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Corona: Kritik an Sortimentsbeschränkung auch im Detailhandel
Aus HeuteMorgen vom 23.04.2020.
abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.
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Beschränkung für Supermärkte Detailhandel kritisiert Rückzieher des Bundesrats

Die Sortimentsbeschränkungen seien schlecht für die Wirtschaft und damit auch für den Detailhandel, findet der Verband der Filialunternehmen.

«Alle Läden dürfen nächste Woche wieder öffnen» – diese Nachricht vom Bundesrat hätte sich Severin Pflüger, Geschäftsführer des Verbands Schweizer Filialunternehmen (VSF), gewünscht. Doch Pflüger ist nicht nur deswegen enttäuscht: «Dass nun die Sortimente weiterhin eingeschränkt sind, ist auch ein Schritt in die falsche Richtung.»

Lebensmittelläden sollten auch andere Produkte verkaufen dürfen, nicht nur lebensnotwendige, findet er. Diese Aussage erstaunt. Denn für die Mitglieder seines Verbands, zu dem unter anderem Kleiderläden wie H&M oder Schuhläden wie Dosenbach-Ochsner gehören, stellen die derzeit abgesperrten Regale in Supermärkten eine Konkurrenz dar.

Geschäft mit «Geschlossen»-Schild
Legende: Der Detailhandel bleibt trotz ersten Corona-Lockerungen vorerst noch geschlossen. Keystone

Alle sind betroffen

Doch Pflüger sieht kein Problem, wenn die Grossverteiler beispielsweise Schreibblöcke verkaufen dürfen. «Wer heute einen Block bei der Migros kauft, der wird auch in zwei Wochen noch einen Block kaufen – dann hoffentlich wieder beim Papeteristen seines Vertrauens», sagt er.

Wenn Schreibpapier und andere Artikel nicht verkauft werden dürften, werde die ganze Wertschöpfungskette lahmgelegt, fügt der VSF-Geschäftsführer an. Betroffen seien alle – von den Produzenten, welche die Güter herstellen, bis zu den Transportunternehmen, die sie in den Laden bringen.

«Diese Güter werden produziert, gelagert, transportiert», so Pflüger. Der Detailhandel stehe dabei ganz am Schluss der Wertschöpfungskette. Wenn der Verkauf dieser Güter verboten werde, werde damit die ganze Wertschöpfungskette lahmgelegt.

Alles, was schädlich ist für die Wirtschaft, ist sehr schädlich für den Detailhandel.
Autor: Severin PflügerVerband Schweizer Filialunternehmen

«Und dann gehen Leute in Kurzarbeit, die nicht in Kurzarbeit gehen müssten – und das ist schädlich für die Wirtschaft», schliesst Pflüger, «und alles, was schädlich ist für die Wirtschaft, ist sehr schädlich für den Detailhandel.» Denn: Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, kaufen die Kundinnen und Kunden weniger ein.

Grossverteiler halten sich zurück

Während also der Verband der Filialunternehmen nicht zufrieden ist, geben sich betroffene Grossverteiler bedeckt. Bei Coop heisst es, man habe sich zwar darauf vorbereitet, dass bald wieder das ganze Sortiment verkauft werden dürfe, man nehme den Entscheid des Bundesrats jedoch zur Kenntnis. Migros war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Heute Morgen, 23.4.2020, 6:00 Uhr

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Viele Kommentarschreiber scheinen noch immer nicht verstanden zu haben, dass der Covid super Gau in der Schweiz deshalb nicht eingetreten ist, weil die Menschenströme unterbrochen wurden. Konsum steht über allem. Völlig unreflektiert.
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    1. Antwort von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
      Der Reproduktionsfaktor sank bereits VOR Einführung des "shut down" seit Einführung der Abstandsregel. Trotz shut down sank er nicht schneller. Jetzt ist er, seit Tagen, stabil bei rund 0.7 Offenbar war die Abstandsregel die weitaus wirksamste Massnahme, nicht der Unterbruch der Menschenströme.
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  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Der Mann äusserst sich scheinheilig. Das Argument, dass es wirtschaftl. und gesellschaftl. zu rechtfertigen wäre, eine massive Ungleichbehandlung zu Gunsten der grossen Detailhändler zu verfügen, weil dadurch etwas mehr produziert und geliefert werden könnte, ist absolut lächerlich. Die von ihm erwähnten Probleme betreffen zur Zeit einfach ALLE, und die Beschränkungen für wenige aufzuheben wäre politischer Selbstmord, krass unverhältnismässig und würde an besagtem Problem nur sehr wenig ändern.
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  • Kommentar von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
    Soeben von der Aargauer Gesundheitsdirektion per Mail erfahren: Ab 27. April dürfen Gartencenter, Gärtnereien, Baumärkte ihr GESAMTES Sortiment verkaufen. Nur Supermärkte dürfen bis 11. Mai weiterhin nur Waren des täglichen Bedarfs verkaufen. Rechaudkerzen und Erde z.B. also nicht im coop sondern nur im coop bau+hobby.
    Erst ab 11. Mai auch im coop. Welchen Vorteil der Detailfachhandel davon hat bleibt mir uneinsichtig...
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