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Schweiz «Wir müssen uns langfristig vom Wachstum verabschieden»

Schweizer Skigebiete werden in den nächsten 30 Jahren voraussichtlich schrumpfen, sagt ein Tourismus-Experte. Grund ist nicht nur der spärliche Schnee.

Noch zeigen die Schweizer Logiernächte in der Wintersaison nicht nach unten. Doch die Skigebiete werden mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen haben. Dies prognostiziert Christian Lässer, Professor für Tourismus an der Universität St. Gallen.

Dafür nennt er drei Hauptgründe:

  • Schweizer treiben weniger Wintersport
  • der teure Schweizer Franken hält ausländische Gäste ab
  • die Schweiz kämpft mit hohen Produktionskosten – sie ist teurer als die Konkurrenz

Auch die demografische Entwicklung spielt gegen den Wintersport. Die Zahl der jungen Bewegungshungrigen nimmt ab; die Zahl der Älteren, die es ruhiger angehen, nimmt zu.

Legende: Video Winter-Tourismus in der Krise abspielen. Laufzeit 00:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.12.2014.

Gegenmassnahmen sind bereits in Kraft: Man versucht, neue Gäste anzulocken: Expats, Junge oder gar Chinesen. Doch die Möglichkeiten seien begrenzt, sagt Lässer in der «Tagesschau». «Ein Chinese hat immerhin einen 10-Stunden-Flug bis zu uns.»

Könnten die Schweizer Anbieter nicht auch beim Angebot zulegen? Schliesslich schwärmen Schweizer Touristen oft von tollen Ferien in Österreich. Lässer winkt ab. Dies sei ein Trugschluss.

«Wenn Schweizer in Österreich in die Ferien gehen, können sie sich aufgrund des Preisunterschiedes bessere Hotels leisten als in der Schweiz.» Und wer mehr fürs Geld erhalte, sei natürlich auch zufriedener.

Deshalb ist für den Tourismus-Experten klar: «Wir müssen uns zunehmend auf ein Negativwachstum einstellen. Vielleicht schliessen wir nur einzelne Skilifte. Vielleicht aber auch Teile von Skiregionen.»

Chinesische Touristen posieren in Skiausrüstung
Legende: Noch sind sie da: Chinesische Touristen brettern auf dem Titlis. Keystone/symbolbild

Die Entwicklung vollziehe sich allerdings nicht von heute auf morgen – es bleibe genug Zeit, um die Gestaltung zu überdenken. Ein Trostpflaster bleibt: Ganz wird der Wintersport nach Ansicht von Lässer sicher nicht aus den Alpen verschwinden.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Ich habe gedacht, dass die Wähler, in der CH, die 75% ECOOP - NEIN abgestimmt haben, weiter wachsen wollen ? Nun kommen vermutlich weitere Berichte aus anderen Branchen die ähnlich tönen - die Probleme müssen nun die Damen und Herren lösen , die Millionen gegen eine ECO -CH aufgewendet haben . Wir hätten uns sehr schnell vom irren Wachstum verabschieden können , der BR weiss es nun sicher besser wie das geht , ich hatte JA gestimmt , darum gehöre ich eben zu den Verlierern.
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    So dumm können nur die (meisten) Schweizer sein (sorry). Naiv und blauäugig lassen sie sich zuerst bequatschen. Investoren reden grosskotzig von Traumrenditen und fast alle Schweizer nicken artig mit. Jahre danach sind die Investoren mit vollen Taschen weg und das jammern beginnt. Wie blöd muss man noch sein frage ich mich da? Aber he, wenn Läden mit Löli-Ambiente und Schnäppchenmärkte (Li.. und Al..) mit minderer Qualität überhand nehmen, dann wundert mich nichts! Schaltet wieder den Kopf ein!
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    1. Antwort von Peter Escher, Wallis
      Tom Duran, Basel / " Aber he, wenn Läden mit Löli-Ambiente und Schnäppchenmärkte (Li.. und Al..) mit minderer Qualität überhand nehmen, dann wundert mich nichts! Schaltet wieder den Kopf ein!" - DAS stimmt eben, leider, so nicht ; - Aldi & Lidl, bieten viele Guten Produkte "Preis-Günstiger" an, gemäss Kassensturz...
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  • Kommentar von Walter Mathys, Etziken
    Wir werden uns überhaupt vom Wachstum verabschieden müssen, denn wir sind schon lange auf dem Holzweg. Weniger ist mehr!! Kaufe ich heute ein z.B. Natel, ist es Morgen schon veraltet. Totaler "Hafechäs", der Mensch kann nicht mehr sich selbst sein, sonst ist er weg vom Fenster. Für was sind wir denn auf dieser Kugel???
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @W. Mathys: Das meinen eben Menschen nur, dass sie weg vom Fenster sind, wenn sie nicht immer die neusten Technologien besitzen. Für sie gilt:"Um Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allem ein Schaf sein." Und wer ausbricht & findet, dass ein ständiges Wachstum uns nicht gut tut & total gegen die Natur, auch diejenigen des Menschen ist, weil es uns auf Dauer krank macht, ist dann für diese ein schwarzes Schaf oder eben ewig gestrig.
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