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Renminbi-Noten als Fächer ausgelegt
Legende: Renminbi: Der Internationale Währungsfonds IWF nimmt die chinesische Währung in seinen Währungskorb auf. Keystone
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Wirtschaft Chinas Währung steigt in die Top-Liga auf

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat entschieden: Der Renminbi wird in den Kreis der Weltwährungen aufgenommen. Damit stützt er seine Sonderziehungsrechte künftig auf fünf statt auf vier Währungen.

Gewährt der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Hilfskredit, beispielsweise an Griechenland, tut er das nicht in US-Dollar oder Euro, sondern in so genannten «Sonderziehungsrechten». Diese interne Rechnungseinheit des IWF setzt sich aus US-Dollar, Euro, britischem Pfund und japanischem Yen zusammen. Künftig soll auch der Renminbi in diesem Währungskorb sein.

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«Ein Meilenstein in den Reformbemühungen des IWF»
01:58 min, aus HeuteMorgen vom 01.12.2015.
abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.

Die chinesische Währung gewinnt international an Bedeutung. Sie ist zwar noch immer nicht überall frei handelbar, etwa reine Devisentransaktionen sind eingeschränkt. Aber Waren und Dienstleistungen können schon heute jederzeit in Renminbi bezahlt werden. Auf der Rangliste der internationalen Zahlungsmittel ist der Renminbi in den letzten Jahren rasant aufgestiegen: Mit knapp 2,8 Prozent belegt er inzwischen den vierten Platz. Dominiert wird der Zahlungsverkehr allerdings noch immer vom US-Dollar mit knapp 45 Prozent.

Legende:
Internationale Zahlungsmittel Auf der Rangliste der Zahlungsmittel hat der Renminbi (Chinese Yuan, CNY) in den letzten Jahren rasant aufgeholt. Im August 2015 belegte er bereits den vierten Platz. SWIFT Watch

Der Entscheid des IWF, den Renminbi in seinen Währungskorb aufzunehmen, ist für China enorm wichtig. Der Volkswirtschaftsprofessor Horst Löchel, der in Frankfurt am Main und in Shanghai doziert, sagt: «Sicher ist, dass China auf dem Weg ist, zur zweiten Supermacht zu werden.»

Sicher ist, dass China auf dem Weg ist, zur zweiten Supermacht zu werden.
Autor: Horst LöchelVolkswirtschaftsprofessor in Frankfurt am Main und Shanghai

Laut Löchel wird es aber wohl noch Jahrzehnte dauern, bis der Renminbi in derselben Liga spielen wird wie der US-Dollar. «Das hängt damit zusammen, dass Amerika die attraktivsten, grössten und liquidesten Kapitalmärkte hat», so der Experte. Zudem würden auch wichtige Waren wie beispielsweise Öl nach wie vor in US-Dollar gehandelt.

China bemüht sich, den Renminbi nach und nach international zu liberalisieren. So können beispielsweise bald auch in der Schweiz Renminbi-Transaktionen abgewickelt werden. Das so genannte Clearing läuft über die neu errichtete Zürcher Filiale der China Construction Bank. Dadurch sollen grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Unternehmen und Finanzinstituten erleichtert werden, wie die Schweizerische Nationalbank am Montag bekannt gegeben hat.

Der Finanzplatz Schweiz hegt die Hoffnung, im globalen Renminbi-Handel dereinst als Drehscheibe wirken zu können. Allerdings buhlen auch andere Finanzplätze wie London oder Frankfurt um das Geschäft mit der chinesischen Währung.

Renminbi oder Yuan?

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Es sind beide Namen gebräuchlich. Mit Renminbi (übersetzt Volkswährung) ist die chinesische Währung an sich gemeint, etwa im Börsenhandel oder in politischen Diskussionen. Geht es hingegen um einen konkreten Betrag, beispielsweise um eine Rechnung im Restaurant, spricht man von Yuan. Die offizielle Abkürzung der Währung ist CNY: Chinese Yuan.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Schüpbach  (Artio)
    So eine doofe Fratze auf dieser Geldnote stört offenbar nicht mal die SNB.
    1. Antwort von E. S.  (E.S.)
      ...ziemlich sinnfreie Bemerkung zum Thema...
  • Kommentar von Willy Gruen  (wgruen)
    ... muss heissen: « Sicher ist, dass China auf dem Weg ist, die grösste Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. » was bereits in wenigen Jahren der Fall sein wird. Und das ist nicht unbedingt schlecht so.
    1. Antwort von m. mitulla  (m.mitulla)
      Die steigenden Umweltprobleme könnten für China einen grossen Stolperstein bedeuten. Bezüglich "grösster Wirtschaftsmacht" bin ich mir da nicht so sicher - ausser China könne beispielsweise in Sibirien Wasser und Rohstoffe generieren... Russland wird dereinst sicher seine Grenzen schützen müssen.
  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Durch den internationalen Handel mit Öl, der hauptsächlich mit Dollars getätigt wird, können die USA viel Geld machen. Diese Tatsache soll nach dem Willen anderer Staaten wie Russland, China oder dem Iran geändert werden. So würden den USA Einnahmen entgehen, weshalb Staaten wie die genannten zur "Achse des Bösen" gehören - aus der Sicht der USA, versteht sich. Saudi-Arabien wehrt sich nicht gegen den "Petro-Dollar", weshalb das Königreich auch zu den "Guten" gehört...