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Wirtschaft Das Internet erweitert die Möglichkeiten des Detailhandels

Die Preise im Internet zu vergleichen und dann per Mausklick den Fotoapparat, das neue Sofa oder neue Kleider zu bestellen, das ist gang und gäbe. Damit geraten die Detailhändler unter Druck. Sie bieten deshalb ihre Ware sowohl im Laden als auch im Internet an.

Das Internet verändere zusehends unsere Einkaufs-Gewohnheiten, stellt Damian Künzi fest. Er beobachtet für die Credit Suisse (CS) den Detailhandel. Er erklärt, wie sich die Gewohnheiten mit dem Internet verändert haben: «Ich sehe im Laden ein Hemd. Das passt mir sehr gut, aber ist in der Farbe, in der ich es will, nicht verfügbar. Da kann der Verkaufsmitarbeitende via i-Pad gleich online ein Hemd bestellen und es mir nach Hause liefern.» Eine andere Möglichkeit ist die, dass man etwas online bestellt und es im Laden zurückbringen kann. Diese Möglichkeit haben reine Online-Händler nicht.

«Multi-Channeling» heisst das neue Zauberwort, das den Detailhandel umtreibt. Dabei wird die eigene Ware vermehrt über mehrere Verkaufskanäle angeboten, das heisst, sowohl im Ladengeschäft als auch im Internet-Shop. Das Ziel ist, möglichst viele Kunden anzusprechen. Denn mittlerweile gibt jeder zweite Konsument an, sich zuerst im Internet über das gewünschte Produkt zu informieren, bevor es dann im Laden eingekauft wird.

Mündigere Kunden

Der umgekehrte Fall, dass sich ein Kunde im Laden beraten lässt, aber online einkauft, kommt übrigens laut den Experten deutlich seltener vor. Nur gerade jeder zehnte Konsument wähle diesen Weg, heisst es.

Das hat eine Studie ergeben, die die CS zusammen mit dem Beratungsunternehmen Fuhrer&Hotz erstellt hat. Das Kurzfazit der Studie: Der Kunde wird immer mündiger: «Für die Detailhändler bedeutet dies, dass die Kunden immer besser informiert sind. Man kann dem Kunden nichts mehr vormachen bezüglich Preise und bezüglich Qualität.»

Anforderungen an Verkaufsmitarbeitende steigen

Die Anforderungen ans Verkaufspersonal im Ladengeschäft sind entsprechend gestiegen. Es muss besser Bescheid wissen über die angebotenen Produkte. «Die Detailhändler beklagen sich zum Teil, dass es schwieriger geworden sei, qualifizierten Nachwuchs zu finden.» So gebe jedes dritte Unternehmen an, nicht mehr genügend qualifizierte Mitarbeitende zu finden. Schuld seien nicht zuletzt die Arbeitsbedingungen: tiefe Löhne, unregelmässige Arbeitszeiten, wenig attraktives Image.

Wer als Detailhändler am Ball bleiben will, ist gut beraten, nicht nur aber auch auf die Karte Internet zu setzen, sagt der Branchenfachmann Künzi: «Der Trend zu guten Applikationen auf den mobilen Geräten hält an und sie werden immer wichtiger.» Gemeint sind Computerprogramme, mittels denen man beispielsweise auf Mobiltelefonen direkt auf einen Internet-Shop zugreifen kann.

Gleichzeitig überlegt sich offenbar jeder neunte Detailhändler inzwischen, seine Ladenfläche zu reduzieren.

Zur Person

Zur Person
Legende: Damian Künzi, Wirtschaftsforscher zvg

Damian Küenzi ist Wirtschaftsforscher bei der Grossbank Credit Suisse. Seine Fachgebiete sind der Detailhandel, der Grosshandel und das Autogewerbe. Künzi ist Autor von Pensionkassenstudien, insbesondere des Retail Outlook und des Branchenhandbuchs.

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