Offenes Rennen um Nationalratssitze bei Basler Bürgerlichen

Während die Linke den Wahlen gelassen entgegensehen kann, haben bei den Bürgerlichen nicht einmal die drei Bisherigen ihren Sitz einigermassen auf sicher. Die bürgerlichen Parteien haben auch noch nicht entschieden, wer mit wem eine Listenverbindung eingeht.

bs Parteienstärke Nationalratswahlen Basel-Stadt 1995-2011 BDP und GLP traten 2011 erstmals bei den nationalen Wahlen an.

Mit einem Wähleranteil von dreissig und mehr Prozent ist die SP seit Jahren die mit Abstand stärkste Partei im Kanton Basel-Stadt. Auf Platz zwei folgt seit 1999 die SVP. Diese liess gleich bei ihrem ersten Auftritt die traditionellen bürgerlichen Basler Parteien FDP und LDP hinter sich und schaffte auf Anhieb den Sprung in den Nationalrat. Vor allem die LDP, aber auch die CVP, haben seither weiter Wähleranteile verloren. Drittstärkste Kraft im Kanton ist das Grüne Bündnis von Grünen und BastA.

Aktuell haben die Bürgerlichen mit je einem Sitz für SVP, FDP und CVP die Mehrheit der fünf Basler Sitze im Nationalrat. Die beiden anderen Sitze sind in SP-Hand. Dieses Kräfteverhältnis gilt erst seit 2011. Zuvor hatte das linke Lager die Mehrheit: 2007 mit zwei SP-Sitzen und einem Grünen Sitz, 2003 mit drei SP-Sitzen.

Listenverbindung entscheidend

Aus eigener Kraft haben nur die SP und die SVP das Potential, sicher einen Sitz zu schaffen. Entscheidend sind deshalb die Listenverbindungen. Das Grüne Bündnis verlor 2011 seinen Sitz, weil der Listenpartner SP schwächelte - das Bündnis selber hatte seinen Wähleranteil sogar gesteigert.

Erfolg versprechende Allianz in der Mitte

Mit 13,4 Prozent war das Bündnis fast doppelt so stark wie die CVP (6,5 Prozent). Trotzdem gewann die CVP den Sitz dank einer geschickten Allianz, unter anderem mit der GLP.

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Bildlegende: Martina Bernasconi, GLP. Keystone

Diese Mitte-Allianz von CVP, GLP, EVP und BDP soll auch dieses Mal spielen und den Sitz verteidigen. Dabei könnte sich das interne Kräfteverhältnis allerdings verschieben.

So könnte der Bisherige Markus Lehmann ernsthafte Konkurrenz durch die Grünliberale Martina Bernasconi bekommen. Diese konnte durch ihren Wahlkampf bei der Ersatzwahl für Carlo Conti in die Basler Regierung ihren Bekanntheitsgrad steigern. Zwar unterlag sie Lukas Engelberger klar, brachte es aber auf überraschend viele Stimmen.

SVP im Alleingang

Die SVP als grösste bürgerliche Partei muss ohne Listenpartner ins Rennen steigen und aus eigener Kraft den Sitz von Parteipräsident Sebastian Frehner verteidigen. Mit einem Wählerpotential von gut 15 Prozent müsste ihr das eigentlich gelingen.

Heikler ist die Situation für die beiden liberalen Schwesterparteien FDP und LDP. Die Liberalen sind zu schwach, um im Alleingang einen Sitz zu erobern. Für die FDP ist dies eher möglich, aber riskant. Riskant ist aber auch eine Listenverbindung mit der LDP. Denn mit dem Erziehungsdirektor und früheren Nationalrat Christoph Eymann schickt die LDP eine bekannte Persönlichkeit ins Rennen. Und dieser könnte den FDP-Sitz gefährden, der 2012 vom verstorbenen Peter Malama an Daniel Stolz gegangen ist.

Rot-Grün will dritten Sitz zurück

Im linken Lager kann die SP den Wahlen entspannt entgegen sehen.

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Bildlegende: Haben gute Wahlchancen: Silvia Schenker und Beat Jans. Keystone

Ihre zwei Bisherigen Silvia Schenker und Beat Jans sind so gut wie wiedergewählt.

Die Linkspartei BastA und die Grünen treten gemeinsam als Grünes Bündnis an, das mit der SP eine Listenverbindung eingeht. Gemeinsam hoffen sie, den vor vier Jahren an die CVP verlorenen Sitz zurückzuerobern. Damals verlor die Grüne Anita Lachenmeier ihren Sitz, weil der Bündnispartner SP schwächelte. Lachender Dritter war Markus Lehmann, der in einer Mitte-Koalition den Sitz für die CVP holte.

Die Chancen dafür stehen allerdings nicht besonders gut. Denn nimmt man die verschiedenen kantonalen Wahlen der letzten Monate als Gradmesser, so scheint grüne Politik derzeit in der Wählergunst nicht besonders weit oben zu stehen.

Nationalräte Basel-Stadt

ParteiNamen
SP
Silvia Schenker, seit 2003
Beat Jans, seit 2010
SVP
Sebastian Frehner, seit 2010
FDP
Daniel Stolz, seit 2012 (für den verstorbenen Peter Malama)
CVP
Markus Lehmann, seit 2011

Regionaljournal Basel Baselland, 17:30 Uhr