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Reaktionen der Betroffenen
Aus Tagesschau vom 17.02.2021.
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Zustimmung, aber auch Kritik Lockerungs-Fahrplan des Bundesrats – das sind die Reaktionen

Die in Aussicht gestellten Lockerungen der Corona-Schutzmassnahmen werden begrüsst, aber nicht von allen.

Die Kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) haben sich für ein zurückhaltendes Vorgehen bei den Lockerungen der Corona-Massnahmen ausgesprochen. Angezeigt sei ein etappenweises Vorgehen mit mehreren kleinen Öffnungsschritten, um einen «Jo-Jo-Effekt» zu verhindern.

Aus der Sicht der Konferenz bestehe bei einer Stabilisierung der Zahlen auf dem aktuellen Niveau ein gewisser Spielraum für vorsichtige Lockerungen, wie sie der Bundesrat vorschlägt. Die Situation sei aber immer noch sehr instabil, so die GDK. Es bestünden Unsicherheiten durch die ansteckenderen neuen Virusvarianten.

SP: Wirtschaftshilfen kommen nicht an

Die SP begrüsst die vom Bundesrat angesichts der epidemiologischen Lage in Aussicht gestellten Lockerungsschritte. Die von den Bürgerlichen geforderte komplette Öffnung wäre aus Sicht der Partei verantwortungslos und würde die Fortschritte der letzten Wochen zunichtemachen.

Leere Terrasse auf der Rigi.
Legende: Ab 1. April soll der Restaurant-Betrieb im Freien wieder möglich sein. Keystone / Archiv

Unbefriedigend ist für die SP, dass die Wirtschaftshilfen nicht bei den Betroffenen ankämen. Die SP verlangt, mit einer klaren Exit-Strategie die vor der zweiten Welle gemachten Fehler und die entsprechenden «Jo-Jo-Effekte» zu vermeiden.

«Wir sollten nicht möglichst schnell, sondern möglichst sicher öffnen», erklärte Balthasar Glättli, Präsident der Grünen Partei Schweiz. Glättli kritisierte, dass man fast ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie noch immer nicht wisse, wo sich die Leute angesteckt hätten.

Für die Grünliberale Partei Schweiz (GLP) ist eine schrittweise Lockerung, eng abgestimmt mit der Wissenschaft, der richtige Weg, wie GLP-Präsident Jürg Grossen auf Twitter schrieb. Zu rasche Lockerungen, eine dritte Welle und erneute Verschärfungen wären aus seiner Sicht gesundheitlich und wirtschaftlich der «Worst Case» (der schlimmste Fall).

Die Mitte beurteilt den bundesrätlichen Vorschlag als eine erste Diskussionsgrundlage. Nun sei es an den Kantonen, die geplanten Öffnungsschritte gemeinsam zu beurteilen und eine klare und geeinte Haltung dazu zu präsentieren, schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. «Zudem begrüsst die Mitte, dass der Bundesrat endlich auch wieder eine Neuauflage der Covid-Kredite vorbereitet», heisst es weiter.

Kritik von Gastrosuisse

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Die Coronakrise werde auf dem Buckel des Gastgewerbes ausgetragen, sagt Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer. Trams, Busse und teils Läden seien voll – und die Infektionszahlen gingen trotzdem zurück, betont Platzer.

Man wolle die nächsten sieben Tage nutzen, um mit dem Bundesrat zu sprechen und die Kantone dazu auffordern, dass sie sich für die Gastronomie einsetzten, sagte Platzer.

Die FDP sieht in den Ankündigungen des Bundesrats eine erste Perspektive für die Menschen und Unternehmen in der Schweiz. Sie blieben aber noch recht vage und böten keine langfristige Planungssicherheit. Zudem benachteiligten sie die Gastronomie, die Kultur und den Sport weiterhin. Hingegen sei die Freigabe zusätzlicher finanzieller Unterstützungsbeiträge für Unternehmen und Arbeitslose zu begrüssen.

Kritik kommt von der SVP. Sie schreibt auf Twitter, es sei inakzeptabel, dass die «willkürliche und schädliche Corona-Politik» weitergeführt werden solle. SVP-Chef Marco Chiesa rief am Abend auf dem selben Kanal zum «Widerstand» gegen die «unberechenbare Politik des Bundesrates» auf - die Kantone sollten sich gegen «willkürliche Massnahmen» wehren.

Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) wirft dem Bundesrat eine zögerliche und mutlose Haltung vor. Trotz sinkender Zahlen und unbelegtem Ansteckungsrisiko würden unverhältnismässige Massnahmen aufrechterhalten, kritisiert der Dachverband des Gewerbes in einer Mitteilung. Der Gewerbeverband bekräftigt seine Forderung nach sofortigen Lockerungen und per 1. März nach einer vollständigen Öffnung.

Quelle: Bundesrat, 17.01.21* Der Bundesrat wird nach Konsultation der Kantone am 24. Februar definitiv über den ersten Öffnungsschritt entscheiden.LesesälenMuseenZoosErlebnisparks im AussenbereichBotanische GärtenFussballplätzenLeichtathletik-stadienTennisplätzeTennisplätzenDas hat der Bundesrat am 17. Februar kommuniziertÖffnung vonLockerungen1. Möglicher Öffnungsschritt ab dem 1. März* (Entscheid am 24.2.):Kunsteisbahnenim AussenbereichLädenErlaubnis für private Veranstaltungen mit bis zu 15 Personen im FreienJugendliche bis 18 Jahre sollen den meisten sportlichen und kulturellen Aktivitäten nachgehen können.Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit sollen wieder zugänglich sein.
Quelle: Bundesrat, 17.01.21** Voraussetzung dafür ist, dass epidemiologische Lage dies zulässt. Positivitätsrate soll unter 5 Prozent, die Auslastung der Intensivplät-ze mit Covid-19-Patienten unter 25 Prozent und die durchschnittliche Reproduktionszahl über die letzten 7 Tage unter 1 liegen, und die 14-Tages-Inzidenz am 24. März soll nicht höher sein als bei der Öffnung am 1. März. Diese Richtwerte sind kein Automatismus. Der Bundesrat wird bei seinem Entscheid die Kombination dieser Richtwerte beurteilen.RestaurantterrassenÖffnung vonLockerungen2. Möglicher Öffnungsschritt ab dem 1. April**:Kultur- und Sportveranstaltungen mit Publikum in eng begrenztem RahmenSport in Innenräumen
Quelle: Bundesrat, 17.01.21Kinder unter 12 Jahren sind ab sofort von der Testpflicht bei der Einreise ausgenommen.Personen, die sich aus geschäftlichen Gründen nur kurz in der Schweiz aufhalten, wie zum Beispiel Lastwagenfahrende, müssen kein Einreiseformular ausfüllen.Neben PCR-Tests sind neu auch Antigenschnelltest als Testnachweis für die Einreise zugelassen.Änderungen der Einreiseregeln ab sofort:

Tagesschau, 17.02.21, 19:30 Uhr;

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95 Kommentare

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  • Kommentar von Hansruedi Lauper  (caposano)
    Alles klar ....! Wir haben einen neuen Nationalzirkus, aber er kommt nicht ansatzweise
    an den Bestehenden ran, denn beim Knie arbeiten richtige Artisten und nicht von Steuergeldern bezahlte Clowns .... mehr gibts zu diesem Theater nicht zu sagen....
  • Kommentar von Claudia Dahinden  (Clausche)
    Ich persönlich finde „shoppen“ nicht unbedingt das wichtigste für die Volksgesundheit (auch wenn ich es dem Handel gönne!), während draussen Arbeitende nicht mal ein Mittagessen im Sitzen einnehmen können und Erwachsenen-Sport weiterhin komplett zu bleibt, genauso wie Schwimmbäder. Und weshalb Museen aber nicht Kinos?? Wenn draussen Tisch und Stühle aufgestellt werden mit Abstand, wo ist das Problem? Masken draussen bei ausreichend Abstand? Ich wünsche mir vernünftigen Menschenverstand.
  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Offen gesagt finde ich die Reaktionen des Gastroverbandes Affront gegenüber uns Bürgern. Es steht Euch nicht zu, das Erreichte gefährden zu wollen! So hart die Massnahmen für eEuch sein mögen, es rechtfertigt nicht Euer widerliches Geschrei. Die rappelvollen winterlichen Restaurant-Umluftfallen vor Weihnachten noch im Gedächtnis mit zum Teil nicht zugelassenen Plastikmundschutz beim Personal, liegt das einfach nicht drin! Ihr könnt es nicht!
    1. Antwort von Iris Fischer  (Seahorse)
      Am schlimmsten finde ich die gehässigkeit, die momentan herrscht...! Auch wenn man gegenteiliger meinung ist, sei es bei den massnahmen oder beim impfen, kann man trotzdem anständig miteinander reden und auch eine andere meinung stehen lassen.