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Schweiz Zahl der Asylgesuche steigt in der Schweiz stark an

Die Krisen und Kriege in zahlreichen Ländern der Welt dauern weiter an und treiben immer mehr Menschen in die Flucht. Zu spüren bekommt dies auch die Schweiz: Die Zahl der Asylgesuche ist in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Zum Teil ist diese Zunahme aber auch saisonal bedingt.

Legende: Video Weiter steigende Asylzahlen abspielen. Laufzeit 03:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.07.2015.

Die jüngsten Zahlen der Schweizer Asylstatistik machen deutlich, dass immer mehr Menschen in der Schweiz Zuflucht suchen. So nahm im Juli die Zahl der Asylgesuche im Vergleich zum Vormonat um 1600 auf 3805 zu – das bedeutet ein Anstieg von fast 70 Prozent. Die steigende Tendenz war jedoch schon seit geraumer Zeit ersichtlich.

So haben von April bis Ende Juni 2015 total 7384 Menschen in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt. Das sind 2000 mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM, Link öffnet in einem neuen Fenster) mitteilt.

Zunahme auch wetterabhängig

Legende: Video Flüchtlinge auf Lesbos abspielen. Laufzeit 04:48 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.07.2015.

Diese Zunahme im zweiten Quartal ist erfahrungsgemäss auch saisonal bedingt. Aufgrund der anhaltenden Krisen in den Herkunfts- und Transitländern aber auch der besseren Witterung in den Sommermonaten treten laut SEM mehr Migranten die Reise über das zentrale Mittelmeer an. «Die warme Witterung, die die Überfahrt auf dem Mittelmeer begünstigen setzte früher ein», betonte Martin Reichlin vom SEM.

Die mit Abstand grösste Migrationsgruppe waren die Eritreer. 3238 Personen aus diesem afrikanischen Land stellten ein Aufnahmegesuch, gefolgt von Somalia (455), Sri Lanka (405 und Syrien (390).

Die Kantone seien jetzt einer hohen Belastung ausgesetzt, aber das SEM habe seine Prognosen frühzeitig bekanntgegeben, sodass sich alle Beteiligten vorbereiten konnten, erklärt Reichlin weiter. «Deshalb ist es bis heute gelungen wie das im Gesetz vorgesehen ist die Asylsuchenden aufzunehmen und zu registrieren.»

Das SEM geht davon aus, dass die Gesuchzahlen wie bereits in den vergangenen Jahren im Herbst wieder abnehmen und zum Jahresende im Bereich der Prognosen liegen werden.

Zunahme moderat im europäischen Vergleich

Auf das ganze erste Halbjahr 2015 bezogen haben in der Schweiz fast 12'000 Menschen ein Asylgesuch gestellt – eine Zunahme von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen seien im gesamteuropäischen Vergleich jedoch moderat ausgefallen, informierte das SEM weiter.

Von Januar bis Mai 2015 wurden in allen EU/Efta-Staaten rund 335'000 Gesuche gestellt, was einem Zuwachs von 68 Prozent im Vergleich zur selben Periode 2014 entspreche. Der Anteil der Schweiz an allen Asylgesuchen in Europa hat sich seit 2012 mehr als halbiert.

Für diese Entwicklung gebe es zwei Faktoren, erklärt SEM-Sprecher Reichlin. «Das eine sind die Massnahmen, welche die Schweiz 2012 ergriffen hat, um die schwach begründeten Asylgesuche zu vermeiden. Andererseits beobachten wir, dass die Migrationsroute über den Balkan dieses Jahr an Bedeutung gewonnen hat und somit kommen verhältnismässig weniger Asylsuchende über das Mittelmeer.»

Für das ganze Jahr 2015 rechnet das SEM mit rund 29'000 Asylgesuchen in der Schweiz.

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181 Kommentare

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  • Kommentar von S. Brun, Bern
    Das Hauptproblem ist nicht, dass so viele Fremde aus Afrika zu uns kommen. Das Hauptproblem ist, dass man diese Menschen und ihre Kultur als minderwertig, ja als Bedrohung für die Schweiz ansieht.
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  • Kommentar von Stefan Pfister, Zumikon
    Was soll daran schlimm sein, wenn die Asylenzahlen steigen? Menschen welche Hilfe brauchen lassen sich nicht in Zahlen nennen und abgrenzen tun. Jeder hat ein Recht geholfen zu werden. Was mich stört sind die Kritik an der Grünen Partei. Zuerst genau übernehmen was die Grünen sagen (danke, das beweist Grünen haben bestes Rezept und Ideen) dann aber die Grüne Partei verleumden und sie schlecht finden, man wähle sie nicht. Was ist denn so schlimm daran Grüne Partei zu wählen? Finde ich Schade
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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Die Schweiz kann stolz sein und der EU zeigen wie es geht, denn die sind ja gerade überfordert wenn sie nur 100 aufnehmen müssen, dabei sind ja sie in den Krieg gezogen mit der NATO!
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