Ständeratswahl Baselland: Christoph Buser bedrängt Claude Janiak

Die Baselbieter Bürgerlichen sind im Aufwind. Bei den kantonalen Wahlen konnten sie die SP aus der Regierung verdrängen und greifen nun SP-Ständerat Claude Janiak an. Ins Rennen geschickt wurde Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser (FDP). Hans Furer (GLP) will die Stimmen in der Mitte holen.

Der Ständeratssitz im Baselbiet ist seit Jahrzehnten in der Hand der SP oder der FDP. 1987 ging der Sitz von Eduard Belser (SP) an René Rhinow (FDP). Dieser wurde im Jahr 2000 von Hans Fünfschilling (FDP) abgelöst. 2007 folgte mit der Wahl von Claude Janiak dann wieder ein SP-Vertreter. Janiak wurde vor vier Jahren mit einem guten Wahlresultat im Amt bestätigt.

Baselbieter Bürgerliche im Aufwind

Lange galt die Wiederwahl von Claude Janiak diesen Herbst als sicher. Der Anwalt aus Binningen hat sich im Ständerat weit über die Kantonsgrenzen hinaus einen Namen gemacht, auch als Präsident des Nationalrats, dem er bis 2007 vor seiner Wahl in den Ständerat angehörte. Janiak tritt als moderater Linker auf und gilt deshalb sogar in bürgerlichen Kreisen als wählbar.

Mit dem kantonalen Wahlerfolg der Bürgerlichen am 8. Februar 2015, als FDP, CVP und SVP gemeinsam die SP aus der Regierung verdrängten, ist jedoch Janiaks Stuhl im «Stöckli» ins Wanken geraten.

Mit dem gleichen Rezept wie bei den kantonalen Wahlen wollen die Baselbieter Bürgerlichen auch im Herbst Erfolge feiern - auch bei der Ständeratswahl. Die Reihen zwischen FDP, SVP und CVP werden geschlossen, man tritt als eine starke bürgerliche Kraft auf und vermeidet Streitigkeiten unter den Parteien.

Kritik an Busers Doppelkandidatur

So stellt beispielsweise die SVP eigene Ansprüche zurück: Die SVP verzichtet als wählerstärkste Partei im Baselbiet auf eine eigene Kandidatur und lässt der FDP, wie auch schon bei den Regierungsratswahlen, den Vortritt. Eine interne Ausmarchung entschied Christoph Buser knapp für sich. Anlass zu Diskussionen innerhalb der FDP gab Busers Doppelkandidatur. So will Buser nicht nur in den Ständerat gewählt werden, sondern lässt sich auch als Kandidat für den Nationalrat aufstellen.

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Bildlegende: Maya Graf kandidiert für den Nationalrat. Sie stellt sich als Ständerätin nicht zur Verfügung. Keystone

Bei den Linken war nach dem Wahlerfolg der Bürgerlichen schnell klar, dass Zugpferd Claude Janiak nochmals zur Wahl antritt, auch wenn dieser schon im Pensionsalter ist. Die grüne Nationalrätin Maya Graf verzichtete auf eine eigene Ständeratskandidatur, mit der die Partei liebäugelte.

Offen ist, wohin im Herbst die Stimmen der Mitte gehen. So gibt es auch innerhalb der CVP Stimmen, denen die Nähe der FDP zur SVP missfällt.

Andere kritisieren die Macht und die Finanzkraft der Wirtschaftskammer. Claude Janiak fordert seinen Gegner Buser denn auch auf, offenzulegen, wer seinen Wahlkampf finanziere.

Hans Furer - Überraschungskandidat der Grünliberalen

Ziemlich überraschend haben die Baselbieter Grünliberalen am 20. Mai eine eigene Kandidatur für die Ständeratswahl beschlossen. Der 1955 geborene Rechtsanwalt und Landrat aus Bottmingen wurde an der GLP-Versammlung sowohl für den Ständerat wie auch für den Nationalrat nominiert. Bei der kleinen Kammer trete er als «Alternative für die Mitte-Wähler» gegen Janiak und Buser an. Furer hat als Mitte-Kandidat das Potential, Stimmen aus beiden Lagern zu holen.

Die Kandidaten

    • Portraibild janiak Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Claude Janiak Keystone

      Claude Janiak, SP

      Claude Janiak kandidiert im Herbst für seine dritte Legislatur im Ständerat; vor seiner Zeit im Stöckli politisierte er bereits acht Jahre im Nationalrat. Der 66-Jährige will also eine fünfte Legislatur in Bundesbern in Angriff nehmen. Entsprechend bekannt ist er unter der Bundeshauskuppel. Das landesweite Publikum wurde spätestens 2006 auf ihn aufmerksam, als der Baselbieter den Sitz des Nationalratspräsidenten und damit «höchsten Schweizers» innehatte. Die Scheinwerfer richten sich ansonsten v. a. bei Fragen rund ums Thema Staatsschutz (aktuell bei der Debatte ums Nachrichtendienstgesetz) regelmässig auf ihn.

    • Buser im Portrait Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Christoph Buser zvg

      Christoph Buser, FDP

      Christoph Buser sitzt seit 2007 für die Baselbieter FDP im Landrat und ist seit 2012 Direktor der Wirtschaftskammer. In dieser Funktion zählt er zu den einflussreichsten Personen in der Baselbieter Politik. Buser, Jahrgang 1971, tritt im Herbst nicht nur zur Ständeratswahl an, sondern ist auch auf der Nationalratsliste der Baselbieter FDP. Dies gab am Nominationsparteitag auch Anlass zur Kritik.

    • Porträt von Hans Furer. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Hans Furer zvg

      Hans Furer, GLP

      Hans Furer (1955) ist Rechtsanwalt und Landrat aus Bottmingen. Er ist auch Nationalratskandidat der Baselbieter Grünliberalen. Früher politisierte Furer für die FDP in Basel-Stadt. Furer, der privat auch Kunstsammler ist, wurde bei den Landratswahlen im Februar 2015 abgewählt. Zwar erzielte er ein gutes Resultat, wurde jedoch Opfer des komplizierten Baselbieter Wahlsystems: Sein Sitz ging aus arithmetischen Gründen an einen anderen Wahlkreis.

Die Kandidaten im Gespräch:

(Regionaljournal Basel Baselland, 17:30 Uhr)