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Kein Zutritt ohne Impfung?
Aus Echo der Zeit vom 17.12.2020.
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Zutritt nur mit Corona-Impfung SRF-User: «Wieso sollten Geimpfte auf ein Open Air verzichten?»

Zulassung an Partys nur für Geimpfte? Die SRF-Community sucht die Definition von Freiheit.

Zutritt nur für Corona-Geimpfte? Wieso nicht? Der Restaurantwirt, Clubbesitzer, Hauseigentümer hat ja das Recht, die Leute reinzulassen, die er will. Ebenso haben wir ja das Recht, eine derartige Kontrolle vor Ort abzulehnen. Das nennt sich Freiheit, solange wir können und dürfen und nicht müssen.
Autor: Hannes ZuberSRF-User

Es geht vor allem um die persönliche Definition von Freiheit auf der Suche der SRF Userinnen und User nach der Antwort zur Leitfrage aus dem Artikel «Zutritt nur für Corona-Geimpfte» – ist das zulässig?.

In der dazugehörigen, nicht repräsentativen Abstimmungen, an der rund 10'000 Personen teilnahmen, ist das Verdikt ein anderes als dasjenige von User Hannes Zuber oben. Zutritt nur für Geimpfte tangiere die Freiheit nicht, solange man ja weiterhin könne und dürfe und nicht müsse.

Rund 62 Prozent votieren dort dafür, dass Nicht-Geimpften allgemein ein Zutritt nicht verwehrt werden dürfte.

Eine Gesellschaft, die uns überall den Zutritt verweigern darf, ist keine demokratische Gesellschaft mehr. Sich bei jedem vorweisen zu müssen, ob man Allergiker ist oder nicht. Willkommen in Absurdistan.
Autor: Thomas SchneebeliSRF-User

Im Kommentar von User Thomas Schneebeli verbirgt sich die Hauptfrage. Er schreibt von einer «Zutrittsverweigerung überall», die unter diesen Umständen nicht mehr demokratisch sei. Im derzeitigen Epidemiengesetz ist aber klar definiert, dass nur für bestimmte Berufsgruppen ein Impfobligatorium eingeführt werden darf. Eine Ausweitung darüber hinaus wäre vorerst höchstens Diskussionsbasis für das Parlament.

Wird es letztlich einfach der Markt richten?

Eine komplizierte Frage im Spannungsfeld zwischen Einhaltung der Grundrechte und den notwendigen Sicherheitsmassnahmen zur Corona-Bekämpfung. User Andy Gasser sieht nicht ein, warum sich Geimpfte den Impfgegnern beugen müssen.

Wieso sollten Geimpfte auf ein Open Air verzichten, nur weil sich Impfgegner diskriminiert fühlen?
Autor: Andy GasserSRF-User

Neben dem gesetzlichen Aspekt stellt die SRF-Community die rein wirtschaftliche Frage in den Vordergrund.

Ich denke, diese Frage wird überbewertet. Es wird kaum einen Laden geben, oder eine Fluggesellschaft, welche alle Nicht-Geimpften abweist. Das können sie sich gar nicht leisten.
Autor: Markus HunzikerSRF-User

User Hunziker vertraut auf den Geschäftssinn der Unternehmer, welche sich hüten würden, eine Impfung zu verlangen für einen Zutritt. Das könne man sich gar nicht leisten. Für Läden und Fluggesellschaften stellt sich allerdings die Frage nach der Alternative zu einem Impfobligatorium. Konkurse nehmen mit der derzeitigen Lage zu. Ob eine Zulassung nur für Geimpfte nicht wenigstens ein Strohhalm für viele wäre, will Kommentator Thomas Spielmann dem Markt überlassen. Er werde es richten, ob mit oder ohne Impflicht mehr Zuschauer an ein Fussballspiel kommen.

Halte wenig von Zwang. Weder Zwang zum Impfen, noch Zwang, mit Impfverweigerern zusammen arbeiten zu müssen. Der Markt wird es richten. Wer als Zuschauer oder Athlet etwa an die Olympischen Spiele nach Japan reisen will, wird um eine Impfung nicht herumkommen. Aber jeder soll die Freiheit haben, ungeimpft auch in der Schweiz bleiben zu dürfen. Jeder Sportclub soll frei entscheiden können. Werden mit oder ohne Impfpflicht mehr Zuschauer an ein Fussballspiel kommen? Ich vertraue auf den Markt.
Autor: Thomas SpielmannSRF-User

Einigkeit herrscht in der SRF-Community darüber, dass für Personengruppen, die nicht geimpft werden können, Ausnahmen gelten sollten. Neben der Solidarität gegenüber denjenigen, welche einen Impfstoff nicht vertragen, gilt das Mitgefühl von Userin Katica Öri auch diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die finanziell in der Coronakrise «ihren Job verloren haben und noch ärmer werden». Denen könnte man mit einer Normalisierung der Umstände durch eine flächendeckende Impfung unter die Arme greifen.

Ich werde mich impfen lassen – nicht nur, weil ich zu den Risiko-Gruppen gehöre, sondern auch aus Solidarität zu den armen Menschen, die ihren Job verloren haben und noch ärmer werden oder Konkurs gehen, weil sie diese Massnahmen, welche unsere Wirtschaft killen, nicht mehr durchhalten können.
Autor: Katica ÖriSRF-Userin

Echo der Zeit, 18.12.2020, 18:00 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ein Beizer lässt nur geimpfte in sein Lokal. OK, Als Zulieferer beliefere ich nur Beizen die alle in ihr Lokal lassen. Solcherlei Spekulation führt zu nichts ausser einer art Rassismusdiskussion. Entweder der Staat schreibt etwas vor, und dann kann dagegen das Referendum ergriffen werden oder er schreibt es nicht vor. Oder es kann eine Volksinitiative für ein Obligatorium ergriffen werden.
    Wir haben alle demokr. Mittel für oder dagegen.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Sie können sich das wünschen, aber aktuell ist es nun mal so, dass alle privatrechtlichen Geschäfte, also alle die keinen staatlichen Bedien-Zwang haben, frei sind solche Bestimmungen einzuführen.
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  • Kommentar von Ursula Rheinganz  (UrsulaR)
    Um das Impfobligatorium in der Schweiz würde ich mir keine Gedanken machen. Das erledigt sich mit den Einreisebestimmung der anderen Länder. Reisen oder Ferien in I, ES, F, USA .... werden ohne Impfung nicht mehr möglich sein, die nächsten Jahre.
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    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Das können wir nicht wissen, aber es kann durchaus so kommen.
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  • Kommentar von André Piquerez  (Nemesis1988)
    Ein Impfobligatorium macht aus Sicht eines Unternehmens oder eines Konzert-Veranstalters eigentlich keinen Sinn. Weil der potentielle Schaden durch Infektionen an solchen Orten nicht sie selber betrifft. Der Schaden betrifft die Allgemeinheit oder das Gesundheitswesen und nicht z.B. eine Fluggesellschaft. Deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass praktisch kein Unternehmen eine Impfung verlangen wird. Nur wenn es durch die Behörden vorgeschrieben wäre.
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    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Der Schaden ist aber viel grösser, wenn er kurz vor dem Konzert alles abbrechen muss, weil es zufiele Coronafälle gibt. Also macht es eventuell Sinn, mit weniger Eintritte aber dafür sicher versnstalten.
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    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Doch, es kann sehr wohl Sinn machen. Insbesondere wenn z.B. die Anzahl Personen die zugelassen sind (ohne Impfpflicht) weiterhin auf 50 begrenzt bleibt. Organisieren Sie einmal ein Open Air mit 50 Zuhörern!
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    3. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Wenn ein Passagier einer Fluggesellschaft zum Beispiel in Neuseeland eine Coronawelle auslöst, kann dies Milliardenschäden für die Wirtschaft auslösen. Falls die Fluggesellschaften dafür verantwortlich gemacht werden können, würde es den Konkurs der Fluggesellschaft bedeuten. Ob das Risiko jemand eingehen wird? Ichdenke nicht.
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    4. Antwort von Damian Arnold  (DamianArnold)
      Die Veranstalter können und werden in der momentanen Handhabung aber für den potentiellen Schaden in die Verantwortung genommen. Daraus entsteht für sie selber auch auch ein „Schaden“. Es macht durchaus Sinn beispielsweise als Konzertveranstalter die Impfung zu verlangen um mögliche Folgen der Verantwortlichkeit für die Veranstaltung nicht zu riskieren. Ich denke nicht das Veranstalter bereit sind das Risiko für die Besucher/innen zu tragen, ohne das diese ihren Beitrag leisten. (z.B Impfung)
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