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Wirtschaft Der Universal-Stecker fürs Handy kommt

Konsumenten in der EU können aufatmen: Ab 2017 sind in Europa einheitliche Handy-Ladegeräte vorgeschrieben. Die Konsumenten sparen Geld. Auch die Umweltschützer sind zufrieden.

Ein weisses Iphone.
Legende: Wie der neue Universal-Stecker aussehen wird, ist noch nicht klar. Keystone

Sei es ein iPhone, Samsung oder Nokia. Sei es ein altes oder brandneues Modell. Sei es ein Handy, Tablet oder Smartphone. Alle Geräte werden ab 2017 mit ein und demselben Ladegerät aufzuladen sein. Das hat das EU-Parlament in Strassburg mit überwältigender Mehrheit entschieden. Damit soll Geld gespart und die Umwelt geschont werden.

Konsumenten sparen Geld

Nun sollen die verschiedenen Hersteller in drei Jahren einen einheitlichen Stecker auf den Markt bringen. Brüssel und die Hersteller hatten sich schon 2009 prinzipiell geeinigt. Doch dann dauerte alles länger als erwartet.

Konsumenten sparen Geld, wenn sie für ein neues Handy kein weiteres Ladegerät benötigen. Der Umwelt erspart die Vereinheitlichung Tausende Tonnen Elektromüll. «So können wir zu Hause Kabelsalat und in der Umwelt 51'000 Tonnen Elektromüll pro Jahr vermeiden», sagte eine EU-Abgeordnete.

Allerdings haben nach Schätzungen der EU-Kommission schon 90 Prozent aller neuen Telefone ab 2013 Netzteile, die auch Akkus anderer Geräte aufladen. Nach der Grundsatzeinigung 2009 hatten sich die Hersteller freiwillig dazu verpflichtet. Doch ein Universal-Stecker existiert noch nicht.

Design von Universal-Stecker noch unklar

Wie der neue Universal-Stecker aussehen wird, ist noch nicht klar. Die EU-Kommission soll zusammen mit den Herstellern in den kommenden Monaten über ein technisch optimales Format beraten.

Der Gesetzentwurf muss noch formal vom Rat verabschiedet werden. Die Mitgliedstaaten müssen die Vorschriften innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umsetzen. Die Hersteller haben dann noch ein Jahr Zeit, sich auf die verbindliche Anwendung der neuen Vorschriften vorzubereiten.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Sascha Freitag, Thurgau
    So einfach ist die Angelegenheit nicht. Alle Geräte benötigen dann plötzlich den gleichen Ladestrom? Glaubt ja wohl keiner! Wird bestimmt irgendein neuer Stecker, und nicht der bewährte und zu 90% verbreitete Mini-USB, womit ein Kabel mehr zum Kabelsalat dazu kommt. Kann diese Vorschrift genau so wenig verstehen wie viele andere. Es funktioniert ja schon, aber die Gesetzes Industrie der EU braucht offensichtlich Arbeit.
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  • Kommentar von Fatlum Tahiri, Bern
    Ich hoffe und denke, dass ein Lightning-artiger Anschluss das Rennen macht. Dieser universelle Anschluss wird dann nicht nur kostengünstiger für den Konsumenten, sondern auch anwenderfreundlicher. :-)
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    1. Antwort von E.Wille, Rosenfeld
      Das was Sie als quasi-Standard "Mini-USB" kennen ist der quasi-Standard, weil die EU darauf gedrängt hat. Ohne EU würde es diesen Standard nicht geben.
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  • Kommentar von Peter Müller, Zürich
    Auch wenn der Vorspann von Europa schreibt, ist doch nur wieder die EU gemeint. Davon abgesehen ist der Quasi-Standard Mini-USB problemlos dafür nutzbar. Gute Buchsen sind bis einige Bar wasser- und staubdicht. Also könnte man sowas viel schneller als erst in 3 Jahren plus 2 Jahren Karenz einführen.
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    1. Antwort von B.Küng, Biel
      Die EU-Hasser lassen aber wirklich keine Gelegenheit aus, um gegen die EU zu schnöden. Dies ist wirklich eine sinnvolle Vorschrift der EU und die Schweiz ist gut beraten, da mitzumachen, der Umwelt und dem Portemonnaie der Konsumenten zuliebe.
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