Hypotheken-Streit mit den USA CS zahlt Busse von knapp 2,5 Milliarden Dollar

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Credit Suisse legt US-Hypothekenstreit bei

2:57 min, aus Tagesschau am Mittag vom 23.12.2016
  • Die CS hat nach eigenen Angaben den Hypotheken-Streit mit den USA beigelegt.
  • Die Grossbank bezahlt eine Zivilbusse in Höhe von 2,48 Milliarden US-Dollar.
  • Zudem muss sie 2,8 Milliarden Dollar für Entschädigungen an Kreditnehmer bereitstellen.
  • Der Vergleich muss noch vom Verwaltungsrat der Bank abgesegnet werden.

Sie habe sich mit dem US-Justizministerium grundsätzlich auf einen Vergleich geeinigt, teilte die Credit Suisse mit. In der Vereinbarung hat sich die CS laut Mitteilung verpflichtet, eine Zivilbusse in Höhe von 2,48 Milliarden US-Dollar zu zahlen.

Weiter muss sie 2,8 Milliarden US-Dollar für Entschädigungen an Kreditnehmer bereitstellen. Diese Zahlung läuft über einen Zeitraum von fünf Jahren. Noch ist diese Einigung nicht ganz in trockenen Tüchern: Die letzten Details müssten noch ausgehandelt werden und der CS-Verwaltungsrat muss dem Vergleich noch zustimmen.

Einschätzung von Wirtschaftsredaktorin Eveline Kobler

Sich mit der US-Justiz anzulegen, kann teuer werden: Das müssen heute die Credit Suisse und die Deutsche Bank erfahren. Beide werden für krumme Geschäfte vor zehn Jahren zu Milliarden-Zahlungen verknurrt. Für die CS ist die Summe von insgesamt 5,3 Milliarden US-Dollar für Busse und Entschädigungszahlungen ein happiger Brocken. Es zehrt am Kapitalpolster, das die CS eigentlich aufstocken möchte, um künftig besser für Krisen gerüstet zu sein. Bleibt der kleine Trost, dass die CS mit der Milliarden-Zahlung immerhin ihren grössten noch hängigen Rechtsfall ad-acta legen kann. Eine Unsicherheit ist damit aus der Welt geräumt.

Rückstellung von 2 Milliarden

Die fragwürdigen Geschäfte liegen rund zehn Jahre zurück. Mitgemischt hat nicht nur die Credit Suisse, sondern eine ganze Reihe von internationalen Grossbanken; darunter Goldman Sachs, die Bank of America, Barclays und die Deutsche Bank. Letztere hat kurz vor der CS ebenfalls eine Einigung mit den US-Behörden erzielt.

Sie alle sollen Hypothekar-Risiken in undurchsichtige, komplexe Wertpapiere verpackt und an Investoren weitergereicht haben. Damit hätten sie letztlich zum Kollaps des US-Häusermarktes beigetragen, so der Vorwurf der US-Justiz.

Da der Abschluss dieses Rechtsfalls – der grösste der CS, der noch offen war – nun in Griffweite ist, muss die Bank nun ihre Reserven für die anstehenden Zahlungen aufstocken. Sie erhöht ihre bisherigen Rückstellungen für Rechtsfälle um 2 Milliarden US-Dollar. Die Börse reagierte zuerst erfreut über die Einigung. Die CS-Aktie hat ihre Gewinne aber wieder hergegeben und sogar ins Minus gedreht.

Die grössten Strafzahlungen und Bussen der CS

2,5 Milliarden Dollar
Dezember 2016: Die Schweizer Grossbank greift zur Beilegung des Hypothekenstreits tief in die Tasche. Sie bezahlt eine Zivilbusse in Höhe von 2,48 Milliarden US-Dollar. Weiter muss sie 2,8 Milliarden US-Dollar für Entschädigungen an Kreditnehmer bereitstellen. Mit insgesamt 5,3 Milliarden Dollar ist das die höchste Summe, die eine Schweizer Bank jemals in einem Rechtsfall zahlen musste.
2,8 Milliarden Dollar
Im Mai 2014 bekannte sich die Credit Suisse gegenüber den USA der Beihilfe zur Steuerflucht von amerikanischen Bürger für schuldig. Die Bank erklärte sich aussergerichtlich bereit, dafür eine Strafe von insgesamt 2,815 Milliarden Dollar zu zahlen, davon zwei Milliarden an das US-Justizministerium.
886 Millionen Dollar
Im Rechtsstreit mit der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) einigte sich Credit Suisse im März 2014 in einem Vergleich zur Zahlung von 885 Millionen US-Dollar. Mit der Zahlung der CS wurden Ansprüche aus zwei Klagen wegen falschen oder unvollständigen Angaben beim Verkauf von Wertpapieren beglichen.
536 Millionen Dollar
Wegen Verletzungen von US-Sanktionen gegen den Iran zahlt die Credit Suisse 2009 eine Strafe in Höhe von 536 Millionen Dollar. Grund der amerikanischen Untersuchungen waren Dollar-Transaktionen der Schweizer Grossbank an Länder, Personen oder Einheiten, die unter US-Wirtschaftssanktionen fallen.

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