Einbruch bei Logiernächten Chinesische Touristen machen Bogen um die Schweiz

Ein Foto vom Löwendenkmal in Luzern oder eine Fahrt aufs Jungfraujoch war bei vielen Chinesen bis vor kurzem weit oben auf der Wunschliste. Diesen Sommer verzichteten sie darauf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Von Mai bis Oktober ist die Zahl der Logiernächte um 0,2 Prozent gesunken.
  • Über ein Fünftel weniger Gäste aus China haben in der Schweiz übernachtet.
  • Gründe: Konjunktur, erschwerte Visabedingungen und Angst vor Anschlägen.
  • Schweiz Tourismus rechnet bereits nächstes Jahr wieder mit einer Zunahme.

Die Schweiz ist bei ausländischen Touristen weniger gefragt als auch schon. Im Sommer verbuchten die Schweizer Hoteliers 0,2 Prozent oder 33'000 Logiernächte weniger als noch im Sommer davor, wie die aktuelle Beherbergungsstatistik zeigt.

Besonders zurückhaltend waren die Chinesen. Sie übernachteten über einen Fünftel weniger häufig in der Schweiz als noch in der Vorjahressaison. Ein Einbruch, der weh tue, sagt Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus: «Es sind gute Gäste; Gäste, bei denen wir in den letzten Jahren immer ein schönes Wachstum hatten.»

«  Chinesen sind gute Gäste; Gäste, bei denen wir in den letzten Jahren immer ein schönes Wachstum hatten. »

Jürg Schmid
Direktor Schweiz Tourismus

Verschiedene Anschläge in Europa und die abgekühlte Konjunktur im eigenen Land hätten auf die Reiselaune der Chinesen gedrückt. Zudem herrschten erschwerte Visabedingungen für den Schengenraum, wie es bei Hotelleriesuisse heisst.

Hoffnung auf Rückkehr im nächsten Jahr

Auch bei anderen Herkunftsländern war die Zurückhaltung zu spüren. So buchten zum Beispiel zehn Prozent weniger Japaner ein Hotelbett in der Schweiz.

Schmid sieht dennoch keine Notwendigkeit, bei der Werbung nachzubessern: «Die Perspektiven für den chinesischen Markt sind gut. Wir gehen eher von einem temporären Phänomen aus, die mit der terroristischen Bedrohungslage zu tun hat.»

Dafür verbrachten von Mai bis Oktober mehr Niederländer, Spanier, Österreicher und Amerikaner ihre Nächte in hiesigen Hotels. Und auch die Schweizer selbst machten im Sommerhalbjahr wieder etwas häufiger Ferien im eigenen Land.