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Schweiz Wird «Le Temps» von Freunden gerettet?

Die Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» steht zum Verkauf. Nun hat sich eine Gruppe von Freunden des Mediums gemeldet: Sie will die weitere Existenz der Zeitung sichern. Ob ihr das gelingt, ist noch offen.

Bild von Le Temps
Legende: «Le Temps» – Eine Traditionsblatt in der Westschweiz. Keystone/Archiv

Mehr als 600 Persönlichkeiten aus der Westschweiz haben den Aufruf des «Cercle des Amis du Temps» unterschrieben und so gezeigt, dass ihnen die Zeitung am Herzen liegt.

Unter den Freunden sind frühere Bundesräte wie Micheline Calmy-Rey und Pascal Couchepin. Aber auch Pascal Broulis, der Waadtländer Finanzdirektor, und weitere Vertreter aus Wirtschaft und Kultur. Das zeigt, wie wichtig diese Zeitung für die Westschweiz ist. Es ist nämlich das einzige überregionale Blatt mit Hintergründen und vertiefter Analyse.

Allerdings ist nicht klar, ob der «Cercle» in der Lage ist, die Zeitung ganz zu übernehmen. Das Hauptziel dieser Gruppe ist zu zeigen, dass es in der Westschweiz solvente Nachfolger gibt. Die Übernahme soll zwischen zehn und zwanzig Millionen Franken kosten.

Entscheiden werden Tamedia und Ringier. Mit der Bekanntgabe eines Entscheids im wird im Frühling gerechnet. Die beiden Besitzer haben erklärt, sie wollten das Angebot prüfen. Allerdings sei es relativ spät erst eingereicht worden.

Andere Interessenten

Andere Interessenten gibt es schon, jedoch nicht mehr viele. Einige wie Jean-Claude Biver, Besitzer einer Nobeluhrenmarke, sind abgesprungen. Auch die Genfer Wirtschaftszeitung l’Agefi ist nicht mehr interessiert. Im Spiel ist wahrscheinlich das Duo Blocher/Tettamanti und eine weitere Partei, die sich aber bedeckt gibt.

Wenn die jetzigen Besitzer keine valablen Käufer finden, behalten sie sich vor, die Zeitung ganz zu übernehmen, das heisst, dass Tamedia die Anteile von Ringier übernehmen könnte. Allerdings gäbe es dann ein Problem mit der Wettbewerbskommission. Denn zu Tamedia gehören die meisten grösseren Tageszeitungen in der Westschweiz.

Gerüchtemässig gehöre dieser Aspekt gar zur Strategie von Tamedia. Wenn die jetzigen Besitzer nach einer öffentlichen Ausschreibung sagen könnten, sie hätten keinen Käufer gefunden – so die Spekulation in der Westschweiz – könnten sie den Titel doch übernehmen dürfen.

Doch der bereits erwähnte Cercle des Amis du Temps will zeigen, dass es Alternativen zu dieser Notlösung gäbe und dass ein valables Angebot im Raum stehe. Wenn die Besitzer dieses nicht annehmen wollen, müssen sie sich erklären.

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