Bauwirtschaft dämpft Schweizer Wachstum

Die Erholung der Schweizer Wirtschaft wird nach Einschätzung der Seco-Ökonomen durch die Nachwirkungen der schockartigen Frankenaufwertung gebremst. Nächstes Jahr soll‘s besser werden.

Blick auf eine Baustelle von oben, auf der Arbeiter Armierungseisen legen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Weil die Baukonjunktur sich abkühlt, dürfte die Schweizer Wirtschaft dieses Jahr etwas weniger wachsen. Keystone

Die Konjunkturperspektiven für die Schweiz haben sich laut den Ökonomen des Bundes seit der letzten Prognose vom September nur wenig verändert: Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erwartet 2015 ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,8 Prozent. Bisher war das Seco von 0,9 Prozent ausgegangen.

In den vergangenen Quartalen habe insbesondere die Bauwirtschaft an Schwung eingebüsst, begründen die Ökonomen die leichte Korrektur ihrer Prognose. Im kommenden Jahr bleibt das Wachstum bei 1,5 Prozent. Neu gibt das Seco eine Prognose für 2017 ab: Die Wirtschaft werde dann mit 1,9 Prozent etwas stärker zulegen.

Mehr Arbeitslose

Die Expertengruppe des Bundes geht weiterhin nur von einer «graduellen Beschleunigung des Wirtschaftswachstums der Schweiz» aus. Wegen der eher zögerlichen Konjunkturbelebung dürfte auch die Arbeitslosenquote vorerst noch weiter von 3,3 Prozent im laufenden Jahr auf 3,6 Prozent im Jahresdurchschnitt von 2016 ansteigen

Auch KOF schraubt Prognose etwas nach unten

Auch die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich hat ihre Wachstumsprognose für das laufende und kommende Jahr nach unten korrigiert. 2015 gehen die Ökonomen noch von einem BIP-Wachstum von 0,7 Prozent und für 2016 von 1,1 Prozent aus.

Die neuen Zahlen decken sich mit dem vor einer Woche publizierten KOF Consensus Forecast, der die durchschnittliche Konjunkturerwartung von 20 befragten Experten abbildet. Die Werte liegen etwas unter den Zahlen, die das KOF Anfang Oktober errechnet hatte.

Die globale Konjunktur habe sich jüngst abgeschwächt, was in erster Linie den Schwellenländern geschuldet sei, schreibt die KOF in einer Mitteilung. Die brasilianische wie auch die russische Wirtschaft litten unter der wirtschaftlichen Abkühlung, unter anderem wegen des tiefen Ölpreises. Im Falle Russlands auch wegen der internationalen Sanktionen.