Wer sagt mir, ob die Schulreise stattfindet?

Einst beliebte Nummern wie Sport 164 oder RegioInfo 1600 sind kaum mehr gefragt. Internet und Smartphone machen den Service-Diensten am Telefon den Garaus. Die 1600 müsste eigentlich noch in diesem Jahr abgeschaltet werden.

Findet der Sporttag statt oder nicht? Früher gab darüber eine Stimme auf Band Auskunft, die man auf einer Kurznummer anwählte. Heute sind diese Service-Dienste immer seltener gefragt.

Kaum jemand braucht mehr die sprechende Uhr (161), das Wetter (162) gibt es übersichtlicher als App, auch Sportresultate (164) erhält man dort schneller, umfassender und übersichtlicher – mit einem Klick.

Vor zehn Jahren wurden die Service-Nummern noch 30 Millionen mal jährlich angewählt, bereits 2011 sank die Zahl auf 7 Millionen. Betrieben werden die Dienste von der Swisscom, Meteoschweiz, Viasuisse oder der SBB. Alle Anbieter melden einen Rückgang von rund 10 bis 15 Prozent jährlich.

Zu wenig Nachfrage

Die Verordnung des Bundes hält fest, dass eine Nummer nur weiter betrieben werden darf, wenn jährlich mehr als eine halbe Million Anrufe eintreffen. Meteoschweiz erhält noch 1,2 Millionen Anrufe jährlich, Sport 164 und die sprechende Uhr sind ebenfalls noch über dieser Grenze. Bereits weniger Anrufe erhalten Verkehrsinfo 163 von Viasuisse (im letzten Jahr 214‘000 Anrufe) und RegioInfo 1600, wo Swisscom Veranstaltungs-Informationen liefert.

Für die Verkehrsinformationen gilt eine Ausnahme: Nummern, die der Sicherheit dienen, müssen nicht abgeschaltet werden. Bei RegioInfo hingegen ist die Gesetzeslage klar: Die Nummer muss bis Ende 2015 abgeschaltet werden. Die Swisscom würde die Nummer gerne weiter betreiben.

Verordnung zur Rettung von 1600 anpassen?

Im Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ist man sich des Problems bewusst. Bakom-Jurist Matthias Hürlimann sagt: «Gestützt auf den jetzigen Wortlaut müsste die Kurznummer 1600 ausser Betrieb genommen werden.»

Gibt es also bald keine Infos zum Sporttag oder Freilichttheater mehr? Hürlimann wiegelt ab: «Es läuft in der Verwaltung ein Meinungsbildungsprozess, wie wir damit umgehen.» Möglich ist, dass noch vor Ende Jahr die Verordnung angepasst werden könnte. Die Swisscom würde das freuen, denn auch bei einigen hunderttausend Anrufen auf ihre Servicenummern kommt noch immer ein ansehnlicher Betrag zusammen.

Spätestens 2022 sollte aber definitiv Schluss sein mit Infos per Kurznummer. Dann müssen die Telefonnummern laut Verordnung nämlich abgeschaltet werden.

srf/fref;roso

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