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Wirtschaft Datenvermittlungs-Plattformen versprechen das grosse Geschäft

Im Kampf um local.ch ist der Tamedia-Konzern in die Offensive gegangen. Er besitzt nun mehr als 17 Prozent der Aktien von Publigroupe, der heutigen Besitzerin der Plattform. Für den Medienexperten Karl Lüönd kommt der Aktienkauf nicht überraschend. Er gibt der Adressplattform eine lukrative Zukunft.

Leuchtreklame für local.ch
Legende: local.ch ist das Filetstück der Publigroupe. Keystone/Archiv

Tamedia macht ernst mit seinen Übernahmeabsichten bei Publigroupe: Der Medienkonzern hat am Mittwoch seinen Anteil am Westschweizer Werbevermarkter von 7,3 Prozent auf 17,6 Prozent aufgestockt. Damit ist er nun der grösste Aktionär. Für den Medienexperten Karl Lüönd kommt dieser Aktienzukauf nicht unerwartet.

«Wir haben es mit einem Bieterwettbewerb auf zwei Ebenen zu tun. Tamedia ist zuerst in die Offensive gegangen und wollte die ganze Kuh kaufen. Swisscom ist nur am Filetstück interessiert.» Das sogenannte Filetstück ist das Telefonbuch, local.ch.

Das Telefonverzeichnis sei ein unverzichtbares Werbemittel für alle Gewerbetreibenden und Händler. Diese wollten ja gefunden werden, sagt Lüönd. Und längst gehe es nicht mehr nur darum, Werbung zu verkaufen. Es bestehe eine Verknüpfung mit dem Datengeschäft. «Die Datenhändler und Serviceportale schalten sich in die Transaktionen ein und verdienen am Ende Kommissionen an jeder Hotelbuchung, an jedem Kauf, an jeder Bestellung.»

Zwei Player neben Google

Im Moment gibt es auf dem Schweizer Markt neben dem internationalen Riesen Google zwei grosse Unternehmen, stellt Lüönd fest. Einer davon ist der Medienkonzern Ringier, zu der die Scout-Gruppe gehört und die marktführend bei den Stellenanzeigen ist. Die Plattformen sind jobs.ch, topjobs.ch und andere.

Das andere ist Tamedia. Sie besitzt die Search-Gruppe, die auch ein direkter Konkurrent zu local.ch ist. Ausserdem hält das Zürcher Medienhaus bekannte Portale wie homegate.ch für Immobilien und Beteiligungen an renommierten wie car4you.ch, doodle.com, tutti.ch und zattoo.com.

«Beide Konzerne haben in den letzten Jahren viel in Transaktionsportale investiert», sagt Lüönd. Für ihn ist klar, warum: «Local.ch ist eine echte Alternative zu Google.»

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