Widerstand gegen genauere Fleischdeklaration

Wo Rindfleisch draufsteht, soll Rindfleisch drin sein – und nicht günstiges Pferdefleisch. Ein Jahr nach dem Pferdefleischskandal läuft schweizweit wieder eine Untersuchung von Rindfleischprodukten an. Und kommende Woche diskutiert das Parlament über Deklarationspflichten für Detailhändler.

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Parlament diskutiert Fleischdeklaration

2:09 min, aus Tagesschau vom 2.3.2014

Ob Lasagne oder andere Fertigprodukte: Der Pferdefleischskandal hat Spuren hinterlassen. Coop etwa hat die Fleischdeklarationen auf den Verpackungen angepasst und gibt bei Produkten mit mehr als zehn Prozent Fleisch die Herkunft an. Und hierbei heisst es immer: «Schweiz».

Eine erfreuliche Entwicklung, findet Sara Stalder vom Konsumentenschutz. «Coop hat hier eine Vorreiterrolle übernommen, weil das Unternehmen diese Angaben freiwillig macht. Vorgeschrieben ist es nicht.» Das will der Konsumentenschutz ändern und fordert schon länger die flächendeckende Einführung solcher Angaben. «Es muss ins Gesetz», fordert Stalder.

«Nicht praktikabel»

Dieser Wunsch fand letztes Jahr Gehör im Nationalrat. Er schlug vor, dass die Herkunft aller Rohstoffe in Lebensmitteln deklariert werden soll. Am kommenden Dienstag kommt der Vorschlag in den Ständerat.

Die zuständige Kommission hat die Ablehnung beantragt. «Wir haben nichts gegen freiwillige Angaben», sagt der Freiburger CVP-Ständerat Urs Schwaller. Man wehre sich aber gegen eine gesetzliche Vorschrift. «Das ist impraktikabel, vor allem aber schafft es ein neues Handelshemmnis», so Schwaller.

Auch ein Kompromissvorschlag, eine Deklaration ab einem Anteil von 20 Prozent, hat es im Ständerat schwer. Und so müssen interessierte Kunden vermutlich weiterhin auf die Detailhändler selbst hoffen.