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Wirtschaft Bankier Nikolaus Senn ist tot

Der frühere Bankier Nikolaus Senn ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Senn war Ehrenpräsident der einstigen Schweizerischen Bankgesellschaft und prägte in dieser Funktion die Vorgängerin der UBS während vier Jahrzehnten.

Legende: Video Nikolaus Senn im Gespräch 2011 abspielen. Laufzeit 12:56 Minuten.
Aus News-Clip vom 16.09.2011.

Nikolaus Senn war kein Banker, sondern ein Bankier. Und er hat nie ein Blatt vor den Mund genommen. Nichts desto trotz hat sich Senn in der damaligen Bankgesellschaft SBG von ganz unten nach oben gearbeitet.

Schnelle Karriere bei der SBG

1951, nach seinem Studium der Jurisprudenz, ging Senn als Praktikant zur SBG und machte rasch Karriere. Als Präsident stand er während acht Jahren der Gerneraldirektion vor, 1988 wurde er zum Verwaltungsratspräsidenten der Bankgesellschaft gewählt, acht Jahre später zum Ehrenpräsidenten.

Als Banquier wollte Senn nicht nur Geld verdienen. Er engagierte sich auch als Sanierer bei verschiedenen Industrie-Unternehmen. Er verstand die Hilfe für Unternehmen in Krisensituationen als Verpflichtung der Banken. «Es ist das Gegenstück zu unserer Gewinnsituation, der Wirtschaft in kritischen Situationen zu helfen», sagte er einst.

Umstrittene Geschäfte mit Südafrika

Senn war massgeblich am Auf- und Ausbau des internationalen Geschäfts der Bankgesellschaft beteiligt. Er unterhielt auch Beziehungen zum Apartheid-Regime in Südafrika. «Es ist nicht Aufgabe der Banken, in der Welt die Regime zu ändern», sagte er dazu. Wäre dies anders, dürften die Banken – und die Schweizer Wirtschaft – mit zwei Dritteln der Länder nicht mehr verkehren, so Senn.

1996 ging der Banquier in Pension, zwei Jahre später fusionierten seine Bankgesellschaft und der Bankverein zur UBS. Auch als Pensionierter nahm Senn kein Blatt vor den Mund. So kritisierte er die hohen Bonus-Zahlungen in der Ära Ospel als ungerechtfertigt.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Hampi Senn, 9500 Wil
    Nikolaus Senn war immer ein Bankier wie mann sie heute kaum mehr findet--wenn man die heutigen Bankenskandale anschaut mit Milliardenbetrügereien und den darauf fogenden Milliardenbussen gibt es nur eine Folgerung---die ganze Branche ist krank von der Gier nach Bonis und Gewinnmaximierung !!! Mein Cousin Nikolaus war immer ein Vorbild für mich---sein Tod macht mich traurig--HAMPI SENN
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Ich wünsche Herrn Senn den ewigen Frieden - und für uns wünsche ich mir seinen Geist für die heutige teilweise gierige, unsensible und bis an kriminelle Grenzen gehende Bankenwelt zurück. Heute kann sich kein Mensch mehr vorstellen, dass eine Bank ein strauchelndes KMU unterstützen und stärken würde. Vorher kommt die Gewinnmaximierung zur Erhöhung der eigenen Boni. Da gäbe es viel Verbesserungspotenzial.
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