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Wirtschaft Ausländer gründen 4 von 10 Firmen

In der Schweiz entstehen Jahr für Jahr Tausende von neuen Unternehmen. Einen immer grösseren Anteil daran haben die Ausländer: Mittlerweile werden 40 Prozent der Unternehmen von Personen ohne Schweizer Pass gegründet. Viele davon helfen mit, dass die Schweiz Innovationsweltmeister ist.

Legende: Video Vom Zuwanderer zum Firmenchef abspielen. Laufzeit 7:14 Minuten.
Aus ECO vom 16.09.2013.

In regelmässigen Abständen werden in der Schweiz Initiativen lanciert, welche die Zuwanderung restriktiver handhaben wollen. In solchen Debatten tritt oft in den Hintergrund, dass viele Ausländer auch einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand der Schweiz leisten – etwa, indem sie als Firmengründer Jobs schaffen.

Legende: Video Beat Schillig über den wachsenden Anteil ausländischer Gründer abspielen. Laufzeit 0:58 Minuten.
Vom 16.09.2013.

Zahlen, die der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B exklusiv für das Wirtschaftsmagazin «ECO» berechnet hat, zeigen: Der Anteil der Ausländer an den Firmengründern in der Schweiz ist seit dem Jahr 2000 stark angestiegen: von 22 auf 40 Prozent in diesem Jahr. Damit werden 4 von 10 Unternehmen von Nicht-Schweizern gegründet. Der Anteil aller hierzulande wohnhaften Ausländer ist in der gleichen Zeitspanne deutlich weniger stark angewachsen: von 20 auf 23 Prozent.

Beat Schillig vom St. Galler Institut für Jungunternehmen IFJ sieht mehrere Gründe für diese Entwicklung: «Zum einen haben während der Euro-Krise viele Unternehmer aus dem Ausland in der Schweiz Niederlassungen gegründet. Zum anderen ist der Arbeitsmarkt ein Grund: Die Schweiz hat wenige Arbeitslose, in den Nachbarländern ist die Arbeitslosigkeit hoch – entsprechend haben wir eine Einwanderung.»

Ausländer gründen 75 % der Hightech-Start-ups

Migranten zeigten zudem grundsätzlich eine höhere Bereitschaft, eine Firmengründung zu wagen. Das belegten mehrere Untersuchungen, so Schillig. «Und zum letzten haben wir an den Hochschulen einen extremen Start-up-Boom beobachtet, vor allem im Hightech-Umfeld: 75 Prozent Start-ups in diesem Umfeld werden von Ausländern gegründet.»

Betrachtet man die verschiedenen Nationaliäten, die in der Schweiz aktiv sind, stehen die Deutschen an erster Stelle. Waren sie im Jahr 2000 noch für 2 Prozent aller Neugründungen verantwortlich und nach Italienern und Ex-Jugoslawen auf dem dritten Platz, so gründen sie heute bereits 7 Prozent aller neuen Firmen.

Legende:
Anteil von Ausländern an Firmengründungen, in Prozent (Stand: August 2013) Bisnode D&B
Legende:
Herkunft von Firmengründern in der Schweiz, in Prozent (Stand: August 2013); *Serbien, Kosovo, Montenegro Bisnode D&B

Einst Initiativen von Einwanderern – heute Ruhm für die Schweiz

Dass Ausländer für wirtschaftliche Impulse sorgen, ist in der Schweiz kein neues Phänomen. So rühmt sich das Land heute mit einer Reihe von Weltfirmen, die auf die Initiative von Einwanderer-Familien zurückgehen. Solche Unternehmen, wie etwa Nestlé oder Swatch, tragen massgeblich zum Wohlstand des Landes bei.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Simon May, St. Gallen
    Startups in der Schweiz schaffen nachweislich 400'000 Arbeitsplätze in den letzten 10 Jahren. Wer es genau wissen will und eine eigene Firma gründen will, kontaktiert das IFJ (im Beitrag durch Beat Schillig vertreten) unter www.ifj.ch und unseren Daten-Partner Bisnode unter www.bisnode.ch. Übrigens bieten wir einen kostenlosen Gründerkurs, damit der Erfolg selbst erarbeitet werden kann.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Wie erfreulich,400'000 Arbeitsplätze+alle 10J 1 Mio Zuwanderer!Vielleicht überlegen Sie sich einmal,wie+womit wir in weiteren 10-20J die Bevölkerung noch ernähren sollen,wenn uns die Entwicklungsländer unsre ausgelagerten Landwirtschaftsflächen wegen Eigenbedarf entzogen haben.Fragen Sie sich,wie unsre heute schon total überlastete Infrastruktur samt Kanalisationen mit jeder zusätzlichen Mio noch funktionieren soll,ob wir eine Massenhaltung mit zugepflasterter Natur à la Peking überhaupt wollen!
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  • Kommentar von Thomas Wanner, Aarau
    Unseren SVP-Leute offenbaren ihren Neid auf gebildete, mutige Ausländer und ihre Angst, zu kurz zu kommen.
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    1. Antwort von h. anni, zürich
      @Wanner Wo genau lesen sie etwas von Neid? Es geht nur darum, dass man bei derartigen Statistiken auch die Schliessungen/Konkurse/etc. gegenüberstellen sollte, damit man die Zahlen und den allfälligen Erfolg gegenüberstellen kann. Das ist wie eine Buchhaltung. Da nehmen sie ja auch Soll und Haben und vergleichen, oder existiert bei ihnen nur die Haben-Seite? Dann wären sie wohl innert kürzester Zeit bankrott. Hat überhaupt nichts mit SVP zu tun, sondern mit logischem Denken.
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    2. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Herr Thomas Wanner, Aarau, was soll das mit SVP zu tun haben? - Eine Firma gründen ist hier in der Schweiz (noch) sehr einfach. Ebenso einfach ist es diese wieder zu liquidieren, so diese nicht den gewünschten oder nötigen Erfolg nachhaltig bringen können. Logisch muss der Ausländer-Anteil bei Firmengründungen beträchtlich sein, wir haben auch einen beträchtlichen Ausländer-Anteil in der Schweiz.
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    3. Antwort von Albert Planta, Chur
      Der Blocher ist auch ausl. Abstammung und sein Finanzchef in der EMS-Chemie war auch ausl. Abstammung. Aber der war ja nicht über alle Zweifel erhaben.
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  • Kommentar von Nin Guna, Zürich
    Naja, wieviele von den Firmen sind nur Scheinselbständige, die nachher fette Sozialhilfen kassieren, sobald die Firma weg ist?
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