Risiko auf der Ferienfahrt Wohnmobil-Crashtest mit verheerenden Folgen

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Tod im Wohnmobil: Crashtest mit verheerenden Folgen

7:00 min, aus Kassensturz vom 4.4.2017

Das Wichtigste in Kürze:

  • «Kassensturz» schickt ein Wohnmobil zum Crashtest.
  • Das Mobil – bestückt mit fünf Dummies, die eine Familie simulieren – wird mit 40 km/h gegen die Wand gefahren.
  • Erschreckendes Ergebnis: Von den fünf Insassen hätten drei den Unfall wohl nicht überlebt.
  • Für eine sichere Fahrt sind einige Regeln zu beachten, zum Beispiel müssen alle Insassen angeschnallt sein.

«Kassensturz» hat in Zusammenarbeit mit Euroconsumers, TCS und den Konsumentensendungen «Patti Chiari» und «A Bon Entendeur» ein Wohnmobil frontal gegen die Wand krachen lassen. Dies simuliert die Frontalkollision auf der Strasse mit 40 Stundenkilometern. Der Test im Dynamic Test Center (DTC) bei Biel zeigt, wie gravierend ein solcher Unfall für nicht angegurtete Insassen ausgehen könnte.

Typische Feriensituation

Für die Frontalkollision wurde das Wohnmobil im DTC mit fünf Crash-Dummies präpariert. Im hinteren Teil des Wohnmobils simulieren die Dummies zwei Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, die auf dem Bett schlafen. In der Wagenmitte sitzt eine Jugendliche vor dem Laptop. Auf Fahrer- und Beifahrersitz befinden sich zwei Erwachsene, der Beifahrer mit den Füssen auf dem Armaturenbrett. Die Erwachsenen sind als Einzige wie vorgeschrieben angegurtet.

Gemäss Bernhard Gerster vom Dynamic Test Center ist dies eine typische Situation: «Auf der Fahrt in die Ferien ist die Versuchung gross, dass man es sich bequem macht. Fahrgäste sitzen während der Fahrt nicht auf ihren Plätzen und sind nicht angeschnallt, obwohl das Vorschrift ist.»

Dazu kommen im Wohnmobil Lebensmittel, Gepäck und Geschirr, welche fein säuberlich in den verschiedenen Kästchen des Wohnmobils verstaut wurden.

Nach dem Aufprall mit 40 km/h die erschütternde Bilanz: Von den fünf Insassen hätten drei den Unfall sehr wahrscheinlich nicht überlebt. Die beiden schlafenden Kinder katapultierte der Crash mit einer enormen Geschwindigkeit aus dem Bett. Ein Kind flog mit grosser Wucht vom Bett in die Fahrerkabine. Das zweite Kind prallte frontal gegen die Dusche, und das Mobiliar stürzte über ihm zusammen. Der dritte Dummy, die Jugendliche, wurde ebenfalls mit hoher Geschwindigkeit gegen den Fahrersitz geschleudert.

Dies wäre lebensgefährlich für das Kind, aber auch für den Fahrer. Obwohl er korrekt angegurtet war, drohen ihm schwere Verletzungen durch den Aufprall von hinten. Das gilt auch für viele Gegenstände, die beim Crash durch das Fahrzeug geschleudert werden. Viele Gegenstände, die zuvor sorgfältig verstaut wurden, flogen durch das Wohnmobil.

Das Fazit der Experten: Die drei Kinder hätten den Aufprall gemäss Experten wahrscheinlich nicht überlebt, die beiden Erwachsenen nur schwer verletzt. Vor allem der Beifahrer hätte starke Verletzungen erlitten, dies insbesondere wegen der falschen Position der Beine.

Sicherheitsvorschriften beachten

Das Tragen von Sicherheitsgurten ist auch im Wohnmobil obligatorisch, nicht nur für den Fahrer. Wären die Kinder in dieser Situation angegurtet gewesen, hätten sie den Unfall wahrscheinlich überlebt.

Ebenso wichtig wie das Angurten sei das richtige Beladen, sagt Bernhard Gerster vom DTC: «Schwere Gegenstände sollten vorne und möglichst weit unten im Wohnmobil verstaut werden. Und Gegenstände sollten möglichst immer gegen eine Wand anlehnen, damit sie bei einem Unfall keine Geschwindigkeit aufbauen können.»

Auch der Fahrstil muss entsprechend angepasst werden. Da ein Wohnmobil einen längeren Bremsweg hat, muss dementsprechend ein grösserer Abstand eingehalten werden. Das erlaubte Gesamtgewicht eines Wohnmobils von 3,5 Tonnen darf auf keinen Fall überschritten werden.

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