Zum Inhalt springen

Wirtschaft Butterberg wächst – Lager sind voll

Letztes Jahr gab es zu wenig Butter in der Schweiz. Die Branchenorganisation musste importieren. Doch nun gibt es schon wieder zu viel Butter. Und dieser Butterberg wird bis Ende Jahr noch weiter wachsen.

Ein Dutzend Ankenmödeli à 250 Gramm auf einem Haufen auf einer grünen Unterlage.
Legende: Die Butterproduktion ist ein Weg, die Milch haltbarer zu machen. Keystone

In den Kühllagern von Butterproduzenten lagern zur Zeit 4000 Tonnen Butter, also etwa 100 Lastwagen voll. Die Hälfte davon beim grössten Schweizer Milchverarbeiter Emmi, sagt Mediensprecherin Sybille Umiker. «Das ist schon relativ viel. Wir haben schweizweit momentan zweieinhalb Mal soviel an Lager wie in einem normalen Jahr.»

Höherer Milchpreis – höhere Produktion

Der Grund für die viele Butter: Die Bauern haben zu viel Milch geliefert. Verantwortlich dafür sei der Milchpreis, der im letzten Jahr gestiegen ist, sagt Peter Ryser von der Branchenorganisation Butter. «Ich schätze, dass die Milchpreise im Moment sehr gut sind für die Bauern, und damit ein Anreiz besteht, mehr Milch zu produzieren.»

Entsprechend geht auch bei Emmi mehr Milch ein: «Wir beobachten das ungefähr seit neun Monaten. Wir hatten zum Beispiel noch nie einen Januar, in dem so viel Milch produziert wurde wie dieses Jahr. Dann hat man die Möglichkeit, die Milch haltbar zu machen, das heisst, entweder daraus Milchpulver zu machen – oder eben Butter.»

Lager füllen sich bis Ende Mai noch weiter

Emmi hat nun aus der überschüssigen Milch Butter hergestellt. Zur Zeit liegt sie noch in den Kühllagern, doch sie soll exportiert werden, sagt Mediensprecherin Umiker. «Wir haben geplant, in den nächsten Monaten überschüssige Butter ins Ausland zu exportieren. Damit möchten wir dafür sorgen, dass der Milchpreis stabil bleibt.»

Doch der Butterberg in der Schweiz wird trotzdem noch weiter wachsen. Ryser von der Branchenorganisation Butter: «Wir werden mit den Monaten April und Mai noch sehr starke Milchmonate haben. Danach wird die Milchproduktion wieder zurückgehen. Bis dahin rechne ich noch mit einem weiteren Lageraufbau.»

Die Branchenorganisation Butter geht davon aus, dass bis Ende Jahr bis zu 7000 Tonnen Butter exportiert werden müssen. Damit soll das Auf und Ab bei der Milchproduktion ausgeglichen werden. Und die Bauern sollen einigermassen stabile Milchpreise erhalten.

32 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Ein kleines Land wie die Schweiz, deren Bewohner/innen gerne andere Völker belächeln, bringt es seit Jahrzehnten nicht fertig, seinem Bauernverband zu befehlen, Produkte und Mengen zu produzieren, die das Volk benötigt. Jenen Bauern, die mehr produzieren als nötig, sollten die reichlich fliessenden Subventionen gestrichen. So einfach und wirksam wäre das.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beat Schärer, im Engadin
    Ab in die Läden und dort zu einem Schleuderpreis anbieten, das hilft den Butterberg wegzuschmelzen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Willy Boller, Selevac
    Nach China exportieren! 1. haben wir ja nun ein Abkommen und 2. suchen die Chinesen immer Milchprodukte. In diesen Riesenland dürfte doch der Absatz absolut kein Problem sein und unsere Bauern können produzieren soviel die Kühe hergeben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen