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Wirtschaft Börsen weltweit im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt wurde erneut durchgeschüttelt. Nach dem Einbruch vom Freitag sackte der Leitindex SMI am Montag in der Spitze zwischenzeitlich um knapp 7 Prozent ein. Eine Nachholrallye konnte die Verluste nicht mehr aufholen. Bei Börsenschluss notierte der SMI bei minus 3,75 Prozent.

Legende: Video Chinas schwächelnde Wirtschaft schüttelt Börsen durch abspielen. Laufzeit 02:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.08.2015.
  • Der SMI verlor zwischenzeitlich über 6 Prozent. Bei Börsenschluss resultierte ein Minus von 3,75 Prozent.
  • Der deutsche Aktien-Index Dax schloss nach einem Kursverlust von über 7 Prozent bei - 4,7 Prozent.
  • Der Dow Jones sackte bei Eröffnung der Wall Street um über 5 Prozent ab, beendete den Tag mit einem Minus von 3,6 Prozent.

Die schwächelnde chinesische Wirtschaft erschüttert die Börsen weltweit. Ebenfalls belastend wirkten sich am Montag die weiter sinkenden Ölpreise aus sowie die schwachen Vorgaben der asiatischen Börsenplätze.

Die massiven Kursverluste an den chinesischen Aktienmärkten haben auch die Schweizer Börse kräftig nach unten gezogen. Der SMI büsste 3,75 Prozent auf 8469 Punkte ein. Dies entspricht dem stärksten Einbruch seit dem 16. Januar, als die Schweizerischen Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs aufgegeben hatte.

Alle SMI-Werte im Minus

Sämtliche Standardwerte büssten deutlich an Wert ein. Die Titel des Ölplattform-Betreibers Transocean rauschten um fast neun Prozent in die Tiefe. Mit dem Luxusgüterproduzenten Richemont sackte ein weiterer zyklischer Wert deutlich ab. Aber auch Swisscom gingen über fünf Prozent tiefer aus dem Handel.

Grosse Abschläge verzeichneten auch die Bankaktien Credit Suisse und Julius Bär, die über vier Prozent nachgaben. UBS hielten sich mit einem Minus von 3,8 Prozent etwas besser. Die Versicherungstitel Swiss Re und Zurich büssten jeweils rund 4,5 Prozent.

Die Anteile des Zementkonzerns LafargeHolcim, des Uhrenherstellers Swatch und der Sanitärtechnikfirma Geberit verloren jeweils rund 2,5 Prozent. Die Aktien
des Personalvermittlers Adecco und des Elektrotechnikkonzerns ABB wurden um 3,7 Prozent tiefer bewertet.

Experten uneinig

Geprägt wird das Börsengeschehen weiterhin vor allem von der Angst vor einen Absturz der Wirtschaft in China, was sich gemäss den meisten Experten negativ auf weitere Schwellenländer und damit auch auf die globale Konjunktur auswirken würde. Inwieweit die Korrektur von mittlerweile rund 10 Prozent – gemessen am SMI-Hoch von Anfang August – angemessen oder übertrieben sei, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Die ZKB sieht die Kurse beispielsweise noch keineswegs als zu tief an, das amerikanische Institut JP Morgan hingegen schon.

Die Analysten von Wellershoff & Partners werten die aktuelle Börsenlage in erster Linie als «Stimmungsumkehr», wie sie schreiben. Das Wirtschaftswachstum in China falle nicht schneller als in den letzten 12 bis 24 Monaten; zudem lasse sich bisher in den westlichen Industrienationen keine Verschlechterung der Konsumenten- oder Unternehmensstimmung ausmachen. Deshalb rechnen sie nicht mit einer lang anhaltenden Baisse.

DAX wieder unter 10'000 Punkten

Der Deutsche Aktienindex DAX fiel am Montag unter die Marke von 10‘000 Punkten. Um 15:30 Uhr lag der Leitindex mit 6,75 Prozent im Minus. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf sind die Kursgewinn damit wieder dahingeschmolzen.

Börse in Shanghai so tief wie vor acht Jahren

In China hatte sich die Talfahrt beschleunigt fortgesetzt. Und dies obwohl die Regierung am Wochenende angekündigt hatte, den chinesischen Pensionsfonds erstmals Investitionen in die Aktienmärkte zu gestatten.

Die Shanghaier Börse hat den schlimmsten Einbruch seit acht Jahren erlebt: Der wichtige Shanghai Composite Index verlor am Montag 8,49 Prozent.

Einschätzung von Christian Kolbe, SRF-Wirtschaftsredaktor

Warum sind die Schweizer Titel so tief gefallen?
Die Europäischen und die Schweizer Titel hielten sich bis jetzt einigermassen gut. Doch die schlechten Vorgaben aus Asien reissen auch die Titel an den US-Börsen in die Tiefe, was wiederum Auswirkungen auf die hiesigen Indizes hat. Der Kurssturz in China hat die amerikanischen Märkte auf dem linken Fuss erwischt.
Gibt es noch andere Gründe für die massiven Kursverluste?
Die Investoren werten die verschobene Zinswende der Fed als ein schlechtes Zeichen. Die US-Wirtschaft scheint für eine Zinswende noch nicht bereit zu sein.

Alles blickt gebannt auf China

Wie es an den Aktienmärkten weitergehe, hänge nun ganz entscheidend von der weiteren Entwicklung Chinas ab, erklärten Analysten am Montag. Sollte sich die chinesische Wirtschaft weiter abstürzen, dürfte dies auch andere fragile Schwellenländer in den Abwärtsstrudel reissen und die globale Konjunktur wohl aus der Bahn werfen.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Franz Zopfli, Brugg
    Viele Schweizer sprachen und sprechen sich sehr negativ gegen andere Europäische Freunde aus mit ihren Kommentaren. Sie schwärmten regelrecht von Chinesischen Freunden während sie den Europäer massiv in den Rücken fielen, ganz besonders die Anhänger der grössten Part der Schweiz. Falls sich die Lage in China verschlechtert und auch der Export nach China fällt dann sollten sich die anderen Europäer an diese Schweizer erinnern, wenn sie wieder bei ihren alten Freunden an der Türe stehen.
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  • Kommentar von Hans Hartmann, Republic Dominicana
    Die Verluste werden sozialisiert. So einfach ist das Ganze. Um das zu erkennen braucht man kein Wirtschafts - Studium.
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  • Kommentar von T Keller, Nürensdorf
    Die Börse fällt und schon kommen all die Besserwisserkommentare. Allerdings ist Neid ein schlechter Ratgeber. Man vergisst dabei, dass wir alle ob gewollt oder nicht an den Aktienmärkten hängen. Pensionskassen, AHV und die 3. Säule sind darin investiert. Ohne Aktien fehlt den Firmen das Eigenkapital. Volkswirtschaften können nicht ohne Börsen überleben. Es gibt sicher Fehler des Systems und Ungerechtigkeiten. Dies liegt aber nicht an den Börsen, sondern an den Menschen, die diese ausnützen.
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