Bergbahnen beklagen trotz Oster-Ansturm miese Wintersaison

Ostern verhilft den Schweizer Skidestinationen zu einem versöhnlichen Saisonabschluss. Vor allem am Ostersamstag drängten sich die Skigäste auf den Pisten. Die bisher sonst miese Wintersaison ist aber auch damit nicht mehr zu retten, wie eine Umfrage in den Skidestinationen zeigt.

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Für die Skigebiete war es ein verkorkster Winter

2:01 min, aus Tagesschau vom 27.3.2016

Genügend Schnee und vor allem am Samstag prächtiges Wetter lockten am Osterwochenende Zehntausende Wintersportler noch einmal in die Berge. Damit findet ein Winter einen versöhnlichen Abschluss, der für die Skigebiete insgesamt enttäuschend verlaufen ist.

Die Titlis Bergbahnen beispielsweise verzeichneten am Ostersamstag mit 11'000 Gästen einen absoluten Spitzentag. Auf den Pisten von Flims-Laax-Falera drängten sich gar 14'000 Menschen. Auch hier ist von einem «der stärkst frequentierten Tage des Winters» die Rede. Und Markus Meili, Geschäftsführer von Engadin St. Moritz Mountain AG, sagt: «Wir dürfen mit den Ostertagen zufrieden sein.»

Harzige Wintersaison

Bereits die Tage vor Ostern hatten dank Neuschnee für etwas Entlastung nach einem insgesamt «harzigen» Winter gesorgt, wie es Yves Baumann von den Bergbahnen Davos Klosters ausdrückt: «Für uns wird der März der erste Monat in dieser Wintersaison sein, der besser lief als der Vorjahresmonat», sagt der Finanzchef.

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Bildlegende: «Wahrscheinlich die schlechteste Saison der letzten fünf Jahre»: Berno Stoffel, Vizepräsident Walliser Bergbahnen. srf

Harzig war der Winter insgesamt für fast ausnahmslos alle Skidestinationen in der Schweiz, wie eine Umfrage der «Tagesschau» zeigt.

So erwarten die Oberengadiner Bergbahnen per Saisonabschluss einen um 12 bis 14 Prozent tieferen Verkehrsertrag als im Vorjahr. Bei der Weissen Arena und in Gstaad soll das Minus gegen 10 Prozent betragen. Bei den Titlis-Bergbahnen und im Wallis gehen die Verantwortlichen von einem Rückgang um 6 Prozent aus. «Das wird wahrscheinlich die schlechteste Saison der letzten fünf Jahre sein», sagt Berno Stoffel von den Walliser Bergbahnen.

Schuld sind der Franken, das Wetter und Schengen-Visa

Dass die Schweizer Wintertourismusregionen nicht nur unter dem globalwirtschaftlichen Gegenwind und den miesen Wetterbedingungen gelitten haben, sondern auch unter dem starken Franken, zeigt ein Vergleich mit dem nahen Ausland. So melden die Tourismusbetriebe aus dem Vorarlberg in einer Zwischenbilanz die zweitbeste Wintersaison aller Zeiten.

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Bildlegende: Norbert Pratt, Chef Titlis Bergbahnen, verzeichnet «Einbrüche hauptsächlich im internationalen Gruppengeschäft.» srf

Auf asiatische Gäste habe zudem neben der Angst vor Terroranschlägen in Europa die Einführung der biometrischen Visa im Schengen-Raum abschreckend gewirkt, meint der Chef der Titlis Bergbahnen, Norbert Patt. Rigi-Bahnen-Direktor Peter Pfenniger ortet einen weiteren Grund für den Gästerückgang auf dem asiatischen Markt in der chinesischen Wachstumsdelle.

Attraktives Sommerangebot zahlt sich aus

Der Walliser-Bergbahn-Vizechef Stoffel weist jedoch darauf hin, dass die Unterschiede zwischen den Wintertourismusorten beträchtlich seien. So hätten die grossen und hoch gelegenen Skigebiete weniger gelitten als die kleinen.

Über das ganze Jahr 2015 gesehen gibt es in der Schweiz sogar Bergbahnen, die sich gegenüber dem Vorjahr steigern konnten. «Wer ein Sommergeschäft hat, der verzeichnete im vergangenen Jahr gegenüber der allgemeinen Entwicklung im Bergtourismus eine gegenläufige Tendenz», sagt Rigi-Bahnen-Chef Pfenninger. So meldeten beispielsweise die Jungfraubahnen trotz des schlechten Winters ein Rekordjahr mit erstmals mehr als einer Million Gästen.