Boeing zieht Milliardenauftrag aus China an Land

Der US-Flugzeughersteller Boeing kann 300 Flugzeuge nach China liefern – ein Rekord. Das hat das Unternehmen anlässlich des Staatsbesuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping bekannt gegeben. Die Flugzeuge haben einen Katalogpreis von fast 40 Milliarden Dollar.

Zwei Personen im Gespräch vor einem Flugzeug. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Präsident Xi Jinping lässt sich das Boeing-Werk zeigen. Im Gepäck: ein Milliardenauftrag. Keystone

Boeing hat milliardenschwere Grossaufträge aus China erhalten. Der US-Konzern werde 300 Flugzeuge in das asiatische Land liefern, teilte der Airbus-Rivale während eines Besuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Boeing-Werk in Everett mit.

Der Wert des Auftrags beträgt nach Listenpreis 38 Milliarden Dollar. Insgesamt bestellte China 250 Kurz- und Mittelstrecken-Flugzeuge des Typs 737 sowie 50 Grossraumjets. Eine Tochter der chinesischen Grossbank ICBC bestätigte bereits, 30 Boeing-Flugzeuge mit einem Listenpreis von 2,88 Milliarden Dollar kaufen zu wollen.

Flugzeuge werden in China fertiggebaut

Es wird zudem erwartet, dass Boeing den Bau eines neuen Werks in China bekannt gibt. Die in Renton – im Bundesstaat Washington – montierten Flugzeuge sollen für die Lackierung und den Innenausbau in die Volksrepublik geflogen und anschliessend dort auch fertiggestellt werden. Bei der grössten Gewerkschaft des Flugzeugbauers sorgte dies für Unruhe. Sie rechnet mit dem Verlust von Jobs in den USA und drohte mit Streiks.

China wolle die Beschränkungen für ausländische Investitionen in dem Land deutlich senken, sagte Präsident Xi, der sich seit Dienstag für eine Woche auf Staatsbesuch in den USA befindet.

Er zeigte sich trotz der jüngsten Marktturbulenzen und Sorgen um die Wirtschaft seines Landes optimistisch. «Der positive Langzeittrend für die chinesische Wirtschaft wird sich nicht ändern», sagte er. Er sei sich der Risiken bewusst. Sein Land gehe jedoch dagegen vor.

Demonstranten an einer Strassenkreuzung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Angestellte der Boeing-Werke befürchten Entlassungen, weil ein Teil der Fertigung nach China verlegt wird. Keystone

Xi beruhigt die Märkte

China ist nach Ansicht von Präsident Xi Jinping noch für längere Zeit in der Lage, relativ hohe Wachstumsraten aufrechtzuerhalten. Man sei sich der Risiken und Herausforderungen für die chinesische Wirtschaft bewusst, sagte Xi. Um dagegen anzugehen, ergreife China innovative und energische Massnahmen.

Schwache Konjunkturdaten aus China hatten zuletzt Sorgen vor einem Abschwung in dem Land geschürt und die Finanzmärkte weltweit in Aufruhr versetzt. Jüngste Daten unterstrichen den Trend: Die Geschäfte der chinesischen Industrie liefen im September so schlecht wie seit der Weltwirtschaftskrise 2009 nicht mehr.

Experten rechnen nun mit Zinssenkungen durch die Zentralbank. Für dieses Jahr erwartet die chinesische Regierung ein Wachstum von sieben Prozent. Es wäre das geringste Plus seit einem Vierteljahrhundert.