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Schweiz Wie kann der Solarstrom besser genutzt werden?

Die Solarenergie boomt in der Schweiz. Aber sie hat einen Haken: Im Sommer und über Mittag hat es zu viel Sonnenstrom im Netz, im Winter zu wenig. Jetzt liegt eine Idee vor, um dieses Problem zu entschärfen.

Ein riesengrosses Solardach in Neuendorf
Legende: Die Einspeisevergütung für Solarstrom soll der Nachfrage angepasst werden. Keystone/Archiv

Wer eine kleine Solaranlage aufs Dach baut, bekommt seit dieser Woche vom Bund umgehend eine finanzielle Starthilfe, etwa ein Drittel der Investition. Und ab nächstem Monat braucht es für eine solche Anlage in den meisten Fällen gar keine Baubewilligung mehr.

Aber wenn jetzt immer mehr Hausbesitzer Solaranlagen bauen, wächst die Strom-Überproduktion zur Mittagszeit noch weiter. Dagegen müsse man etwas tun, sagt der Vizepräsident der Energiekommission des Nationalrats, Stefan Müller Altermatt (CVP): «Das Ziel ist, dass der Strom dann produziert wird, wenn wir ihn brauchen.»

Steuerung der Strommenge

Deshalb schlägt die Kommission jetzt einen finanzielle Anreiz vor: «Das erreichen wir, indem wir nicht den ganzen Tag über die gleiche Einspeiseprämie bezahlen.» Konkret: Wer am Mittag Strom einspeist, soll künftig zwei, drei Rappen weniger pro Kilowattstunde dafür erhalten. Wer am Morgen oder Abend einspeist, bekommt im Gegenzug mehr für seinen Strom. Und im Winter gibt's mehr Geld als im Sommer.

In der Branche stösst der Vorschlag auf Verständnis. Anlagen in den Bergen würden so attraktiver, sagt David Stickelberger vom Branchenverband Swissolar, denn dort scheint im Winter die Sonne öfter als im Mittelland.

Ost- und Westsolaranlagen werden lukrativ

Im Mittelland würde die Installation einer Solaranlage auch für Einfamilienhausbesitzer mit Dächern gegen Osten und Westen attraktiv. «Damit hat man das Maximum einmal morgens um zehn Uhr und nachmittags um zwei Uhr. So bricht man die mittägliche Produktionsspitze», sagt Stickelberger.

Zwar produzieren Dächer, die gegen Osten oder Westen ausgerichtet sind, 15 Prozent weniger Strom als Süddächer, aber mit der vorgeschlagenen finanziellen Regelung würden sie deutlich attraktiver als bis anhin.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Nicola Martinoni, Unterschächen
    Die Idee das man kann an bestimmte fixte Zeiten mehr oder wenig Strom haben ist bei Wind und Sonne nicht möglich. Solang das man kann nicht das Verbrauch steuern man kommt nicht weit. Boiler, Kühlschränke, Wärmepumpe, Waschmaschine, etc., müssen mit die KW kommunizieren, und Je nach bedarf und Möglichkeit ein und ausgeschaltet werden. Diese Kommunikationen Standards müssen schnell von Politik und/oder von Industrie definiert und für obligatorisch, auf alle neue Gerät eingebaut werden.
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  • Kommentar von Mike Huber, Wil
    Man sollte vorallem beim Verbrauch den Preis varieren und nicht beim Erzeugen. Ich kann nicht entscheiden wann die Sonne scheint und wann nicht. Ich kann jedoch entscheiden wann ich meinen Geschirrspüler laufen lasse und wann nicht.
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  • Kommentar von Kathrin Roth, Ins
    Mittags weniger für den produzierten Solarstrom bezahlen ist das eine - die Preise für die Verbraucher müssten dann ebenfalls angepasst werden. Mir ist klar, dass speichern von Strom schwierig ist. Daher müsste es attraktiv sein zu "Stromüberflusszeiten" die Boiler zu heizen oder Elektroautos aufzuladen. Das erfordert Arbeit und Engagement für die Elektrizitästswerke.
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