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Schweiz Wie sicher sind unsere Ski-Helme?

87 Prozent aller Wintersportler tragen einen Ski-Helm. Der Helm schützt zwar, aber nicht in jedem Fall. Ab 30 Stundenkilometern wird es kritisch.

Seit dem schweren Ski-Unfall von Michael Schumacher steht die Frage nach der Sicherheit von Ski-Helmen im Mittelpunkt des Interesses.

Eine neue Studie des Berner Inselspitals zeigt, dass sich die Schwere der Verletzungen innerhalb der letzten zehn Jahre nicht reduziert haben. Und dies, obwohl der Helm sehr oft getragen wird – dies berichtet die Sonntags Zeitung.

Legende:
Skihelme Wie viele Skisportler tragen einen Helm? (in Prozent) BfU

Tests zeigen, dass der Ski-Helm bis maximal 30 Stundenkilometer schützt. Durchschnittliche Skifahrer sind aber rund 40 Stundenkilometer schnell und gute Skifahrer düsen mit bis zu 80 Stundenkilometern die Piste hinunter.

Doch immerhin ein Drittel der Verletzungen kann dank dem Kopfschutz vermieden werden. Für die Rettungskräfte ist das ein Segen, wie Rettungsarzt Stéphane Oggier gegenüber der «Tagesschau» erklärt: «Seit ein paar Jahren nehmen die schweren Kopfverletzungen ab. Vor zwanzig Jahren hatten wir pro Jahr noch häufiger Fälle von schweren Kopfverletzungen»

Einem Mann wird in einem Wintersportgeschäft ein Ski-Helm aufgesetzt.
Legende: Neue Helme beschallen den Fahrer mit Musik. Keystone

Musik im Helm lenkt ab

Mittlerweile sind viele Helme mit einer neuen Technik ausgestattet. «Man fühlt sich sicher. Und viele Helme haben auch noch Kopfhörer drin – zum Musikhören. Das spornt natürlich an. Viele fahren dann noch schneller», sagt Sportgeschäft-Inhaberin Noémie Kottelat. Zehn Prozent der Unfälle sind auf Kollisionen zurückzuführen: Unfälle, die vermieden werden könnten, würde der eigene Fahrstil angepasst.

Der Ski-Helm kann zwar lebensbedrohende Hirnschäden nicht verhindern, dafür aber Leben retten. François Payen, Leiter der Intensivstation im Spital Grenoble, erklärte den Unfall von Michael Schumacher folgendermassen: «Wenn wir die Heftigkeit des Sturzes anschauen, hat der Helm bis zu einem gewissen Grad geschützt. Jemand der diesen Sturz ohne Helm gemacht hätte, wäre höchstwahrscheinlich tot.»

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6 Kommentare

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  • Kommentar von U.S., Oberwil
    Totaler Sicherheitswahn macht sich breit. Man wird schon komisch angesehen, wenn man beim Skifahren keinen Helm trägt. Am besten sollte noch ein Rückenpanzer her... Tatsache aber ist, dass nun alle blochen wie die Wilden und sich in falscher Sicherheit wähnen.
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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    Wird dieser Artikel von den Sportausrüstern gesponsert? Man lese über die Studie bei den anderen Medien - hat man mehr davon.
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  • Kommentar von Walter Schwarb, Ueken
    Helme (jetzt mit Musik und bald mit GPS und eingebauter Google-Brille) vermitteln nur falsche Sicherheit, genau so wie 12 Airbags und kiloweise elektronische Helferlein in den Autos. Der Fahrer wähnt sich sicher, geht grössere Risiken ein, das Resultat ist das gleiche. Ohne Helm könnte man heranfahrende Skifahrer wenigstens hören. Die Sinne verkümmern durch immer mehr technische "Hilfe". Ich habe 30 Jahre Wintersport betrieben, ohne Helm, aber mit Auge und Ohr. Heute verzichte ich gerne darauf.
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    1. Antwort von Mit Helm, Zürich
      Super: "Ohne Helm könnte man heranfahrende Skifahrer wenigstens hören." Das ist doch genial, dann weiss ich im voraus dass einer in mich reinfährt. Herr Schwarb, haben Sie sich etwas überlegt als Sie diesen Satz schrieben? Also ich trage lieber einen Helm und habe dafür die milderen Verletzungen als dass ich 3 Sekunden im Voraus weiss, dass jemand in mich fährt und ich dann krasse Kopfverletzungen habe!!!
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    2. Antwort von Tom Duran, Basel
      Danke, danke! Ich denken da an die Offroader und Angeberautos mit 100 Assistenten: fahren können die Insassen deshalb aber trotzdem nicht! Dito wohl auch auf den Pisten etc. Leute, werdet mal vernünftig. Das virtuelle Leben endet nur in der Sackgasse! Lernt wieder richtig fahren, bitte!
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    3. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      @ den Zürcher mit Helm: Ein Helm mit Musikberieselung kann durchaus das Wahrnehmungsfeld massiv beschränken. Wenn Sie nix hören, nix sehen und wie ein Dodel dastehen, und jemand schafft's nicht mehr und hat Sie unfreiwillig auf's Korn genommen, dann haben Sie natürlich keine Chance, noch aus der Schusslinie es anderen wegzukommen. Bei Ihren 3 Sekunden hätten Sie viel Zeit zum auf die Seite treten.
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