Verena Diener tritt nicht mehr an: «Niemand ist unersetzlich!»

Die Grünliberale Ständerätin des Kantons Zürich tritt bei den Wahlen im Herbst nicht mehr an. Nach acht Jahren im Ständerat und 40 Jahren Politik wolle sie nun jüngeren Vertretern den Vortritt lassen. Die Grünliberalen wollen ihren Ständeratssitz mit Martin Bäumle verteidigen.

Verena Diener tritt nicht mehr an

2:18 min, aus Schweiz aktuell vom 2.2.2015

Die 65-jährige Verena Diener tritt bei den Ständeratswahlen im Herbst 2015 nicht mehr an. Dies gab sie am Montagmorgen in Zürich bekannt. Sie habe lange überlegt, ob sie noch einmal eine Amtszeit anhängen solle, sagte Verena Diener. Acht Jahre im Ständerat und zuvor zwölf Jahre als Zürcher Regierungsrätin seien nun aber genug. «Niemand ist unersetzlich», sagte sie vor den Medien. Es sei gut, wenn nun Jüngere zum Zug kämen.

Martin Bäumle soll übernehmen

Die Grünliberalen des Kantons Zürich wollen den Sitz von Verena Diener nun mit dem Dübendorfer Stadtrat und Nationalrat Martin Bäumle verteidigen. Er sei zu diesem Schritt bereit, sagte er.

Die Grünliberale Partei verliert mit Verena Diener eines der nationalen Aushängeschilder. Die Zürcherin zählte 2004 – zusammen mit Parteipräsident Martin Bäumle – zu den Gründungsmitgliedern der GLP, als sich diese von den Grünen abspaltete.

Verena Diener vertrat den Kanton Zürich seit November 2007 im Ständerat. Zuvor war sie als Regierungsrätin des Kantons Zürich zwölf Jahre Vorsteherin der Gesundheitsdirektion. Von 1987-1998 war sie Nationalrätin der Grünen.

Die Parteien bringen sich in Stellung

Nachdem Verena Diener bei den Wahlen im Herbst auch nicht mehr antritt, ist die Ausgangslage eine neue. Beide Zürcher Sitze im Ständerat werden neu vergeben. Die FDP hat ihren Kandidaten bereits gekürt: Nationalrat Ruedi Noser soll Felix Gutzwillers Ständeratssitz verteidigen.

Für die Grünen kommt der doppelte Rücktritt unerwartet – und erwischt die Partei auf dem falschen Fuss. Nationalrat Bastien Girod hat bereits abgesagt. Balthasar Glättli hat sich noch nicht entschieden. Einen allfälligen Kandidaten oder eine Kandidatin wollen die Grünen erst nach den kantonalen Wahlen im April nominieren.

Bei der SP steht nach wie vor Nationalrat Daniel Jositsch im Vordergrund. Und auch die SVP scheint fündig geworden zu sein. Nach den Absagen von Rita Fuhrer und Natalie Rickli will sie nächste Woche eine Kandidatur präsentieren.

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