«Warum wollen Sie vom Rathaus ins Bundeshaus wechseln?»

Fünf Wochen dauert es bis zu den eidgenössischen Wahlen vom 18. Oktober. Die heisse Phase des Wahlkampfs ist auch deutlich im Berner Rathaus zu spüren. Hier haben sich die Wahlbeobachterinnen und Wahlbeobachter an die Fersen jener Grossräte geheftet, die vom Rathaus ins Bundeshaus wechseln wollen.

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Die Wahlbeobachter

Die Wahlen 2015 durch die Brille junger Erwachsener: Auszubildende und Maturanden verfolgen den Wahlkampf, fühlen den Kandidaten auf den Zahn und berichten von ihren Erlebnissen. Die Serie entsteht in Zusammenarbeit mit den Berufsschulen Bern und Freiburg und mit dem Kollegium Brig.

Weitere Berichte finden Sie unter srf.ch/wahlen bei Ihrem Kanton.

Sie politisieren auf kantonaler Ebene und fühlen sich nun vom Bundeshaus magisch angezogen - all jene Politikerinnen und Politiker von links bis rechts, die am 18. Oktober für den Nationalrat kandidieren.

Zurzeit findet im Berner Rathaus die Herbstsession statt. Deshalb haben die Wahlbeobachterinnen und Wahlbeobachter des «Regionaljournals» den Grossräten den Puls gefühlt. Wahlbeobachterin Luzia Leuenberger stellte fest: «Sie sind alle sehr nervös. Ich hätte nie gedacht, dass im Berner Rathaus eine so angespannte Stimmung herrscht.»

Schlechte Zuhörer

Den Wahlbeobachtern ist aufgefallen, dass ein Grossteil der Parlamentarierinnen und Parlamentarier den Sprechern der Fraktionen, Kommissionen und den Mitgliedern der Regierung gar nicht zuhören. «Ich käme mir als Sprecher schön blöd vor, wenn mir der Saal nicht zuhören würde», sagt der junge Wahlbeobachter Mario Ammann.

Seine Kollegin Julia Gygax - die ebenfalls die Gewerblich Industrielle Berufsschule Bern besucht - ergänzt: «Mein Chef hätte gar keine Freude, wenn wir uns bei der Arbeit so verhalten würden.» Ein ewiges Kommen und Gehen, ein Durcheinandersprechen und schlecht Zuhören, würde der Lehrmeister von Gygax so nicht akzeptieren.