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Wirtschaft 25 Banken fallen bei den Währungshütern durch

Seit Monaten wird gerechnet, seit Wochen spekuliert, nun gibt es offizielle Ergebnisse: Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bankenaufsicht (EBA) haben die Ergebnisse ihrer umfassenden Bankenstresstests veröffentlicht. 25 Banken sind durch diesen Test durchgefallen.

Legende: Video EZB veröffentlicht Ergebnisse des Stresstests abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.10.2014.

Von den 25 fehlbaren Banken haben aber inzwischen 12 genügend Kapital aufgebaut, um möglichen Krisen zu trotzen. Die Aufseher stellten bei der Überprüfung der Jahresbilanzen 2013 und einem Stresstest eine Kapitallücke von insgesamt 25 Milliarden Euro bei diesen Banken fest, wie die EZB in Frankfurt mitteilte.

25 Fehlbare aus 11 Ländern

13 Geldhäuser müssen die Lücke noch füllen. Sie haben nun zwei Wochen Zeit der EZB einen Plan vorzulegen, wie sie das Kapitalloch schliessen wollen.

Die 25 durchgefallenen Banken kommen aus elf Ländern. Spitzenreiter ist Italien mit 9 Geldhäusern, die auf Grundlage der Zahlen von 2013 nicht die erforderlichen Kapitalanforderungen der EZB schafften. Mehrere fehlbare Banken gibt es auch in Zypern und Griechenland (jeweils 3) und Slowenien sowie Belgien (jeweils 2). Ausserdem bestand jeweils ein Geldhaus in Deutschland, Österreich, Spanien, Frankreich, Irland sowie Portugal den Stresstest nicht.

Die 25 durchgefallenen Banken

Beim Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) haben 25 Banken die Kapitalanforderungen der EZB zum Stichtag 31. Dezember 2013 nicht geschafft. Diese sind:
BelgienAxa Bank Europe
Dexia
DeutschlandMünchener Hypothekenbank
FrankreichC.R.H. Caisse des Refinancement de l'Habitat
GriechenlandEurobank
National Bank of Greece
Piräus Bank
IrlandPermanent tsb
ItalienMonte dei Paschi di Siena
Banca Carige
Veneto Banca
Banco Popolare
Banca Popolare di Milano
Banca
Popolare di Vicenza
Credito Valtellinese
Banca Popolare di Sondrio
Banca
Popolare dell'Emilia Romagna
ÖsterreichÖsterreichischer Volksbanken-Verbund
PortugalBanco Comercial Portugues
SlowenienNova Kreditna Banka Maribor
Nova Ljubljanska banka
SpanienLiberbank
ZypernBank of Cyprus
Cooperative Central Bank
Hellenic Bank

Keine faule Banken ausserhalb Eurozone

EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio zeigte sich zufrieden. «Diese bislang nicht dagewesene tief gehende Prüfung der Bilanzen der Grossbanken wird das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Bankensektor stärken», betonte Constâncio. «Dies sollte auch dazu beitragen, dass die Banken wieder mehr Kredite vergeben und so der Konjunktur helfen.»

Sämtliche Banken ausserhalb der Eurozone haben den Stresstest der Bankenaufsicht EBA bestanden. Die geprüften Banken in Grossbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Ungarn und Polen haben aus Sicht der Behörde auch im Fall einer Finanzkrise genug Eigenkapital, teilte die EBA in London weiter mit.

Mehr faule Kredite als erwartet

Bei der Belastungsprobe zeigte sich nach Angaben der EZB, dass das Eigenkapital aller geprüften Banken zusammen im schlimmsten durchgespielten Fall – einem massiven Einbruch der Konjunktur – um 263 Milliarden Euro zurückgehen würde. Dies entspricht einem Rückgang der Eigenkapitalquote von 12,4 Prozent auf 8,3 Prozent.

Neubau
Legende: Demnächst bezieht die EZB ihren Neubau in Frankfurt. Und am 4. November übernimmt sie die Aufsicht über 130 Banken. Reuters

Beim Bilanzcheck (Asset Quality Reviews) zeigte sich, dass in den Bilanzen der Banken deutlich mehr faule Kredite schlummern als bislang angenommen – insgesamt 879 Milliarden Euro. Das sind 136 Milliarden Euro mehr als bislang angenommen.

Immens grosse Suche nach Altlasten

In den vergangenen Monaten durchleuchteten Tausende EZB-Experten, nationale Aufseher und externe Wirtschaftsprüfer die Bilanzen der Banken auf der Suche nach Altlasten oder Kapitallöchern. Verknüpft wurde dieser Bilanzcheck mit einem Stresstest. Dieser Krisentest simulierte, ob die Institute auch dann ausreichend Kapital für ihr Geschäft haben, wenn die Wirtschaft einbricht und die Immobilienpreise in den Keller rauschen.

Die EZB nahm 130 Banken im Euroraum unter die Lupe. Darunter sind unter anderem 23 deutsche Institute. Die EBA als europäische Bankenaufsicht überprüfte auch EU-Banken in Nicht-Euro-Staaten, etwa im wichtigen Bankenmarkt Grossbritannien.

Hintergrund der umfassenden Prüfungen ist der Start in die neue europäische Bankenunion: Am 4. November übernimmt die EZB die zentrale Aufsicht über die 120 führenden Banken im Euroraum. Das soll die grenzübergreifende Kontrolle verbessern und Risiken bei einzelnen Instituten oder in bestimmten Marktsegmenten frühzeitig offenbaren.

Wie geht es nach dem Stresstest weiter?

Europas Aufseher haben die Banken durchleuchtet wie nie zuvor. Wie geht es nun weiter?
Am 4. November übernimmt die Europäische Zentralbank (EZB) die Oberaufsicht über die 120 führenden Banken im Euroraum.
Sollten sich während der Tests Kapitallöcher aufgetan haben, müssen die betroffenen Institute binnen zwei Wochen nach Veröffentlichung der EZB-Ergebnisse Pläne vorlegen, wie sie diese stopfen wollen
Probleme, die beim Bilanzcheck im ersten Teil der Überprüfung festgestellt wurden, müssen die Banken innerhalb von sechs Monaten nach Bekanntgabe der Ergebnisse lösen.
Kapitallöcher im Stresstest: Die Banken müssen beweisen, dass sie auch
bei widrigen Umständen genug Kapital haben. Die Löcher müssen neun Monate nach
Bekanntgabe der Ergebnisse gestopft sein.
Die Banken müssen sich dann also frisches Geld besorgen. Das könnte allerdings schwierig werden, wenn viele Durchfaller gleichzeitig um Investoren buhlen. Gelingt es den Banken auf dem Kapitalmarkt nicht, sollen noch einmal die Nationalstaaten einspringen. In vielen Ländern gibt es dafür bereits entsprechende Notfallprogramme. Umstritten ist, ob in letzter Konsequenz auch Gelder aus dem europäischen Schutzschirm ESM genutzt werden können.
Sparer müssen sich zunächst jedenfalls keine Sorgen machen. Die Politik wird ihre Einlagen schützen, um eine mögliche Panik zu vermeiden. Deshalb haben die Banken auch Zeit für das Stopfen der Löcher.

Kernkapitalquote

Nach den schlechten Erfahrungen der Finanzkrise sollen Geldhäuser Risiken durch mehr eigenes Kapital absichern. Dazu zählen Gelder, die der Bank im Verlustfall uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Die EZB verlangt eine Quote von 8 % hartem Kernkapital. 100 Euro in Risikopositionen muss eine Bank also mit mindestens 8 Euro eigenem Geld abdecken.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Bernd Kulawik, Einsiedeln
    Kritischer Journalismus würde offen legen, um was für eine lächerliche Farce es sich bei diesem "Stresstest" handelt, der z.B. 2007 garantiert für keine Bank irgendeine "Gefahr" angezeigt hätte. Wer sich über die aberwitzig-lächerliche Funktionsweise des "Testes" informieren und die wahren Gefahren im europäischen Bankenwesen aufgezeigt bekommen möchte, kann dies z.B. bei www.nachdenkseiten.de tun. Viel Spass beim Gruseln!
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  • Kommentar von peter müller, zürich
    Primär sind das kleinere Regionalbanken. Die Ausnahmen sind Dexia, Oest. Volksbank und die Münchner Hypothekenbanken. Dass da Griechen und Zypriotische dabei sind sollte nicht schrecken. Aus meiner Sicht ist das eher besser als erwartet. Entweder sind alle Osteuropäischen Banken so gut oder die EZB hat da irgendwo einen politischen Entscheid getroffen. Gemäss Statistik ist es unwahrscheinlich, dass weder Polen, Tschechen, Slowaken Ungan, Rumänen oder Bulgaren getroffen hat.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Oh Euroland, oh Euroland, Du drückst Dich selber an die Wand. Dich anzusehen, ist ein Graus, Dir gehen schnell die Kohlen aus. Kein Wunder schaust Du Dich umher, wo krieg ich neue Kohlen her, doch unser Land, oh Euroland, das drückst Du nicht mit an die Wand. Nicht sehr originell, aber reimt sich wenigstes, in ungefähr.
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