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Die Velo-Infrastruktur hinkt hinterher
Aus HeuteMorgen vom 27.07.2020.
abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
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Zweiräder dank Corona im Trend Deutschschweizer Städte reagieren bisher nicht auf den Veloboom

Die Coronakrise hat einen regelrechten Veloboom ausgelöst. Doch die Infrastruktur hinkt dem vielerorts hinterher.

Seit Beginn der Coronakrise Mitte März haben die Velofahrten in der Schweiz um 70 Prozent zugenommen, wie eine Studie der ETH Zürich zeigt. Nicht verändert hat sich aber die Fahrrad-Infrastruktur, kritisiert Pro Velo. Zürich beispielsweise habe hier eine Chance verpasst.

«Anstatt etwas für den Veloverkehr zu machen, waren die Schlagzeilen eher negativ. Mit gesperrten Velorouten entlang der Seeanlage, oder mit Umleitungen, die man fahren musste», sagt Yvonne Ehrensberger, Geschäftsführerin von Pro Velo Zürich. Sie findet, man hätte mutiger vorgehen und auch temporäre Velowege einrichten sollen, wie andere europäische Städte auch.

«Am Gesetz vorbei aufgemalt»

Davon hält man bei der Stadt Zürich gar nichts. Und zwar «weil das nicht nachhaltig gewesen wäre», wie Pio Sulzer, Sprecher des städtischen Tiefbauamtes, erklärt. «Nach dem Ende der Coronakrise hätten wir solche Sofortmassnahmen, die am Gesetz vorbei aufgemalt werden, wieder rückgängig machen müssen.»

Auch in Bern setzte man während des Corona-Lockdowns nicht auf Velo-, sondern auf Fussgängerförderung. Denn: «In der Sache Veloverkehr sind wir eigentlich schon unabhängig von Corona sehr ambitioniert unterwegs», findet Verkehrsplaner Jürgen Messmann.

Bern sei bei der Veloförderung tatsächlich vorne dabei, heisst es auch bei der Velo-Lobby. Dennoch hätte man sich gewünscht, dass andere Deutschschweizer Städte die Corona-Zeit genutzt hätten, um das Velo stärker zu fördern. «Für Städte wie Zürich, Luzern oder Basel wäre das die Chance gewesen», sagt Juerg Haener von Pro Velo Schweiz. «Die Situation für Velofahrer ist bei Weitem noch nicht befriedigend.»

Neue Velostreifen über Nacht

Ganz anders fällt das Velo-Engagement in der Romandie aus. Die Städte Genf und Lausanne haben als Folge der Coronakrise quasi über Nacht neue Velostreifen hin gepinselt und neue Zonen mit Tempo 20 und 30 geschaffen. Velo-Vertreter wie Haener hoffen, dass aufgrund des Velobooms jetzt auch durch die Deutschschweizer Städte ein Ruck geht und das Velonetz schneller ausgebaut wird.

Video
Aus dem Archiv: Der Kanton Genf setzt aufs Velo
Aus Schweiz aktuell vom 09.06.2020.
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SRF 4 News, Heute Morgen, 27. Juli 2020, 06:00 Uhr

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85 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Die meisten Velofahrer besitzen auch ein Auto. Somit muss da keiner mit irgendwelchen Steuern kommen. Jeder der mit dem Velo fährt, tut etwas für die Umwelt und sollte begünstigt werden. Als Autofahrer ärgern mich Velofahrer, wenn sie sich nicht an Verkehrsregeln halten und auf der Straße fahren, obwohl Nahe dran ein gut ausgebauter Veloweg ist. Als Velofahrer ärgern mich rücksichtslose Autofahrer, welche provozierend auffahren und besonders nah überholen. Bußgelder erhöhen oder einführen?
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    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      In den Städten ist das nicht der Fall, dort besitzen die meisten Velofahrer kein Auto!
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  • Kommentar von Marc Nager  (Manager)
    In Genf sind die Velostreifen tatsächlich wie Pilze aus dem Boden geschossen und alle Vélos dürfen fast überall auf dem Busstreifen fahren. Dass das alles wieder rückgängig gemacht wird, wie hier ein Politiker behauptet, ist so unwahrscheinlich, wie das Finden einer Anti-Coronaimpfung in den nächsten zwei Wochen.
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  • Kommentar von Marlies Artho  (marlies artho)
    Gut wenn das Velo mehr Infrastruktur braucht, da wäre auch hier eine separate Velosteuer, Parkgebühren wie bei den Autofahrer, Autofahrer bezahlen ja auch Verkehrssteuern. Für Velos braucht es auch Infrastruktur, darum wäre dies nicht mehr als Gleichberechtigung für alle die Strassen und Parkplätze nutzen. Umwandlung der Strassen in Velo Wege dies ist ja nicht gratis. Einfach hier meine Überlegung.
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