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Wahlbarometer Wer Themen setzt, gewinnt

Nicht mit Köpfen oder mit Geld, sondern mit Themen gewinnen Parteien in der Schweiz ihre Wählerstimmen. Davon ist der Politologe Claude Longchamp überzeugt. Dies erkläre die guten Resultate von SVP und FDP im dritten SRG-Wahlbarometer.

Die Schweiz ist mitten im Wahlkampf für die Parlamentswahlen am 18. Oktober. Trotzdem antworten 35 Prozent der Befragten mit «weiss nicht», wenn sie nach dem besten Wahlkampf gefragt werden. Dies zeigt das dritte Wahlbarometer, welches das Forschungsinstitut gfs.bern durchgeführt hat.

Knapp ein Viertel der Befragten nennt die SVP, 13 Prozent die FDP. Zufälligerweise sind dies auch die Parteien, die zwischen April und Juli am meisten Geld für Wahlwerbung ausgegeben haben. Macht Geld einen guten Wahlkampf?

Legende: Video Claude Longchamp über das beste Wahlkampf-Rezept abspielen. Laufzeit 0:49 Minuten.
Aus News-Clip vom 09.09.2015.

Geld ist Silber, Reden ist Gold

«Der Zusammenhang zwischen Geld und Parteistärke ist relativ gering», sagt dazu Claude Longchamp, Leiter vom Forschungsinstitut gfs.bern. Zwar sehe man in diesem Jahr erstmals einen gewissen Zusammenhang bei der FDP und der SVP. Doch viel wichtiger als Geld bezeichnet der Politologe die langfristigte Kommunikation.

«Eine Partei muss an Profil gewinnen und Identifikation bei ihrer denkbaren Wählerschaft schaffen», lautet Longchamps Rezept. «Die entscheidende Frage: Welche Partei hat früh angefangen, Wahlkampf zu betreiben?» Die FDP als erstes und die SVP als zweites, sagt Longchamp.

Zudem müssten die Parteien ein Thema bewirtschaften, sagt der Politologe weiter. «Themen bestimmen diesen Wahlkampf – und nicht Köpfe.»

«Die CVP, die GLP und die SP haben gehofft, mit einer Volksinitiative punkten zu können», so Longchamp weiter. Doch keine dieser drei Parteien hätte damit ein Erfolgsrezept gehabt.

SVP und FDP dominieren die Medien

Das die SVP und die FDP einen Vor-Wahlkampf geführt haben, spiegelt sich auch in den Medien: SVP und FDP waren in den Medien im Juli und August überdurchschnittlich präsent, verglichen mit ihrem Wähleranteil bei den Wahlen 2011. Eine Auswertung des Forschungsinstituts FÖG der Universität Zürich zeigt: Zusammen erhielten SVP und FDP über 52 Prozent der medialen Berichterstattung.

Leicht überbewertet erscheinen auch die CVP und GPS, während
BDP und SP zu wenig thematisiert werden. Einzig bei der GLP stimmen
Medienpräsenz 2015 und Stimmenstärke 2011 genau überein.

Interessant überdies: Die Wahlkämpfe werden in den verschiedenen Sprachregionen ganz unterschiedlich aufgenommen. So ist die Kampagne der SVP in der französisch- und italienisch-sprachigen Schweiz viel weniger präsent als in der Deutschschweiz.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Haensenberger (Original Haensenberger)
    Will mir noch jemand sagen, dass ich nicht recht habe ? Es werden viele wo heute keine Veränderung oder keine Lösung will, in dem Bereich Asylprobleme sich die Finger verbrennen an den Problemen. Wer seine Fingerabdrücke verweigert abzugeben, oder seine Reisepapiere verweigert zu zeigen oder einfach verweigert seine Identitätsausweise abzugeben, hat was zu verheimlichen und kann nicht alles mit rechten Dingen zu und hergehen.
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Ich lasse mich lieber von Vernunft und realem Bewusstsein lenken und die sagen mir, keine grenzenlose PFK, keine absolut offenen Grenzen, aus Eritrea und anderen Afrikanischen Staaten kommen praktisch keine Flüchtlinge u.s.w. Jetzt fragt sich nur noch, wer und welche Partei mit mir Vernunft und Bewusstsein am ehesten teilt. Ich denke nicht einer Partei hinterher.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Zusammen erhielten SVP und FDP über 52 Prozent der medialen Berichterstattung." Ist mir doch egal. Der Toni Brunner, der gefühlt den 100. Kandidaten für den BR präsentiert, nervt mich höchstens. Und die meisten Wähler-Prozente zu haben, heisst ohnehin nicht, dass man mehr Qualität hätte in der Partei.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Wir müssten eigentlich ALLE sehnsüchtig darauf warten, dass die Vielschreiberin aus der "Stadt der Zukunft" sich nach den eidg. Wahlen als Bundesrats-Kandidatin aufstellen lässt! Wenn "andere" (bodenständige und für unsere bewährten Werte einstehende Politiker und sogar Parteipräsidenten) einem "höchstens nerven", könnte bestimmt unser Land ENDLICH mit Ursula Schüpbach vor den lästigen konservativen Werten entbunden werden! Das wäre doch eine gute Alternative, statt nur zu verunglimpfen!
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    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Nein, ich will direkt US-Präsidentin werden.
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