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Wirtschaft Bankenplatz Schweiz: «Der Strukturwandel hat begonnen»

Der Schweizer Bankenplatz führt die Rangliste der attraktivsten Orte für Geldgeschäfte an. Doch er könnte die Position verlieren: Wirtschaftskrise in Europa, drohende Klagen aus den USA und ein in Auflösung begriffenes Bankgeheimnis hinterlassen tiefe Spuren.

Legende: Video Bankenplatz im Wandel abspielen. Laufzeit 2:04 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.07.2013.

Noch ist der Schweizer Bankenplatz führend. Der weltweite Ruf der Schweiz als sicherer und attraktiver Anlage- und Parkplatz von Geldern ist exzellent. Doch im Offshore-Geschäft, das internationale Vermögensgeschäft, verliert die Schweiz klar die Spitzenposition.

«Die grossen Vermögen werden heute nicht mehr in Europa ausgebaut, sondern in Asien. Und die Asiaten tendieren dazu, ihr Vermögen in einem asiatischen Finanzplatz anzulegen», sagt Finanzexperte Manuel Amman zur «Tagesschau». Der zweite Grund sei sicherlich der Wegfall des Bankgeheimnisses. «Damit geht ein grosser Wettbewerbsvorteil verloren», betont Amman.

Veränderte Rahmenbedingungen

Das Offshore-Geschäft ist zwar margenträchtig, aber nur ein Teil des Ganzen. Experten sind sich deshalb sicher: Der Bankenplatz steht auf solidem Boden. «Die besten Trümpfe sind eine starke Binnenwirtschaft, eine solide Finanzpolitik und eine unabhängige Notenbank», sagt Urs Birchler, Professor für Finanzen an der Universität Zürich.

Allerdings ändern sich die Rahmenbedingungen. Heute müssen die Banken auch ausländisches Recht für ihre ausländischen Kunden einhalten. «Es wird vor allem für kleinere Banken schwieriger im Wettbewerb mitzuhalten», sagt Amman. Dies führe dazu, dass kleinere Banken aufgeben. «Die Banken werden sich spezialisieren und fokussieren müssen.» Vielleicht müssten sie Teilbereiche veräussern. «Dieser Strukturwandel hat nun begonnen.»

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Schuld an dieser miserablen Situation ist grösstenteils unsere Landesregierung, die bei jedem Windstoss umfällt, bei jeder Erpressung einknickt, bei jeder Drohung den Knieschlotteri bekommt und nachgibt. Das bleibt nicht ungeachtet. Die ganze Welt hat es inzwischen auf uns abgesehen. Die Schweiz wird immer mehr in die Enge getrieben, an die Wand gedrückt. Irgendwann sind wir am Boden, wenn die "z'Bärn obe" so weiterwursteln.
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    1. Antwort von Alex Kramer, ZH
      Schuld an dieser Konstellation ist der Stimmbürger, der seit Jahrzehnten Parlamente wählt, deren Exponenten die fragwürdigen Geschäfte des Bankenplates Schweiz im Ausland z.T. bis zum Schluss decken wollte und dies immer noch so lange wie möglich zu tun gedenkt, um möglichst lange zocken zu können. Wollte man dies nicht, hätte man z.B. auch die Abzocker-Initiative nicht 5 Jahre lang verwässern versucht. Ob diese bürgerliche-Mitte-Rechnung für den CH-Wähler aufgeht, ist eine andere Sache.
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Der Alex Kramer, ZH hat Recht, Allerdings ist die Schweiz von der EU und USA wirtschaftlich abhängig und diese nicht von uns. Es ist eine äusserst schwierige Gratwanderung, die unsere Regierung zu begehen hat, und sie hat dies bis jetzt weit besser gemacht, als uns die Rechtsnationalen weismachen wollen.
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  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    wer jetzt noch nicht schnallt, dass nur eine Flucht nach vorne in Sachen Weissgeld-Strategie vor dem Untergang retten kann, dem ist nicht mehr zu helfen. Die Katastrophe ist ja nicht auszudenken, wo wir wären, wenn der Blocher noch sein Unwesen im Bundesrat treiben würde. Sind wir froh eine gute Finanzministerin und ein moderater und kooperierender Bundesrat zu haben.
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    1. Antwort von K.D.Waldeck, Bellinzona
      dem guten Ruf des CH-Bankenplatzes würde besonders helfen, wenn unsere Finanzbrance kriminellen Anlegern nicht mehr als Zufluchtsort dienen kann. D.h. absolute Seriösität bei der Zusammenarbeit mit Kunden, wozu auch der Schutz der SAUBEREN Kunden vor der Willkür der Steuerbehörden in ihren Herkunftsländern gehört. Die absolute Entblössung unseres Rechtssystems gegenüber dritten Staaten dient sicher NICHT der Sicherung unseres Ansehens in der Welt.
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      K.D.Waldeck, Bellinzona: "wozu auch der Schutz der SAUBEREN Kunden vor der Willkür der Steuerbehörden in ihren Herkunftsländern gehört." Es ist jedem Einzelnen vorbehalten, was er unter Sauber versteht. Sicher gab es bis heute viele "Unsaubere", darum das ganze Drama.
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