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Schweiz «Wir fordern mit Nachdruck lebenslängliche Verwahrung»

Der Mord an einer Therapeutin hat die Schweiz schon bewegt, als er geschah. Jetzt steht der Verdächtige und geständige Täter vor Gericht. So wird die traurige Geschichte von 2013 nochmals aufgekocht. Besonders den Eltern der Ermordeten kommen die Emotionen wieder hoch.

Legende: Video Grosse Belastung für die Eltern der getöteten Sozialtherapeutin abspielen. Laufzeit 2:31 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 04.10.2016.

Der Fall der 2013 brutal ermordeten Sozialtherapeutin in Genf wird dieser Tage vor Gericht verhandelt. Der Angeklagte und geständige Täter scheint kaum Reue zu zeigen.

Am Mord-Prozess dabei sind auch die Eltern des Opfers. Sie haben SRF über ihre Gefühle erzählt und schildern ihre Erwartungen punkto Strafe.

SRF: Wie erleben Sie den Prozess?

Mutter von Adeline: Die ganzen Emotionen sind wieder hochgekommen. Wir sind wieder eingetaucht in die Gefühle, welche der Tod von Adeline ausgelöst hatten. Sehr starke Gefühle.

Wir erhoffen uns eine sehr strenge Bestrafung, eine lebenslange Verwahrung das werden wir mit Nachdruck fordern. Wir wollen sicher sein, dass diese Person niemals wieder auf freien Fuss kommt.

Warum würde die lebenslange Verwahrung für Sie einen Unterschied machen?

Vater von Adeline: Das ist eine Sicherheit für uns, wenn wir an unsere andere Tochter denken – und an die Grosskinder. Für sie beharren wir auf dieser Strafe.

Mutter: Es geht um die Sicherheit der ganzen Familie – aber auch der Gesellschaft. Ein solches Drama darf sich nie mehr wiederholen.

Der Täter sagte, er habe Adeline gar nicht töten wollen. Sie sei ihm einfach im Weg gestanden bei seiner Flucht. Wie erleben Sie eine solche Aussage?

Mutter: Er ist nie kohärent. Darum kann man ihm nichts glauben. Er ist ein unglaublicher Manipulator. Er versucht immer, die Dinge so auszulegen, dass sie zu seinem Vorteil gereichen. Und dafür ändert er seine Meinung dauernd.

Der Angeklagte sagte auch, dass er seine Tat bedauere. Glauben Sie das?

Mutter: Wir glauben ihm kein Wort. Er manipuliert seine Welt schon wieder. Das macht er nur, damit die Justiz ihn weniger hart anfasst. Bereuen tut der nichts. Er ist ein sadistischer Psychopath.

Können Sie nach diesem Prozess ein Kapitel abschliessen?

Mutter: Ja. Wenigstens, was die Medien und den juristischen Prozess angeht. Aber unsere Tochter ist nicht mehr da. Was der Täter gemacht hat ist irreparabel. Wir wollen ruhiger werden, den Frieden wieder finden. Aber unsere Tochter kommt nie mehr zurück.

Vater: Wir erhoffen uns eine Art Ausgeglichenheit. Diese zwei Wochen müssen wir jetzt überstehen. Danach sind wir hoffentlich ruhiger und werden mit Adeline sein.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Wer sich an die letzthin veröffentlichte Kriminal-Statistik erinnert und sich über immer mehr solche brutale Fälle, die uns Millionen kosten, äussert, wird zensuriert! Was nicht sein soll, ist nicht! Nur, irgend einmal nützen solche DDR-Methoden der Medienschaffenden nichts mehr! Irgend wann "chlöpft's", aber dann "zünftig"! Ich verstehe die Eltern ihrer brutal ermordeten Tochter sehr gut: Lebenslange Verwahrung ist die einzige Möglichkeit, solche Bestie der Gesellschaft fern zu halten!
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    1. Antwort von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
      Herr Bolliger, dass jemand wie dieser Täter ein spezieller Fall ist, wo ein Nachdenken für eine späterer Verwahrung angebracht ist, ist das eine - aber ich kann mich recht gut erinnern, wie Sie sich als wahrer tiefgläubiger Christ zum 1. August geouted hatten, als es um die neue Landeshymne ging - Sie benutzen hier den Begriff "Bestie" für einen Mitmenschen ... Jesus Christus hat seine Widersacher niemals als "Bestien" bezeichnet ...
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Alles andere wäre ein Hohn, eine Ohrfeige für das und viele anderen Opfer, dieses und der vielen andern Täter/Wiederholungstäter, welche durch die Inkompetenz der teuren Schweizer "Kuscheljustiz" frei herumlaufen und sich weitere Opfer holen können...
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  • Kommentar von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
    Was ich nicht versteh wieso lässt man solche Leute nur mit einer Begleitperson fahren, da müssten doch mindestens zwei sein.
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