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Autohersteller wälzt CO2-Steuer auf Käufer ab
Aus Espresso vom 08.05.2020.
abspielen. Laufzeit 05:24 Minuten.
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Wegen CO2-Steuer? Plötzlich kostet das bestellte Auto 2700 Franken mehr

Eine Hörerin bestellt ein neues Auto. Nun soll sie zusätzlich bezahlen. Angeblich wegen der CO2-Strafsteuer.

Es war quasi Liebe auf den ersten Blick: Der Suzuki Jimny hat es einer «Espresso»-Hörerin aus der Ostschweiz angetan. Das Auto sieht aus wie ein kleiner Jeep, ist geländegängig und schafft auch schmale Bergstrassen problemlos. Dies ist wichtig für die Hörerin, denn sie wohnt abgelegen in den Hügeln des Appenzellerlandes.

Alles andere als ein energieeffizientes Auto

Das Problem: Die Technik des Jimny ist veraltet. Der kleine SUV braucht stolze neun Liter Benzin auf 100 Kilometer. Auf der Energieetikette ist er in der Kategorie F eingeteilt. «Der Jimny ist wie aus der Zeit gefallen. Die eingebaute Technik ist völlig veraltet. Entsprechend viel CO2 stösst das Auto aus», sagt Christoph Schreyer. Er ist beim Bundesamt für Energie für den energieeffizienten Verkehr zuständig.

Der aktuelle Grenzwert liegt 2020 bei 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Der Suzuki Jimny stösst 198 Gramm CO2 aus – mehr als doppelt so viel. Für den Importeur hat das eine happige Busse zur Folge. Denn für alle Autos, die über dem Grenzwert liegen, muss der Importeur eine CO2-Strafsteuer bezahlen.

Die «Espresso»-Hörerin bekommt im März von ihrer Autogarage ein Mail: «Leider ist Suzuki Automobile AG gezwungen, bei Fahrzeuglieferungen in die Schweiz die CO2-Strafsteuer von 7900 Franken zu begleichen. Ihnen wird 2700 Franken in Rechnung gestellt.» Sie könne auch vom Vertrag zurücktreten, heisst es im Mail weiter. Die Kundin fällt aus allen Wolken: «Die CO2-Strafsteuern waren beim Verkaufsgespräch nie ein Thema.»

Zusatzkosten sollten vor Kauf bekannt sein

Auch Christoph Schreyer vom Bundesamt für Energie staunt über die Begründung: «Von einer nachträglichen Überwälzung der CO2-Abgaben habe ich bis jetzt noch nie gehört.» Aus Sicht des Bundes sei es durchaus gewollt, dass auch die Kunden einen Teil der CO2-Abgaben bezahlen sollen. So könnten die Garagen energieeffiziente Autos günstiger anbieten und wenig effiziente Autos entsprechend verteuern. «Dies muss jedoch vor Vertragsabschluss geschehen und nicht im Nachhinein», so Schreyer.

Suzuki: «Ein Missverständnis»

Als «Espresso» bei Suzuki Schweiz nachfragt, heisst es, das sei ein Missverständnis. Das Suzuki-Werk in Japan habe den Preis erhöht und diese Preiserhöhung habe man der Kundin weitergeben müssen. Warum der Jimny zehn Prozent teurer wurde, konnte oder wollte die Medienstelle von Suzuki Schweiz nicht beantworten. Auch die betroffene Autogarage spricht nun von einem Fehler eines Mitarbeiters. Die Preiserhöhung habe nichts mit der CO2-Steuer zu tun.

Espresso, 08.05.20202, 08.13 Uhr

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78 Kommentare

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  • Kommentar von Noah Schmid  (Schmid)
    Die Einführung der CO2-Abgabe auf Autos wurde übrigens ironischerweise von der SVP unterstützt (von wegen böse Linke/Grüne und was nicht), weil die SVP unter anderem von Autoimporteur-Milliardären geführt wird und diese Steuer ein willkommenes Mittel zur Unterbindung des Direktimportmarktes gewesen ist. Die CO2-Abgabe musste nämlich insbesondere von den kleinen Direktimporteuren bezahlt werden, welche nicht wie die Generalimporteure von Flottenrabatten profitieren konnten.
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    1. Antwort von Irenne Irenne.emmetter  (Irenne)
      Das ist ja das Schöne and der svp. Es wird alles vertreten aber eigentlich bis auf die Bauern, nicht der typische svp Wähler. Aber für milionäre und Bauern haben sie immer ein Herz.
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  • Kommentar von Melchior Walcher  (melchiorwalcher)
    Solange das Auto in unserer Gesellschft den Stellenwert des goldenen Kalbes hat, wird sich auch mit dieser Pflästerli(co2-Abgabe)Politik nichts verändern. Die Karren sind ja eh alle viel zu billig (auch zu finanzieren) für das was sie alles verursachen. CO2 ist doch beileibe nicht das einzige Problem das dieser blecherne Wahnsinn der Gesellschaft aufbürdet. Dazu, dass sie Lebensraum vernichten schädigen sie sehr sehr viele mit zb. dem Lärm ganz direkt.
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  • Kommentar von Noah Schmid  (Schmid)
    1980 haben die Gebrüder Marreau mit einem Renault 4 die Wüstenrallye Paris Dakar mit dem beeindruckenden dritten Platz (!) im Gesamtklassement belegt. Der Renault 4 war und ist kein Geländewagen. Die Schweiz ist kein Wüstenland und es gibt schlicht keine einzige Naturstrasse, wo ein Geländewagen zwingend notwendig ist. Selbst ein Vierradantrieb lässt sich meistens nur schwer rechtfertigen. Das Jammern der Geländewagen-Liebhaber ist bei dieser
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    1. Antwort von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
      Dann kommen sie im Winter gern mal zu mir heim, wenn sie es schaffen. Man braucht 4WD nicht täglich, aber schon oft und ein wenig Bodenfreiheit hilft auch. Ich kenn asphaltierte Strassen wo ein normales Auto in der Mitte aufsetzt.
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    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Sascha Ehring: Es wird ja nichts verboten. Sie dürfen weiterhin einen SUV kaufen, wenn sie den Preis nicht scheuen. Wenn Sie dringend so ein Auto brauchen sind Sie ja sicher auch bereit den höheren Preis für Auto und Treibstoff zu bezahlen. Aber: Sie sind nicht repräsentativ für den Durchschnittsschweizer. Für 99% reicht ein normales Auto mit Vorderradantrieb, der ÖV oder das Velo.
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    3. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Herr Ehring.
      Sie würden staunen, wohin man mit guten Winterreifen nur mit Vorderradantrieb noch überall hinkommt.
      Im Youtube finden Sie ein Video wo einer mit einem Opel Olympia (29 PS) mit Hinterradantrieb 1937 und geringer Bodenfreiheit auf die Rigi gefahren ist. Weil schon damals das Autofahren auf Wanderwegen verboten war, wurde dem Herrn eine 500 Franken Busse aufgebrummt.
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    4. Antwort von Lily Mathys  (Alle vergeben)
      Darum haben wir im Winter ständig ein fremdes Auto vor unserer Garage, weil der Herr ein Auto ohne 4WD hat. Er hat das gleiche gedacht und musste seinen Karren gerade austauschen. Die Kurve ist sehr steil. In ZH mag das stimmen, aber bereisen Sie mal den Jura oder das Wallis im tiefen Winter ohne 4WD, am besten noch mit leichtem Auto. Sie werden frierend auf die FO/MGB warten.
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    5. Antwort von Udo Gerschler  (UG)
      Ich habe Allradantrieb und SUV und fühle mich damit sehr wohl.Der einzige der hier jammert sind sie das es solche guten Autos gibt.
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    6. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Na ja, in einer engen Kurve kann es sein, dass z.B. das innere Rad stark entlastet wird und wenn der Schwung fehlt und das Fahrzeug mit Vorderradantrieb keine Differentialsperre hat oder das Innenrad nicht automatisch gebremst wird, dann fährt man mit Einradantrieb (bzw. Innenrad dreht sozusagen in der Luft) und bleibt stecken. Steile Winterstrassen sind mir nicht fremd und bin trotzdem noch nie stecken geblieben, aber ich habe auch noch nie bei den Winterreifen gespart.
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    7. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Das freut mich doch für Sie Herr Gerschler. Mir persönlich sind sparsamere, parkierfreundlichere und Elchtest sichere Autos lieber. Wenn Sie das nächste Mal einen neuen SUV kaufen, jammern Sie einfach nicht, wenn Sie 10% CO2-Abgabe bezahlen müssen.
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    8. Antwort von Udo Gerschler  (UG)
      Herr Schmid, auf keinen Fall werde ich jammern.Stimme ihnen aber zu das
      für Kurzstrecken oder in der Großstadt was sie beschreiben sinnvoll ist.
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    9. Antwort von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
      Ich würde Staunen wo man mit guten Winterreifen hinkommt? Nein, ich fahre denke ich ziemlich das Beste was es gibt an Reifen und sicher kommt man auch mit einem kleinen 2WD Auto viele Wege hoch, aber wozu sich den Stress antun? Gemütlich im Allrad SUV den Berg hoch rollen ist doch schöner als mit einer kleinen untermotorisierten 2WD Kutsche sich den Berg hoch zu quälen. Mit 18 musste man sowas fahren, aber im Alter ist Komfort wichtiger als Kosten.
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    10. Antwort von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
      @ Thomas Leu
      Noch ist nichts verboten, aber da wird es hinführen. Ist doch meine Sache ob ich Tesla, V8, SUV, Sportwagen fahre. Ich betreibe unser Haus komplett Ökologisch, fahre mit dem kleinen Roller oder Velo, engagiere mich im Naturschutz und vieles mehr. Mein Ökologischer Fussabdruck ist geringer als der Vieler, aber hat man schicke Autos ist man der Umweltteufel, das soll mal einer verstehen.
      Sicher reichen oft auch 2WD, aber warum? Es reicht auch ein kleiner TV, Holzofen in der Küche.
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