Zum Inhalt springen

Wahlbarometer SVP macht den besten Wahlkampf

Für die Wahlberechtigten macht die SVP den besten Wahlkampf, es folgen FDP und SP. Das zeigt das SRG-Wahlbarometer. Im Wahlkampf selber werde die Identifikation mit der Wahlkampagne immer wichtiger, sagt Claude Longchamp.

Sei es die flächendeckende Plakatierung, Wachhund Willy, der SVP-Song oder die Social-Media-Kampagne: Der SVP-Wahlkampf hat seit Anfang Juni klar an Schub gewonnen. Das merken auch die Wahlberechtigten – für sie macht die SVP den besten Wahlkampf 2015. Dies zeigt das letzte SRG-Wahlbarometer vor den Wahlen, durchgeführt vom Forschungsinstitut gfs.bern.

Legende: Video «Trends und Analysen zum letzten Wahlbarometer vor dem Urnengang» abspielen. Laufzeit 11:00 Minuten.
Aus Wahlbarometer vom 07.10.2015.

Die meisten Befragten nennen zwar noch immer die Antwort «weiss nicht» (29 Prozent), knapp dahinter folgt aber bereits der SVP-Wahlkampf mit 28 Prozent. Auf dem dritten Rang platziert ist mit grossem Abstand der Wahlkampf der FDP. Die SP macht aktuell für acht Prozent die beste Wahlkampagne. Die GLP und die BDP scheinen neben den grösseren Parteien etwas unterzugehen, denn sie werden nur selten bis gar nicht genannt (je 1 Prozent).

Sprachregionale Eigenheiten

In der Deutschschweiz wird der Wahlkampf der SVP mit Abstand als bester bewertet, gefolgt von jenem der FDP und der SP. Französischsprachige Wählende votieren ebenfalls am häufigsten zugunsten des SVP-Wahlkampfes, wenn auch weniger deutlich als Deutschschweizer.

Im Tessin punktet primär die Lega mit ihrem Wahlkampf, gefolgt von jenem der SVP und der FDP.

SVP-Wähler von eigener Kampagne überzeugt

Selbstredend ist, dass die meisten Parteiwählerschaften den Wahlkampf ihrer eigenen Partei als besten oder aber wenigstens als zweitbesten bezeichnen. Das ist bei 60 Prozent der SVP-Wählenden so, bei 50 Prozent der FDP-, bei 29 Prozent der CVP-, bei 27 Prozent der SP- und bei 25 Prozent der Grünen-Anhänger.

Bei Wählenden der BDP und GLP liegt der Wahlkampf der eignen Partei nicht an erster Stelle. Bei der BDP finden 30 Prozent die SVP sei spitze und nur 14 Prozent geben die eigene Partei an. GLP-Wählende befinden ebenfalls den Wahlkampf der SVP (19 Prozent) besser als den eigenen (8 Prozent.

«Die Identifikation mit der Wahlkampagne, verbunden mit ausgewählten Positionen der bevorzugten Partei, sind die zentralen Wahlgründe», erklärt Politikwissenschafter Claude Longchamp. Im Wahlkampf selber sei die Identifikation mit der Wahlkampagne wichtiger geworden. «Bei FDP, Grünen, BDP und GLP ist es heute sogar der wichtigste Grund.»

Eckwerte des Wahlbarometers

Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 23. und 30. September 2015 durchgeführt. Befragt wurden 2011 Personen. mehr

15 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Stefan Gämperle (Marlowe_)
    Meiner Meinung nach ist dies ein Zeichen dafür, dass sich die breite Masse zu einfach blenden lässt und sich nicht die Mühe macht Inhalte und Aussagen zu hinterfragen. Hauptsache es ist schön verpackt, der Inhalt ist Nebensache. Ein schlechtes Zeichen für unsere Gesellschaft.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Der Wahlkampf der SVP drückt nur den «Sauglattismus» aus. Wenn Politiker irgend welche Schlagergesänge loslassen, den chinesischen Hund Willy vergöttern, dann frage ich mich, wie können diese Leute eine seriöse Politik machen? Politik ist nicht «Bratwurst & Bier», sondern harte, seriöse Arbeit. Die SVP betreibt einen Walkampf auf sehr bescheidenem Niveau. Irgendwie erstaunlich, dass sie damit Erfolg hat. Sollte uns dies nicht zu denken geben? Ich finde, es sollte!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Beschämend aber finde ich schon etwas: Was steht mit 29% gemäss dieser Umfrage an der Spitze hier in Bezug darauf, wer den besten Wahlkampf mache? Eine dunkelgraue Säule, wo darunter geschrieben steht: "weiss nicht". Und das ist dann keine Titelzeile wert?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Nicht ganz unbekannte Philosophen und Philosophinnen, auch aus früheren Jahrhunderten und aus div. Kontinenten, hätten dieses "weiss nicht" ev. höher geschätzt, als es manche Leute offenbar bei manchen Umfrageinstituten aktuell tun.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen