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Schweiz Wie lange ist der Rest des Bankgeheimnisses noch zu halten?

Jubel in Brüssel: Wenn Luxemburg und Österreich das Bankgeheimnis aufgeben, kann die EU-Kommission den Druck auf die Schweiz erhöhen. An der Einführung des automatischen Informationsaustauschs dürfte dann kaum mehr ein Weg vorbeiführen.

Legende: Video Bankgeheimnis in der EU abspielen. Laufzeit 03:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.04.2013.

Das Bankgeheimnis ist keine Schweizer Exklusivität. Auch in Luxemburg oder Österreich können Bürger anderer EU-Länder ihr Geld noch vor den Steuerbehörden verstecken. Auch diese beiden Länder schicken nur eine Art Verrechnungssteuer auf Zinsgewinne zum Beispiel nach Berlin. Die Namen von deutschen Bankkunden und die Zahlen über deren Konten werden geheim gehalten.

Koffer voller Bündel Schweizer Franken.
Legende: Der Druck auf Besitzer unversteuerter Gelder dürfte weiter zunehmen. Keystone

Dabei gilt in der EU eigentlich der automatische Informationsaustausch als Standard. Doch Österreich und Luxemburg profitieren noch von einer Übergangsregelung. Sie dürfen ihr Bankgeheimnis behalten, bis die EU ihr Steuerabkommen mit der Schweiz erneuert hat. Darauf einigten sich die EU-Finanzminister vor zehn Jahren.

Damit sei das Bankgeheimnis für immer gesichert, jubelte der österreichische Finanzminister damals. Und tatsächlich erwies sich das Arrangement als ewiges Provisorium. Dank eines Doppelspiels Österreichs und Luxemburgs, das ebenso durchsichtig wie wirksam war: Beide Länder verwiesen zur Verteidigung ihrer Bankgeheimnisse auf die Schweiz. Und zugleich schützten sie das Schweizer Bankgeheimnis, indem sie Verhandlungen der EU-Kommission mit Bern über ein neues Steuerabkommen blockierten.

Druck aus den USA bringt alles ins Wanken

Das ging gut, bis die USA das Doppelspiel störten. Sie drohen seit ein paar Jahren damit, alle Banken aus dem grossen US-Markt rauszuwerfen, wenn ihre Herkunftsländer keine Informationen über amerikanische Bankkunden liefern. Das wirkt. Die Schweiz hat ein Abkommen unterzeichnet, Luxemburg und Österreich verhandeln mit den USA über einen automatischen Informationsaustausch.

Was aber Luxemburg und Österreich den USA bieten, müssen sie auch ihren EU-Partnern bieten. Das steht so in den EU-Verträgen. Darum ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ihre Bankgeheimnisse auch EU-intern fallen. Und damit auch das der Schweiz für EU-Bürger: Denn es existiert seit Jahren nur noch, weil Österreich und Luxemburg es brauchten, um ihre eigenen Bankgeheimnisse zu schützen.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von P.Pfenninger, Pratteln
    Kapiert's denn niemand?Es geht nicht um Steuerhinterziehung.Die wird man nie"ganz"in den Griff bekommen.Die USA spielt hier ein Wirtschafts/Geld-Krieg.Via Bankdaten können u.a.Transaktionen von globalen Konzernen u.solche von Staaten überwacht und analysiert werden.Am globalen Börsenmarkt wird damit manipuliert(Aquiriert/Fusioniert).Damit erreichen sie Folgendes:Sie behalten ihre Steueroasen u.erhöhen dadurch Devisenmengen(mehr Kunden)u.haben damit am Geldmarkt ein höheres Einsatz-Potential.
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  • Kommentar von Bruno Lustenberger, Luzern
    Kapiert's denn niemand? uns Schweizer nützt das Bankgeheimnis ja gar nichts. wir müssen alles offenlegen und deklarieren! Es schützt einzig und allein Ausländer (liebe SVP, ein Steilpass für euch). Und noch schlimmer, es schützt eben auch alle kriminellen Elemente die hier ihre ergaunerten Milliarden verstecken. Wer als EU-Bürger ehrlich versteuertes Geld bei uns in Sicherheit bringt hat auch ohne Bankgeheimnis nichts zu fürchten, sondern schätzt die Qualität de CH-er Banken. Wacht endlich auf!
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    1. Antwort von Thomas Wanner, Aarau
      Herr Lustenberger, haben Sie nicht mitbekommen, dass unsere SVP eine Volxinitiative plant zum Schutz des Bankgeheimnisses für Inländer ? Warum wohl ? weil es nichts nützt ?
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    2. Antwort von Walter Kathriner, Sarnen
      soo sind sie halt, die SVPler!! die haben noch nie etwas Nützliches gemacht!
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    3. Antwort von D.Sauber, Suhr
      @Wanner/Kathriner/Bitte denkt GLOBALER.Schweizer Nabelschau betreiben hilft nicht weiter.Es geht hier nicht um kleine Fische(uninteressant).Hai-Fische sind am jagen.Die wollen Transparenz.Sie erkennen dann besser,wo und was"gejagt"werden kann.Sollten je sämtliche Steuerhinterzieher entlarvt werden können,ging es dem Einzelnen(auch in der Schweiz)kein"Mü"besser.Für die"potenten"Hinterzieher gibt es immer wieder neue Schlupflöcher im Maschennetz.Behalten wir eine unseren letzten Privat-Schutz.
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  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    ach, die tapferen armen Schweizerlein!! werden ihrer krimminellen Energie beraubt!
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