Erlebnisraum sehen – bevorzugterweise einen mit einer reichen Tierwelt.

Bei dieser emotionalen Debatte erwartet Golder auch, dass die Stimmen der Frauen mitentscheidend sein dürften. Diese haben laut dem Politikwissenschafter bei Tierschutzanliegen oft offene Ohren.

So sicher die Emotionalität dieser Frage also ist, so offen ist auch der Ausgang einer Abstimmung darüber.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    P. Hermann
    Ich glaube, Sie verwechseln Wölfe mit Bären !! Aas ist auch Fleisch !! Logisch gehören Nutztiere geschützt, doch aufgrund der Subventionen wird das nicht eingehalten.
    Deshalb ist es den Nutztier-Haltern doch egal, sie erhalten die gerissenen Tiere ja bezahlt.
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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Wieder typisch. Man wollte die Wölfe in CH - obwohl uns das Biotop, die unendliche Weite ohne Häuser fehlt. Schafe weiden ohne Schutz auf über 1800m und der Wolf (ein reiner Fleischfresser) hat Hunger. Nun einfach abschiessen - ziellos ein extrem intaktes Rudelgefüge - einfach reduzieren. Wir haben nun Luchs, Bär, Wolf in CH. Sie greifen keine Menschen an und sind sehr scheu. Der Mensch hat sich hier nicht einzumischen, spez. die Schafzüchter nicht. Sie verdienen nur Geld durch den Wolf !!!
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    1. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      P.Müller "der Wolf, ein reiner Fleischfresser" Falsch, Wölfe als Hundeartige fressen nicht nur Frischfleisch, sondern häufig auch Aas, räumen also auf. Weiter Essensreste oder Haushaltsabfälle und Früchte wie Beeren, Kirschen, Äpfel, Birnen u.Weintrauben. Es ist deshalb ein Unfug, dort, wo Wölfe eben vorkommen resp zu erwarten sind, ihnen ihren Frass auf dem Tablett zu servieren. Nutztiere gehören geschützt, auch gegen Marder und Fuchs, Dorfabfälle unter Verschluss, Beerenplantagen eingehagt usf
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  • Kommentar von Reto Albertini  (Reto Albertini)
    Soviel zu Biodiversität. Was dem Menschen nicht passt, wird entsorgt. Der Wolf ist Teil der Natur wie der Mensch auch. Schafwirtschaft die nur durch Subventionen aufrecht erhalten wird, welche notabene von den Städtern bezahlt wird, den aber abgesprochen wird mitzureden bei der Wolfsfrage. Zahlen, aber Mund halten! Der Wolf gehört zur Schweiz wie das Matterhorn und war schon hier bevor es unsere Schweiz gab.
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    1. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Albertini: Sie haben es perfekt auf den Punkt gebracht.
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