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Schweiz Zwei Premieren auf dem Rütli

Die traditionelle Bundesfeier auf der Rütliwiese wartete in diesem Jahr gleich mit zwei Neuerungen auf: Erstmals hielt mit Carla del Ponte eine Vertreterin des Tessins die Rede. Zudem hatte die neue Landeshymne ihren ersten grossen Auftritt.

Legende: Video Die Feier auf dem Rütli abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.08.2016.

Bei der diesjährigen Bundesfeier auf der Rütliwiese hat es gleich zwei Premieren gegeben: Erstmals hielt mit Carla del Ponte eine Vertreterin des Tessins die 1. August-Ansprache. Zudem sollte die Landeshymne erstmals mit einem neuen Text gesungen werden.

Del Ponte, ehemalige Bundesanwältin und Chefanklägerin des Jugoslawien-Tribunals, bezeichnete die Vielfältigkeit als grössten Schatz der Schweiz. Aus den vielen Sprachen und Kulturen gehe die Offenheit hervor, die die Schweiz für eine erfolgreiche Zukunft brauche. Toleranz, Offenheit und Dialog erlaubten es, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken – trotz des zurzeit hektischen und turbulenten Weltgeschehens. Die Angst aber sei ein schlechter Ratgeber, denn sie führe zu Stillstand und Isolation.

Offen sein für das Weltgeschehen

Gefahr drohe, wenn die Schweiz ihre Fähigkeit zur Offenheit verliere und damit auch ihre Lust, ihre Eigenheiten zu erklären und die der anderen zu verstehen, sagte Del Ponte. Dies zeige sich etwa in den internationalen Beziehungen, wo die Entscheide der Schweiz oft kaum verstanden würden.

Del Ponte zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Schweiz Lösungen finden werde. Das Land müsse sich an internationale Abkommen halten und offen sein für das Weltgeschehen. Sie dürfe dem Ausland gegenüber aber auch selbstbewusst und mit eigenen Vorstellungen auftreten. Den jüngst eröffneten Gotthard-Basistunnel bezeichnete die 69-Jährige als Beispiel dafür, wie die Schweiz die Zukunft meistern könne. Der Tunnel stehe für Erfindungsgabe und Einsatz, aber auch für Einheit und Offenheit.

Neue Hymne neben traditionellem Schweizerpsalm

Zur Bundesfeier auf der Rütliwiese oberhalb des Urnersees fanden sich in diesem Jahr 1400 ein. Gast war dieses Jahr das Schweizerische Rote Kreuz (SRK), das sein 150. Jubiläum feiert. Organisiert wird die Feier traditionell von der Rütliverwalterin, der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). Sie hatte 2014 einen Wettbewerb für einen neuen Text der Nationalhymne durchgeführt.

Der Siegertext von Werner Widmer – «Weisses Kreuz auf rotem Grund, unser Zeichen für den Bund» – stand bei der diesjährigen Rütlifeier erstmals auf dem Programm, neben dem traditionellen Schweizerpsalm, der nach Ansicht der SGG nicht mehr die Schweizer Realität abbildet.

Bundesräte auf Achse

Die Landesregierung war in diesem Jahr nicht auf dem Rütli vertreten. Die Bundesräte traten an verschiedenen anderen Orten auf. Das längste Programm – mit vier Auftritten – hatte Finanzminister Ueli Maurer. Der SVP-Magistrat wird in Sattel SZ, in Turbenthal im Zürcher Oberland, in Mühleberg bei Bern und in Mettmenstetten ZH auftreten. Zwei Auftritte absolvierte er bereits am Sonntag im Kanton Thurgau.

Je drei Mal wandten sich Bundespräsident Johann Schneider-Ammann (FDP) und Verteidigungsminister Guy Parmelin (SVP) ans Volk, beide in drei Sprachregionen. Schneider-Ammann wurde in Bussy-Chardonney VD zum Bauernbrunch erwartet und reiste nach Rümlang ZH und Affoltern im Emmental BE reisen. Im Tessiner Maggiatal war er schon am Sonntag.

Sportminister Parmelin besuchte unter anderem das Jugendsportzentrum von Tenero TI, und je einen Brunch auf einem Bauernhof in Münsingen BE sowie in Avenches VD. In Rorschach SG war er bereits am Sonntag Redner gewesen.

Nur je einen Auftritt hatten die Bundesrätinnen Simonetta Sommaruga (SP) und Doris Leuthard (CVP) sowie Aussenminister Didier Burkhalter (FDP). Leuthard wurde in Schaffhausen erwartet, Sommaruga in Steckborn TG. Burkhalter sprach in Vallorbe VD an der schweizerisch-französischen Grenze.

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52 Kommentare

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  • Kommentar von S. Steiner (Scott)
    Wenn wir schon eine neue Hymne ohne christlichen Text nötig haben, dann bitte auch gleich weg mit dem albernen Kreuz auf unserer Nationalflagge. Arme Schweiz...
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    1. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Soweit könnte es noch kommen, dass beispielsweise die Swiss aus Sicherheitsgründen das CH Kreuz auf der Heckflosse entfernen muss.
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    2. Antwort von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
      Jetzt müssten Sie nur uns noch sagen, was an dem Text spezifisch christlich sei! Christus - Jesus, der mit seinem Kreuzestot die Welt erlöst hat ... Wo kommt der vor? Es ist dort die Rede von einem "grossen Gott" - den finden Sie erstmal in allen 3 grossen monotheistischen Religionen, auch im Islam. Aber wenn man den Text liest, - der ist so unglaublich kitschig und schwulstig - dann wähnt man sich eher im pseudogermanischen Götterhimmel bei Richard Wagners Ring des Nibelungen ...
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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Neue Hymne - völlig überflüssig. Mir ist das aktuelle Ding gerade recht, weil die Mehrheit den Wortlaut nicht widergeben kann -:). Zeigt, wie unwichtig so ein Song ist. Zudem, wer mehr als 3 oder 4 Worte davon auswendig kennt, gehört für mich in die Kategorie "unheimlicher Patriot" -:). Kompromiss: Worte weglassen, nur noch den Sound spielen - und die Neue - nochmals: überflüssig!
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    In dieser alten Hymne wird Gott erwähnt und daran stören sich einige Leute aus ideologisch motivierten Gruenden. Nächsten verbannt man das Christentum auch noch aus allen Schulen und glaubt sich noch fortschrittlich und weltoffen zu sein. Wer aber seinen eigenen christlichen Glauben verleugnen muss, nur um sich modern und fortschrittlich zu fühlen, ist sich offensichtlich nicht bewusst, dass der damit auch einem repressiven, ideologischen Gedanken und Stroemung hinterher läuft. - nicht gut !
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